Bad Oeynhausener Sven Böker möchte mit Partnerin RTL-»Supertalent« 2018 werden
Heimischer Akrobat stürmt TV-Bühne

Bad Oeynhausen (WB). Artist Sven Böker (28) aus Bad Oeynhausen nimmt mit seiner Partnerin Vanessa Baier (27) aus Berlin an der aktuellen Staffel der RTL-Show »Das Supertalent« teil. Samstagabend wird ihr Auftritt vor der Jury ausgestrahlt ( diese Zeitung berichtete ). Im Gespräch mit Renée Trippler erzählt Sven Böker, was er sich von der TV-Show erhofft, und warum er sich nicht vorstellen kann, einen normalen Job zu haben.

Donnerstag, 04.10.2018, 18:18 Uhr aktualisiert: 04.10.2018, 20:44 Uhr
Mit ihrem Adagio-Act auf einem Bett wollen Sven Böker (28) und Vanessa Baier (27) die Juroren beim »Supertalent« überzeugen. Foto: MG RTL D/Morris Mac Matzen

Sie sind beruflich ständig auf internationalen Bühnen unterwegs. War der Auftritt beim »Supertalent« Ihr erster Fernsehauftritt?

Sven Böker: Wir haben im vergangenen Jahr schon erfolgreich an der US-Show »America’s got Talent« teilgenommen, haben dann aber nicht weitergemacht, weil wir bereits einen Vertrag mit dem Circus Roncalli unterzeichnet hatten. Durch die Show ist dann auch RTL auf uns aufmerksam geworden, so dass wir jetzt bei der deutschen Version der Sendung dabei sind.

Waren Sie vor dem TV-Auftritt besonders nervös?

Böker: Das war eine Weltpremiere, weil wir die Nummer extra für die Sendung konzipiert haben, und man ist natürlich vor jeder Premiere aufgeregt. Aber wir sind ein eingespieltes Team und haben nach den zehn Jahren auch eine gewissen Routine. Deshalb verliert man da nicht die Nerven. Das Besondere war jetzt, dass wir von einer Jury beurteilt wurden und dem Urteil quasi ausgeliefert waren. Wir wussten vorher nicht, wie die Jury auf den Auftritt reagiert und was sie sagt.

Von welchem Jurymitglied haben Sie sich Unterstützung erhofft?

Böker: Von Bruce Darnell haben wir uns am meisten erhofft, weil er einen Sinn für Mode und Ästhetik hat.

Beim »Supertalent« treten viele Artisten auf. Wodurch hebt sich Ihre Darbietung von den anderen ab?

Böker: Wir haben uns überlegt, womit wir überraschen können, weil man in der Sendung schon Vieles gesehen hat. Wir sind auf die Idee gekommen, einen Adagio-Act im Bett zu machen, weil das provoziert und polarisiert. Wir wollten zeigen, was wir können, aber unsere Kunst besonders verpacken.

Was mühelos erscheint, ist harte Arbeit: Handstandakrobatik ist Sven Bökers Spezialität. Zu Ausbildungszeiten hat der 28-jährige Artist acht Stunden am Tag trainiert.

Was mühelos erscheint, ist harte Arbeit: Handstandakrobatik ist Sven Bökers Spezialität. Zu Ausbildungszeiten hat der 28-jährige Artist acht Stunden am Tag trainiert. Foto: Jessica Birkhahn

Ihre Auftritte als Duo sind grundsätzlich außergewöhnlich, was macht sie aus?

Böker: Das Besondere dabei ist, dass wir die klassische Rollenverteilung aufheben. Üblicherweise ist der männliche Partner in der unteren Position, die Partnerin oben. Bei uns ist es umgekehrt

Was versprechen Sie sich von der Teilnahme?

Böker: TV-Auftritte erweitern den Bekanntheitsgrad. Man wird viel gesehen, auch im Ausland. Letztlich erhoffen wir uns dadurch natürlich Engagements in unterschiedlichen Formaten.

Sie haben sich schon sehr früh entschieden, Artist zu werden. Wie kam es dazu?

Böker: Ich war schon als Kind im Turnverein in Bad Oeynhausen und habe irgendwann eine Show im GOP-Kaiserpalais gesehen. Mich hat das Zusammenspiel aus Musik, Licht und Leistungssport beeindruckt, und besonders hat mir gefallen, wie dadurch Emotionen ausgedrückt werden können.

Was ist das Beste an Ihrem Job?

Überall ein Stück Zuhause

Böker: Wir reisen um die ganze Welt, lernen ständig neue Leute und andere Kulturen und Sprachen kennen und daraus entwickeln sich immer neue Freundschaften. Wir haben eigentlich überall auf der Welt ein Stück Zuhause.

Trotzdem leben sie nach wie vor in Bad Oeynhausen.

Böker: Wenn man so viel unterwegs ist, ist es auch einfach schön, zwischendurch nach Hause zu kommen. Ich wohne hier bei meiner Familie, weil ich so selten zuhause bin, ist das sehr praktisch.

Wenn Sie sich von den vielen Städten, die Sie kennenlernen, eine für einen festen Wohnsitz aussuchen könnten, welche wäre es?

Böker: Das steht zum Glück nicht zur Debatte! Ich wüsste nicht, wie ich mich entscheiden würde, wenn ich müsste. Ich werde verrückt, wenn ich zu lange an einem Ort bin, dann bekomme ich Fernweh. Viele Leute bemitleiden einen, weil man »aus dem Koffer lebt«, aber ich liebe es, immer unterwegs zu sein.

Vor 15.000 Leuten aufgetreten

Gibt es einen Auftritt, der ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Böker: Jeder Auftritt ist anders und jeder ist besonders. Mir gefällt das breite Spektrum. Wir sind in großen Hallen vor 15.000 Leuten aufgetreten. Das Gefühl, das man hat, wenn 15.000 Leute anfangen zu jubeln und zu klatschen, kann man nicht beschreiben. Genauso schön ist es aber beispielsweise bei Dinner-Shows, weil da der Kontakt zum Publikum viel direkter ist. Besonders schön war es natürlich, als ich hier in Bad Oeynhausen im GOP-Kaiserpalais aufgetreten bin, weil ich zuhause wohnen und auch arbeiten konnte.

Was würden Sie machen, wenn Leistungssport keine Option wäre?

Böker: Mir ist bewusst, dass es kein Job für die Ewigkeit ist. Aber ich hoffe, dass es noch einige Jahre so weitergeht. Ich liebe diesen Beruf und kann mir ganz schlecht vorstellen, etwas anderes zu machen. Ich glaube, dass ich der Event-Branche immer treu bleiben werde. Das Nachtleben ist mein Ding, da fühle ich mich wohl.

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