Stadtwerke beziehen ein Jahr nach Ratsbürgerentscheid zu Planungen Stellung
Enthärtung soll bis 2022 in Betrieb sein

Bad Oeynhausen  (WB). Das Ergebnis des ersten Ratsbürgerentscheides in der Geschichte Bad Oeynhausens war eindeutig: 60,3 Prozent der Stimmberechtigten haben sich am 24. September 2017 für die Errichtung einer zentralen Trinkwasserenthärtung ausgesprochen. Zum ersten Jahrestag äußern sich die Stadtwerke zum aktuellen Planungsstand.

Samstag, 22.09.2018, 06:30 Uhr
Um alle Haushalte in Bad Oeynhausen mit weicherem Trinkwasser zu versorgen, sind zwei Enthärtungsanlagen geplant: eine Umkehrosmose in Rehme und eine Schnellenthärtung in Bergkirchen. Bis 2022 sollen die Anlagen fertig sein.  Foto: Andreas Hermsdorf/pixelio.de

»Wir sind derzeit dabei, die Entwurfsplanung für den Bau der Umkehrosmose am Wasserwerk in Rehme zu erstellen. Wir hoffen, dass die Ausschreibung 2019 erfolgen kann«, sagte Markus Schramm, Geschäftsbereichsleiter Wasser, im Gespräch mit dieser Zeitung. Als Basis für die Pläne diene die vor dem Ratsbürgerentscheid erstellte Machbarkeitsstudie. Die darin enthaltenen Erkenntnisse würden derzeit aber noch weiter verfeinert – etwa in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Hamburg-Harburg.

Hochschule berät die Stadtwerke

»Die Hochschule hatte angeboten, uns beim Thema ›Antiscalant‹ zu beraten«, erläuterte Markus Schramm. Dabei handele es sich um einen chemischen Stoff, der bei der Umkehrosmose eingesetzt werde, um ein Zusetzen der Filtermembran zu verhindern, durch die das Trinkwasser zur Enthärtung gepresst werde. Inwieweit es möglich sei, den Einsatz von Antiscalant gegenüber dem ursprünglichen Wert zu reduzieren, sei offen. Schramm: »Die Ergebnisse der Untersuchung sollen Anfang 2019 vorliegen.«

»Bislang konzentrieren sich unsere Betrachtungen nur auf den Standort Rehme «, betonte Stadtwerkevorstand An­dreas Schwarze. Konkretere Überlegungen zur geplanten Schnellenthärtung in Bergkirchen machten derzeit keinen Sinn. Dazu müsse erst klar sein, wie sich der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Am Wiehen positioniere.

» Wenn Löhne und die anderen Verbandskommunen bei der Trinkwasserenthärtung mitmachen, hat das nicht nur Auswirkungen auf die Dimensionierung und die Kosten der benötigten Anlage, sondern auch auf den Standort«, sagte Andreas Schwarze. Dann werde die Trinkwasserenthärtung nicht am Hochbehälter in Bergkirchen, sondern wahrscheinlich an der Wasserentnahmestelle in Rothenuffeln gebaut.

Nächste WBV-Sitzung Anfang Oktober

Wichtige Erkenntnisse verspreche er sich von der nächsten WBV-Sitzung Anfang Oktober. Dann trage ein Geologe zur Qualität des vom WBV Am Wiehen geförderten Wassers vor. Schwarze: »Wenn das Gutachten vorliegt, muss sich anschließend die Politik in den anderen Verbandskommunen positionieren, wie sie zum Thema ›Trinkwasserenthärtung‹ steht.«

Als Ziel für die Inbetriebnahme der zweigeteilten zentralen Trinkwasserenthärtung haben die Stadtwerke das Jahr 2022 im Visier. »Wir wollen nicht unnötig Termindruck aufbauen, da das in Zeiten voller Auftragsbücher nur zu erhöhten Kosten führen würde«, sagte Andreas Schwarze. Derzeit spreche nichts dagegen, den ursprünglich geplanten Kostenrahmen von fünf Millionen Euro einzuhalten. Das sei möglich, da die zunächst nicht eingerechneten Kosten für den Abriss des alten Pumpwerks in Rehme nun wohl doch geringer ausfallen als 500.000 Euro, wie im Frühjahr zunächst vermeldet.

»Der Grund dafür ist, dass wir versuchen werden, das Kellergeschoss des alten Pumpwerks zur Unterbringung eines Speicherbehälters für die neue Trinkwasserenthärtung zu nutzen«, erläuterte Markus Schramm. Als weitere Neuerung sei eine energetische Rückgewinnung vorgesehen.

Energetische Rückgewinnung geplant

»Mit dem bei der Umkehrosmose erzeugten Druck soll ein Wasserrad angetrieben werden. Nach ersten Berechnungen lassen sich damit 65 bis 75 Prozent der eingesetzten Energie auffangen«, sagte der Geschäftsbereichsleiter. Laut Stadtwerkevorstand Andreas Schwarze soll dieser Strom intern für den Prozess der Wasserenthärtung in Rehme genutzt werden.

»Unser Ziel ist es, eine Trinkwasserenthärtung zu bauen, die bei Inbetriebnahme auf dem aktuellen technischen Stand ist«, betonte Andreas Schwarze. Da der Bau einer solchen Anlage etwas nicht Alltägliches sei, müsse jeder Schritt sorgfältig durchdacht werden. Der Stadtwerkevorstand: »Vor diesem Hintergrund sind wir mit dem aktuellen Stand der Planungen sehr zufrieden.«

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