Europaschule Bad Oeynhausen erhält Fördermittel aus »Erasmus+«-Programm Musikprojekt mit spanischen Schülern

Bad Oeynhausen  (WB). Kurz vor den Sommerferien erreichte die Europaschule Bad Oeynhausen eine erfreuliche Nachricht: Ihr Projekt »¡Respect! – Sing and Dance for Tolerance« wird aus dem europäischen Programm »Erasmus+« mit insgesamt 18.000 Euro gefördert. Die Zusammenarbeit mit einer spanischen Schule ist auf zwei Jahre angelegt.

Von Andrea Berning
1988 Kilometer sind es bis Carmona: Schulleiter Dirk Rahlmeyer und Europaschul-Koordinatorin Saskia Hofbauer freuen sich auf das »Erasmus+«-Projekt.
1988 Kilometer sind es bis Carmona: Schulleiter Dirk Rahlmeyer und Europaschul-Koordinatorin Saskia Hofbauer freuen sich auf das »Erasmus+«-Projekt. Foto: Andrea Berning

Viel Arbeit hat Europaschul-Koordinatorin Saskia Hofbauer in die Erarbeitung des Antrags gesteckt. Für sie und Schulleiter Dirk Rahlmeyer war trotzdem nicht klar, ob sie für das auf 42 Seiten dargestellte und ausgearbeitete Projekt Fördergelder erhalten würden.

Bei der Zertifizierung der bisherigen Gesamtschule Nord zur Europaschule im vergangenen Herbst hatte man Rahlmeyer wenig Hoffnung gemacht. Er war bei einem Workshop auf frustrierte Schulleiter aus anderen Landesteilen getroffen, die von einer Ablehnungsquote von bis zu 80 Prozent sprachen.

Um so größer war vergangene Woche die Freude in Bad Oeynhausen und im spanischen Carmona (in der andalusischen Provinz Sevilla), wo die Partnerschule IES Manuel Losada Villasante beheimatet ist. Diese Schule haben auch schon Schüler der Jahrgangsstufe EF (das sind an der Gesamtschule die Elftklässler) kennengelernt, die das Fach Spanisch gewählt haben.

Zusammenarbeit soll intensiviert werden

Der Zuschlag für das »Erasmus+«-Projekt wird die Zusammenarbeit über den Schüleraustausch hinaus aber wesentlich intensivieren. Die Schüler sollen sich nämlich nicht nur näher kennenlernen, sondern gemeinsam an einem Musikprojekt wirken. Im Verlauf von zwei Jahren sollen Lieder, Tänze oder Videoclips entstehen, alles soll dann in einem großen gemeinsamen Konzert münden.

Saskia Hofbauer spricht von insgesamt bis zu 1200 Schülern aus beiden Ländern, die mitwirken könnten: »Und zwar nicht nur die Sprachbegabten, sondern auch die, die auf musikalischem oder künstlerischem Gebiet ihre Stärken haben oder neu entdecken können«, sagt Saskia Hofbauer, die von der Diplom-Pianistin Daniela Geene musikalisch unterstützt wird.

Bei »Erasmus+« geht es darum, den europäischen Gedanken mit Leben zu erfüllen und kulturelle Unterschiede als Bereicherung wahrzunehmen. Das entspreche nicht unbedingt der Alltagserfahrung vieler Bad Oeynhausener Gesamtschüler, von denen manche einen Migrationshintergrund hätten oder deswegen oder aus anderen Gründen teilweise auch Diskriminierung ausgesetzt seien, berichten Dirk Rahlmeyer und Saskia Hofbauer.

Gemeinsame Liedtexte auf Englisch

Gearbeitet wird – zum Beispiel an Liedtexten in der gemeinsamen Sprache Englisch – über das Computerprogramm »eTwinning«, das den direkten Austausch der Schüler ermöglicht. Spanisch lernen die Schüler noch nicht lange genug, als dass sie so ohne weiteres in dieser Sprache Texte verfassen könnten.

Der Kontakt nach Spanien ist übrigens auf Initiative von Schulleiter Dirk Rahlmeyer entstanden. Der reist gern im Urlaub in das Mittelmeerland und hatte Ausschau nach einer passenden Schule gehalten und diese während seiner Ferien kontaktiert. In Carmona, einer Stadt mit langer Geschichte, stieß er gleich auf großes Interesse. Anfang 2017 reiste dann eine Projektgruppe nach Spanien, um die Möglichkeiten des Schüleraustauschs auszuloten. Die Bewerbung für das »Erasmus+«-Programm haben die Spanier mitgetragen, organisiert wird aber von Bad Oeynhausen aus.

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