Johanniter-Mehrgenerationenhaus in Bad Oeynhausen offiziell eröffnet
»Leuchtturm der Nächstenliebe«

Bad Oeynhausen (WB). Nach 14 Monaten Bauzeit haben die Johanniter am Freitag ihr neues Mehrgenerationenhaus an der Weserstraße offiziell eröffnet. Etwa 150 Gäste nahmen an der Feierstunde im roten Saal des viergeschossigen Hauses in Holzbauweise teil.

Samstag, 02.03.2019, 09:00 Uhr
Im Johanniter-Carré »Oeynhausener Schweiz« ist neben dem Mehrgenerationenhaus (Foto) auch eine dreigruppige Kindertagesstätte neu entstanden. Acht Millionen Euro hat der Johanniter-Regionalverband Minden-Ravensberg dafür investiert. Foto: Malte Samtenschnieder

»Es ist nicht selbstverständlich, dass ein derart kostenintensives Projekt in die Tat umgesetzt wird«, sagte Christian Rehberg, Mitglied des Regionalvorstandes der Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH), in seiner Begrüßung. Insgesamt acht Millionen Euro habe die JUH im Johanniter-Carré »Oeynhausener Schweiz« verbaut – sechs Millionen Euro im Mehrgenerationenhaus, den Rest in der benachbarten Kindertagesstätte.

Die Bauzeit sei für Mitarbeiter, Helfer und Nutzer eine Herausforderung gewesen. »Nicht zuletzt deshalb, weil wir den Betrieb des Mehrgenerationenhauses seit Dezember 2017 für ein Jahr in mehreren Baucontainern bewerkstelligt haben«, sagte Christian Rehberg. Das Tagesgeschäft sei von Improvisation geprägt gewesen. Der Regionalvorstand: »In diesem Zusammenhang danken wir auch unseren Nachbarn – der Seniorenresidenz Weserstraße und der Klinik Porta Westfalica – für ihr Verständnis und ihre Geduld.«

Das neue Mehrgenerationenhaus soll laut Christian Rehberg ein Ort des Austausches und des Miteinanders sein und zudem ein offenes Haus für die gesamte Nachbarschaft, unabhängig von Nationalität, Religion und Kultur: »Ich hoffe in Zukunft auf viele interessante Begegnungen, Gespräche und Veranstaltungen.«

Ergänzung des Vorhandenen

Als wichtige Ergänzung der vorhandenen Angebote lobte Bürgermeister Achim Wilmsmeier das Mehrgenerationenhaus. Es biete Hilfestellung bei der Gestaltung des demografischen Wandels, bei der Integration von Flüchtlingen und bei der Sozialraumorientierung. Zudem sei es generationenübergreifend. Achim Wilmsmeier: »Dieses Projekt nicht zu fördern, wäre keine Alternative. Das investierte Geld ist gut angelegt.«

Auf die Entstehungsgeschichte der Gebäude im Johanniter-Carré blickte Architekt Henning Bökamp zurück. Der dreigruppige Kindergarten habe ja bereits im Sommer 2018 in einem ersten Gebäude seinen Betrieb aufgenommen. Im benachbarten Mehrgenerationenhaus seien außer den Angeboten von Leiterin Christiane Kern und ihrem Team etwa die Tagespflege und die Sozialstation der Johanniter untergebracht. Zudem nutze die Diakonische Stiftung Wittekindshof ein gutes Dutzend Einzel- und Doppelappartements zur Unterbringung von Jugendlichen.

Vielfältige Herausforderungen

Als besondere Herausforderung in der Bauzeit hob Henning Bökamp das Inkrafttreten der neuen Landesbauordnung zum 1. Januar 2019 hervor. Sowohl bei den energetischen Anforderungen als auch bei Schall- und Brandschutz erfülle das Bauwerk aktuelle Bestimmungen. Insgesamt seien in dem in massiver Holzbauweise errichteten Gebäude 782 Kubikmeter Holz verbaut worden. Henning Bökamp: »Nur die Treppenhäuser sind aus Beton, weil sie bei einem Brand erster Rettungsweg sind.«

»Was ist es, was das Leben zum Leben macht?« Dieser Frage ging Pfarrer Bernd Kollmetz in seiner Ansprache nach. Die Antwort gab er schließlich selbst: »Der Mensch in Begegnung mit anderen Menschen.« Das Mehrgenerationenhaus bezeichnete der Theologe als »Leuchtturm der Nächstenliebe«.

Etliche Ziele für die Zukunft

»Jetzt sind wir angekommen mit unserem Projekt.« Dieses Fazit zog Christiane Kern, Leiterin des Mehrgenerationenhauses, am Rande des Festakts. Seit dem Einzug laufe – abgesehen von kleinen Anlaufschwierigkeiten – alles rund, so dass alle Mitarbeiter, Helfer und Nutzer mit der neuen Heimat sehr zufrieden seien.

Als ein wichtiges Zukunftsziel hat sich das Team des Mehrgenerationenhauses nach eigenen Angaben die Quartierentwicklung auf die Fahnen geschrieben. Projektideen dafür erarbeitet derzeit Melina Burzlaff: »Im Bereich interkulturelle Zusammenarbeit möchten wir zum Beispiel eine internationale Kochgruppe einrichten.« Auch solle es eine Deutschlerngruppe mit Kinderbetreuung für junge Mütter geben.

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