Sabine-Michaela Rust mischt in Bad Oeynhausen einer Sorte Heilwasser bei
Sole-Likör geht auch nach Asien

Bad Oeynhausen (WB). Diese kleinen Botschafter aus der Stadt kommen offenbar sogar in Hongkong oder Japan gut an: Dorthin verkaufen Sabine-Michaela und Jörg Rust (58 und 59) ihre Sole-Liköre. Laufend erweitern sie ihre Produktpalette mit Zutaten aus der Region – mit Trüffeln wollen sie schon bald experimentieren.

Freitag, 01.02.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 01.02.2019, 12:02 Uhr
Bad Oeynhausen steht auf der Flasche mit Sole-Likör (links), die Sabine-Michaela Rust neben weiteren Sorten wie »Poppy« (rechts) mit Zutaten wie Puderzucker, Mohn und Vanillemark vorstellt. Selbst in Hongkong werde Sole-Likör getrunken. Foto: Rajkumar Mukherjee

Seit 2013 lässt das Ehepaar über »Sabines Genusswerkstatt« Liköre und Eierliköre wieder aufleben. Wie berichtet, sind sie im Hauptberuf Mitarbeiter des Herz- und Diabeteszentrums in Bad Oeynhausen. Unter dem Label »Abacate« bieten Sabine-Michaela und Jörg Rust Eierlikör-Sorten wie »Brazil«, »Old Moscow« oder »Cappuccino« an.

Dabei legen sie Wert auf Grundzutaten und Produkte, die von Anbietern aus der Region stammen – und beispielsweise typisch für Städte sind. Im Fall Bad Oeynhausens lag die Sole für Sabine-Michaela Rust auf der Hand: »Der Sole-Likör ist meine Idee und, wenn man so will, eine Kur­stadt-Kreation.«

Richtige Mischung verlangt halbes Jahr Arbeit

Auch beim »Tag der Sole« im September, veranstaltet vom Staatsbad, sind Sabine-Michaela und Jörg Rust vertreten gewesen. Dort sei sogar Bürgermeister Achim Wilmsmeier auf den Sole-Likör aufmerksam geworden, sagt Sabine-Michaela Rust. Schon länger ist sie mit einem Stand bei Veranstaltungen des Staatsbads wie dem Herbst- und Bauernmarkt, dem Frühjahrsmarkt oder dem Schlemmerabendmarkt vertreten.

Nicht einfach war es allerdings 2016, dem Sole-Likör den richtigen Geschmack zu geben. »Hierbei haben wir sicher ein halbes Jahr gebraucht, um die richtige Mischung zu finden«, sagt Jörg Rust. Das Problem: Bei zuviel Sole schmeckt der Likör schlicht zu salzig, bei zu wenig fehlt der richtige Pep. Zur Mischung gehört auch Whiskey.

Die Sole erhält das Ehepaar übrigens von der Bäckerei Brante auf der Lohe. Dort wird die Sole schon länger für Backwaren genutzt. »Und immer, wenn wir wieder Sole-Likör herstellen, melde ich das vorher bei Brante an«, sagt Sabine-Michaela Rust. Zu einer Charge gehören bis zu 60 Liter Sole. Die Bäckerei bezieht die Sole übrigens vom Staatsbad. Somit fließt letztlich sogar Heilwasser aus dem Jordan-Sprudel sowie der Kurdirektor-Dr.-Schmid-Quelle im Sielpark in den Likör.

Sole-Likör wird zum Botschafter der Stadt

Dass der Sole-Likör offenbar sogar in Hongkong und Japan getrunken werde, wisse das Ehepaar durch Gespräche mit einem Kunden, der regelmäßig einen Markt am Bauernhaus-Museum in Bielefeld besuche. »Er kommt seit fünf Jahren zu unserem Stand und kauft immer wieder größere Mengen für einen Abnehmer in Hongkong. Daraus leiten wir ab, dass der Sole-Likör dort wohl gut ankommt«, sagt Jörg Rust.

Und beispielsweise auch nach Dänemark, Kroatien oder Australien sei der Sole-Likör gegangen. »Das haben uns Kunden auf dem vergangenen Eidinghausener Weihnachtsmarkt gesagt«, berichtet Sabine-Michaela Rust. Als Gastgeschenke für die Familien von Austauschschülern seien die Flaschen gedacht gewesen. »Damit ist der Sole-Likör irgendwie auch ein kleiner Botschafter der Stadt«, sagt Sabine-Michaela Rust.

Als ein weiteres Produkt mit Zutaten der Region hat sich das Ehepaar für einen Trüffel-Likör entschieden. »Damit müssen wir aber noch warten. Der heiße Sommer im vergangenen Jahr hat dafür gesorgt, dass es kaum Trüffel gibt«, sagt Jörg Rust. »Zudem sind der schwarze und weiße Trüffel zu unterscheiden, wobei der schwarze deutlich würziger ist. Das wirkt sich natürlich auch auf die Mischung aus, die wir auch hier anpassen müssen«, sagt Sabine-Michaela Rust. Insgesamt 23 Sorten Likör gibt es bislang, zusätzlich sollen auch die Geschmacksrichtungen Mohn, Marzipan und Blaubeere hinzukommen.

Wie viele Flaschen sie seit 2013 abgefüllt haben, sei schwierig zu sagen. »Gefühlt waren es Zigtausende«, sagt Jörg Rust.

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