Erstmals in OWL wird der lärmmindernde Asphalt in Bad Oeynhausen auf großer Fläche verarbeitet »OPA« macht die A30-Trasse leise

Bad Oeynhausen (WB). Die Trasse der A30-Nordumgehung nimmt Gestalt an: Als abschließende Schicht wird derzeit der offenporige Asphalt (»OPA«) im Bereich Bad Oeynhausens aufgetragen. Das Besondere: Erstmals wird der »OPA« auf so großer Fläche in OWL verarbeitet. Auf 130.000 Quadratmetern wird der lärmmindernde Asphalt in den nächsten 14 Tagen verarbeitet.

Von Rajkumar Mukherjee
Über den sogenannten Beschicker (links) und das dazugehörige Förderband gelangt der »OPA« auf einen der beiden Asphalt-Fertiger, der den lärmmindernden Asphalt schließlich auf die Trasse aufbringt. Anschließend rollen Walzen darüber.
Über den sogenannten Beschicker (links) und das dazugehörige Förderband gelangt der »OPA« auf einen der beiden Asphalt-Fertiger, der den lärmmindernden Asphalt schließlich auf die Trasse aufbringt. Anschließend rollen Walzen darüber. Foto: Rajkumar Mukherjee

»Das Ballett der Walzen«, so nennt es Sven Johanning, Sprecher der OWL-Niederlassung des Landesbetriebs Straßen NRW, ist wie berichtet seit Montag auf der A30-Trasse unterwegs. Insgesamt werden zwei Abschnitte von jeweils sechs Kilometern Länge mit dem »OPA« bedeckt.

»Wir sprechen hier von einer Fläche von etwa 130.000 Quadratmetern, die bearbeitet wird«, sagt Sven Johanning. Und auch die weiteren Zahlen beeindrucken: Insgesamt werden 18.000 Tonnen des »OPA« aufgetragen. Dafür werden die Lkw etwa 730 Mal zwischen dem Mischwerk in Stadthagen bis zur A30-Baustelle und zurück pendeln. Die Lkw fassen jeweils etwa 25 Tonnen Ladung. Neben der eigentlichen Trasse mit später jeweils zwei Spuren plus Standstreifen werden auch angegliederte Bereiche wie die Nothaltebuchten asphaltiert.

Auftragnehmerin ist die Matthäi-Gruppe mit Hauptsitz in Verden. Sie hatte, wie mehrfach berichtet, in den vergangenen Wochen auch die Fräsarbeiten zum Abtragen einer mangelhaften Asphaltzwischenschicht übernommen und eine Alternative (»Sami«-Schicht) aufgetragen.

Die Arbeiten zum Verteilen des »OPA« laufen wie in einem aufein­ander abgestimmten Uhrwerk ab: Ein Lkw bringt den Asphalt, auf den ein sogenannter Beschicker wartet. Hier hinein wird der etwa 160 Grad heiße »OPA« gekippt. Der Beschicker verteilt die Ladung dann über Förderbänder auf zwei Asphalt-Fertiger, die versetzt aber parallel zuein­ander fahren und den »OPA« auf etwa 13 Meter Fahrbahnbreite aufbringen. »Der Vorteil ist, dass wir so eine ebene und gleichmäßige Fahrbahnfläche erhalten und keine Mittelnaht entsteht, die später abgedichtet werden müsste«, sagt Sven Johanning. Dabei sorgt auch die GPS-Technik dafür, dass die Fahrzeuge den Abstand zueinander zentimetergenau über Satellit einhalten.

Bis zu sieben Walzen gleichzeitig

Insgesamt wird der Asphalt zügig verteilt. »Die Maschinen schaffen zwei Meter pro Minute«, sagt Norbert Kremser von der Bauüberwachung bei Straßen NRW. Anschließend glätten bis zu sieben schwere Walzen gleichzeitig den aufgetragenen Asphalt.

Das Thema Kontrolle des neu aufgetragenen »OPA« nehme die ausführende Firma Matthäi, die nicht für den Mangel am Zwischenasphalt verantwortlich ist, Ernst. »Der Eigenüberwacher, eine weitere Maschine, kontrolliert, ob beispielsweise der Verdichtungsgrad stimmt«, sagt Norbert Kremser. Wichtiger Anteil und kennzeichnend für den »OPA« ist zudem der Luftanteil. »Im ›OPA‹ sind 22 Volumen-Prozent Luft, was zur Lärmminderung beiträgt«, sagt Sven Johanning. Im Gegenteil zu einem glatten Asphalt werde die Luft unter den Reifen durch die offenporige Fläche gebrochen. Weiterer Vorteil sei, dass das Regenwasser besser durch den Asphalt auf die darunterliegende Schicht dringen könne und von dort in die Kanäle abgeleitet werde.

Ratsentscheidung fiel 2009 für den »OPA«

Der Grund, warum der »OPA« im Bad Oeynhausener A30-Bereich verwendet wird, liegt in einer Ratsentscheidung von 2009, teilt Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich mit. Hintergrund sei die Teilnahme an einer Versuchsstudie des Bundes. Weil die Stadt einen im Jahr 2009 besonders lärmmindernden Asphalt wollte, zahlt sie nun etwa eine Million Euro aus eigenen Mitteln für den »OPA«. Den Rest trägt der Bund.

Sollte diese Asphaltschicht einmal erneuert werden müssen, dann sei Straßen NRW in der Verantwortung, teilt die Stadt hierzu weiter mit. Mit etwa acht bis zehn Jahren Haltbarkeit sei Sven Johanning zufolge derzeit für den »OPA« zu rechnen.

Im A30-Bereich in Löhne werde später im Zuge der Fertigstellung der Autobahn dagegen ein sogenannter Splittmastix-Asphalt (lärmmindernd) verarbeitet. »Dieser ist nur unwesentlich schwächer bei der Lärmminderung, als der ›OPA‹. Insgesamt zeigt das, dass auch beim Asphalt die Entwicklung voranschreitet«, sagt Sven Johanning.

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