Wittekindshof in Bad Oeynhausen informiert am Aschermittwoch über Teilhabegesetz
»Hallo liebe Menschen!«

Bad Oeynhausen-Volmerdingsen(WB). »Hallo liebe Menschen!« So hat Inklusions-Aktivist Raúl Krauthausen die Gäste beim Aschermittwochsempfang des Wittekindshofs begrüßt. Damit hob er symbolisch einen Perspektivwechsel hervor, der mit der Einführung des Bundesteilhabegesetzes einhergehen soll.

Donnerstag, 07.03.2019, 06:30 Uhr
Der Theologische Vorstand des Wittekindshofes, Prof. Dr. Dierk Starnitzke (links), und der Kaufmännische Vorstand der Diakonischen Stiftung, Marco Mohrmann (rechts), begrüßen Moderator Raúl Krauthausen beim Aschermittwochsempfang. Foto: Claus Brand

Denn nicht eine vermeintliche Behinderung sollte bei Mitmenschen im Vordergrund stehen, sondern wann und wodurch Behinderungen überhaupt eintreten, verdeutlichte Moderator Raúl Krauthausen in seinen pointierten Bemerkungen während mehrerer Gesprächsrunden. So mahnte er, dass mit der Einführung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) in NRW als Teilschritt auch letztlich eine »Verwaltung von Menschen« einhergehen könnte: »Und da wird mir Angst und Bange«.

Blick auf Individualität

Aschermittwochsempfang auf dem Wittekindshof in Bad Oeynhausen

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Foto: Claus Brand
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Individualität – den Blick darauf verdeutlichten Prof. Dr. Dierk Starnitzke, Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, und der Kaufmännische Vorstand Marco Mohrmann. Persönlich begrüßten sie jeden der 330 Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Kirche und dem Sozialbereich zu Beginn der traditionellen Veranstaltung in der Turnhalle des Stiftungsbereiches.

Welche vielfältige Herausforderung der nächste Schritt bei der Einführung des BTHG zum 1. Januar 2020 mit sich bringt, verdeutlichte Andreas Huneke, Superintendent des Kirchenkreises Vlotho und Vorsitzender des Stiftungsrates der Diakonischen Stiftung Wittekindshof. Als »gigantisches« Vorhaben bezeichnete er es. »So viele Fragen, so viele Sichtweisen, das Thema wird uns noch Jahre begleiten«, sagte er. Diese Sicht teilte auch Dierk Starnitzke »Wir wissen noch nicht, was alles auf uns zukommen wird. Das beschäftigt uns als Wittekindshof sehr«, sagte er. Konkret bedeutet das für den Wittekindshof beispielsweise, dass die Stiftung vom 1. Januar an als Vermieterin ihrer derzeit 2500 Klienten in Wohnungen agieren wird.

Das 2016 vom Bundestag verabschiedete BTHG tritt seitdem schrittweise in Kraft. Vom 1. Januar 2020 an sollen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen noch individueller, als in den vergangenen Jahren geschehen, berücksichtigt werden. Das BTHG soll auch einen Beitrag zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention auf Gesetzesebene leisten.

45.000 Leistungsempfänger in NRW

Eine der großen Veränderungen des BTHG tritt zum Jahresbeginn in Kraft: die Trennung von existenzsichernden Leistungen und Fachleistungen der Eingliederungshilfe für etwa 45.000 erwachsene Leistungsempfänger in NRW, die derzeit Leistungen der stationären Eingliederungshilfe erhalten. Während die Fachleistungen in NRW weiterhin durch die Leistungsträger erbracht werden, – in NRW sind das die Landschaftsverbände, etwa der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) –, sind für die existenzsichernden Leistungen nun die örtlichen Träger der Sozialhilfe zuständig.

Aufwendig sind dementsprechend die derzeitigen Verhandlungen zwischen den Interessenvertretern. Als Vertreter der Leistungsträger gaben Matthias Löb, Direktor des LWL, und Michael Conty, Vorstand des Fachverbands Behindertenhilfe und Psychiatrie Rheinland-Westfalen-Lippe sowie Geschäftsführer der Eingliederungshilfe der von Bodelschwingschen Stiftungen Bethel, dazu einen Einblick. »Wir wollten eigentlich schon im November fertig sein. Jetzt haben wir Zeit bis Mai«, sagte Michael Conty.

Einen Minimal- und einen Maximalwunsch äußerte Dierk Starnitzke zur weiteren Umsetzung des Gesetzes: »Dass das System einerseits nicht zusammenbricht, andererseits dass das Zusammenleben verschiedener Menschen noch selbstverständlicher wird.«

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