Fußgängerzone: erneute Verzögerung an der Viktoriastraße
Baufirma vergisst, Material zu bestellen

Bad Oeynhausen (WB). Auf der Baustelle zur Umgestaltung der Fußgängerzone gibt es erneut eine Verzögerung. Das hat die Stadtverwaltung mitgeteilt. In der Viktoriastraße wird aktuell unter anderem im südlichen Bereich das neue Pflaster verlegt. Nach Angaben der Verwaltung hat die ausführende Firma jedoch vergessen, Baumaterial zu bestellen.

Freitag, 08.03.2019, 06:50 Uhr aktualisiert: 08.03.2019, 08:36 Uhr
Ein Blick auf die Baustelle der Viktoriastraße von Norden aus. Probleme gibt es laut Stadt jetzt mit zu wenigen Pflastersteinen, um die Arbeiten termingerecht zu beenden. Foto: Claus Brand

Stadt will Vertragsstrafe prüfen

»Bei den Pflasterarbeiten in der Viktoriastraße kommt es erneut zu Verzögerungen«, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. »Die Firma Rasche hat uns bei der Baubesprechung am Donnerstagmittag mitgeteilt, dass das Baumaterial für die noch anstehenden Arbeiten nicht mehr ausreicht und das man die Bestellung vergessen habe«, sagt der Technische Beigeordnete Thomas Lüer. »Das ist besonders ärgerlich vor dem Hintergrund, dass uns genau eine Woche vorher noch mitgeteilt worden war, dass die geplante Fertigstellung Ende März eingehalten würde.«

Angesichts des an der Baustelle lagernden Materials müsse bei der Firma damals schon bekannt gewesen sein, dass es Probleme mit den Steinen gibt. Die Lieferung werde mindestens drei Wochen dauern, führt die Stadt in ihrer Erklärung weiter aus. Erst dann können die Arbeiten weitergehen. »Selbstverständlich werden wir eine solche Verzögerung nicht hinnehmen und eine Vertragsstrafe prüfen und wenn möglich auch verhängen«, erläutert Lüer. Die Stadt werde diese negativen Erfahrungen bei den Planungen und der Ausschreibung für weitere Arbeiten in der Innenstadt berücksichtigen.

Probleme schon im Herbst

Zum Fortgang und vor allem zeitlichen Fortschritt der Arbeiten zur Neugestaltung der Fußgängerzone im Bereich Viktoriastraße hatte es bereits im vergangenen Herbst einige Irritationen gegeben (diese Zeitung berichtete mehrfach). In einem Exklusiv-Interview mit dieser Zeitung im Januar hatte der Technische Beigeordnete Thomas Lüer dazu noch einmal klar Position bezogen. Die an ihn seinerzeit gerichtete Frage lautete: Wann werden die Arbeiten an der Viktoriastraße abgeschlossen? Seine Antwort: »Ich rechne mit Ende März oder April. Rückblickend dachten Planer und Baufirma, bis zum 21. Dezember bauen zu können. Dann wäre man fertig gewesen. Im Vertrag stand aber der Baustopp am 26. November, vor Beginn des Weihnachtsmarktes. Es fehlten also einige Wochen. Darin lag das Missverständnis begründet. Es gab einen Kommunikationsfehler auf allen Ebenen.«

Folglich ruhten die Arbeiten mit Beginn des Weihnachtsmarktes und wurden nach Einrichtung einer so genannten Winter-Baustelle Mitte Januar wieder aufgenommen.

Kommentar von Claus Brand

Spätestens mit dieser Nachricht dürfte das Vertrauen der Anlieger, Einzelhändler und Dienstleister, dass es während der weiteren Bauabschnitte zur Neugestaltung der Fußgängerzone für einen reibungslosen Ablauf reicht, erschöpft sein.

Dem Missverständnis im vergangenen Herbst folgt nun ein weiteres Kapitel unter dem Motto »Pleiten, Pech und Pannen«.

Und auch wenn die Stadtverwaltung ihrem Unmut darüber in Person des Technischen Beigeordnete Thomas Lüer so klar und deutlich wie selten Ausdruck verleiht, wird eben auf die Stadtverwaltung die Herkulesaufgabe zukommen, dieses neue Vertrauen zu schaffen. Und auch wenn die Stadt klare Konsequenzen aus der jüngsten Panne ziehen sollte: kein leichtes Unterfangen.                             

 

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