Bargeld adé? Alternative Bezahlmöglichkeiten werden häufiger genutzt
Trendwende setzt sich fort

Bad Oeynhausen (WB). Viele Münzen machen das Portemonnaie voll und schwer. Im Gegenzug gibt es bei Online-Bezahlmethoden zu viele Risiken beim Datenschutz. Wie man es auch wendet, Bargeld und Online-Banking bringen Vor- und Nachteile mit sich. Wohin die Trends in puncto Bezahlmöglichkeiten derzeit gehen, verraten Frank Kaufmann und Kai Schneckener von der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica.

Dienstag, 05.02.2019, 06:30 Uhr
Bargeld oder Karte: Kai Schneckener (links) und Frank Kaufmannbemerken ein Trendwende bei ihren Kunden. Foto: Freya Schlottmann

Obwohl es zahlreiche Möglichkeiten gibt, bargeldlos sowohl in Geschäften als auch im Internet zu bezahlen, sind die Deutschen eher vorsichtig, was den Verzicht oder zumindest die Senkung der Bargeldnutzung anbelangt. Eine Statistik der Deutschen Bundesbank zeigt, dass auch 2017 teilweise mehr als 80 Prozent der Transaktionen von Beträgen zwischen fünf und 20 Euro mit Bargeld abgewickelt wurden.

In skandinavischen Ländern ist es dagegen bereits gang und gäbe, dass auch Kleinstbeträge, sei es an Kiosken oder auf Flohmärkten, mit Karte gezahlt werden. »Das ist eine Mentalitätssache. Vermutlich sind die Leute dort einfach etwas offener«, vermutet Sparkassenfachwirt Frank Kaufmann.

»Nur Bares ist Wahres«

Nach dem Motto »Nur Bares ist Wahres« würden aber auch in Deutschland die Menschen mittlerweile nicht mehr denken. »Immer weniger Kunden holen noch Bargeld zum Beispiel für die komplette Monatsversorgung ab. Stattdessen werden mehr und mehr alternative Bezahlmöglichkeiten genutzt«, sagt Kai Schneckener, Leiter der Abteilung Organisation bei der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica.

Obwohl die Statistik zum Nutzungsverhalten bei Zahlmöglichkeiten der Deutschen Bundesbank für 2018 noch nicht veröffentlich ist, schätzen Schneckener und Kaufmann, dass sich das Verhältnis von Bargeldnutzung zu alternativen Bezahlmethoden im vergangenen Jahr auch in Deutschland nochmals verändert haben dürfte. »Die Entwicklung geht eher zu 50 zu 50 Prozent«, glaubt Kaufmann. Besagte Statistik bestätigt diese Vermutung bereits, denn die Barzahlungen 2017 gemessen am Umsatz sanken damals schon erstmals unter 50 Prozent auf 48 Prozent.

Varianten des Bezahlens

Grund dafür sind die verschiedenen Varianten des Bezahlens, die das Bargeld mehr und mehr überflüssig machen und eine Trendwende hervorrufen. Die Sparkasse bietet dafür zum Beispiel kontaktlose Bezahlmöglichkeiten mit der Giro- oder Kreditkarte sowie dem Smartphone an. Die Tatsache, dass man nur durch Auflegen der Karte oder des Smartphones an passenden Geräten bezahlen kann, würde unter anderem die Bezahlzeiten deutlich verkürzen und so zum Vorteil für die Nutzer werden, so dass diese Alternativen immer attraktiver werden.

»Gerade im Supermarkt hat das beschleunigende Wirkung«, sagt Schneckener. Die App zum Bezahlen per Smartphone würde bei den Kunden sehr gut angenommen und die Nachfrage immer größer werden, sagen die Sparkassenexperten. Neueste Entwicklung sei zudem die »Kwitt«-Funktion bei der Sparkassen-App. Diese ermöglicht es, Kontakten im Telefonbuch mit nur einem Klick Geld zu überweisen. Bis 30 Euro gehe das ohne die sonst bei Online-Banking notwendige Transaktionsnummer (TAN).

Datenschutz ist Thema

Was die Frage der Weitergabe von Daten beim Online-Banking anbelangt, versucht die Sparkasse dem Zweifel der Kunden entgegenzuwirken. »Wir bieten statt Paypal die Funktion Paydirekt an, bei der die Daten nicht an Dritte oder ausländische Server weitergeleitet werden«, versichern die Sparkassenmitarbeiter.

Steigt die Nutzung zu alternativen Bezahlmöglichkeiten, wäre auch die Abschaffung der Centmünzen, wie beispielsweise in Italien, möglich. »Ein- und Zwei-Centmünzen werden eigentlich nicht benötigt«, meint Kaufmann. Will man trotzdem nicht auf Bargeld verzichten, wäre eine ebenfalls skandinavische Alternative denkbar. Dort werden bereits seit Längerem krumme Beträge einfach auf- oder abgerundet und so »das lästige Kleingeldsuchen«, wie Schneckener sagt, vermieden.

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