Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen ruft Bürger zu sparsamem Umgang auf
Trinkwasser wird wieder knapp

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Die seit zwei Wochen andauernde Warmwetter-Periode in Verbindung mit einem erhöhten Trinkwasserverbrauch treibt den Verantwortlichen des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Am Wiehen Schweißperlen auf die Stirn. Wie im Vorjahr warnen sie davor, dass es insbesondere in Bad Oeynhausen und Löhne zu Trinkwasserengpässen kommen könnte, zumal Meteorologen für die nächsten Tage keine deutliche Wetteränderung erwarten.

Donnerstag, 31.05.2018, 06:30 Uhr
Stefan Wiese (links, technischer Betriebsleiter) und Bernd Poggemöller (Vorsteher des WBV Am Wiehen) zeigen Bauzeichnung und Baugenehmigung für die geplante Druckerhöhungsstation in Hille.

»Diese Situation führte bereits in den vergangenen Tagen mit hochsommerlichen Temperaturen zu Spitzenabgaben in der Größenordnung von 17.000 Kubikmetern am Tag«, sagt Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller in seiner Funktion als Vorsteher des WBV Am Wiehen. Infolge der gestiegenen Verbräuche sei der Trinkwasserpegel im für die Städte Löhne und Bad Oeynhausen zur Verfügung stehenden Hochbehälter in Bergkirchen in der Zeit von Montag bis Mittwoch um 80 Zentimeter auf etwa 3,80 Meter gesunken. Bernd Poggemöller: »Unter normalen Bedingungen sollte ein Stand von knapp unter fünf Metern gehalten werden.« Diese Entwicklung deute auf eine ähnliche Situation wie im Jahr 2017 hin.

Verschiedene Faktoren führen zu Engpässen

In der Grafik ist die Entwicklung der Trinkwasserstände im Hochbehälter Bergkirchen im Sommer 2017 abzulesen. In Rot ist die Tageshöchsttemperatur (linke Skala) eingezeichnet. In Gelb ist der Wasserstand (rechte Skala) abzulesen. Unterhalb der blauen Linie hätte die Anlage abgeschaltet.

In der Grafik ist die Entwicklung der Trinkwasserstände im Hochbehälter Bergkirchen im Sommer 2017 abzulesen. In Rot ist die Tageshöchsttemperatur (linke Skala) eingezeichnet. In Gelb ist der Wasserstand (rechte Skala) abzulesen. Unterhalb der blauen Linie hätte die Anlage abgeschaltet.

Die Erfahrungen des Vorjahres zeigen nach Angaben des Verbandsvorstehers, dass es zu Trinkwasserengpässen komme, wenn verschiedene Faktoren gleichzeitig eintreten: hohe Temperaturen, hohe Verbräuche an Wochentagen außerhalb der Ferien, außergewöhnlich niedrige Grundwasserstände und Grundwasserförderungen in bestimmten Wassergewinnungsgebieten. Um die Situation soweit wie möglich zu entschärfen, rufe er alle Bürger auf, in diesen Tagen möglichst sparsam mit Trinkwasser umzugehen, betonte Bernd Poggemöller.

Seit der angespannten Situation im Sommer 2017 sei der WBV Am Wiehen nicht untätig gewesen, sondern habe neben bereits bestehenden Verbundmaßnahmen mit anderen Wasserversorgern einen neuen Wasserliefervertrag mit dem WBV Wiehengebirge abgeschlossen. Bernd Poggemöller: »Die von dort in absehbarer Zeit zur Verfügung stehende Liefermenge kann zu einer Entlastung beitragen, die gerade in Zeiten auftretender Spitzenverbräuche unbedingt notwendig ist.«

Druckerhöhungsstation wird in Kürze gebaut

Mit dem Bau einer für die Übernahme des Trinkwassers notwendigen Druckerhöhungsstation in Hille wird nach Angaben des Verbandsvorstehers nach nunmehr vorliegenden Genehmigungen der beteiligten Behörden in Kürze begonnen. Schon 2017 sei zudem mit dem WBV Herford-West eine höhere Jahresbezugsmenge vertraglich vereinbart worden. Um die Versorgungssicherheit nachhaltig zu erhöhen, sei darüber hinaus Kontakt mit den Stadtwerken Herford aufgenommen worden, um im Süden des Verbandsgebietes eine zusätzliche Versorgungsmöglichkeit zu erschließen.

»Zur Erhöhung des Speichervolumens in Bergkirchen ist eine Ausweitung des Speichervolumens um 10.000 Kubikmeter durch den Bau eines weiteren Behälters zur Deckung des Tagesspitzenbedarfs in der Planung«, betont Bernd Poggemöller. Ergriffene und weitere Maßnahmen sollten kurz- und mittelfristig Engpässe vermeiden.

Wasserwerk Rehme stellt mehr Wasser bereit

Stadtwerke-Vorstand An­dreas Schwarze mahnt angesichts der sinkenden Reserven ebenfalls zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser. Mit der Situation aus dem Vorjahr seien die aktuellen Messwerte aber zum Glück noch nicht vergleichbar. Der höhere Wasserstand der Weser sorge dafür, dass in diesem Jahr mehr Wasser über das Wasserwerk in Rehme bereit gestellt werden könne. Deshalb sei es derzeit auch noch nicht nötig, das Bewässern öffentlicher Bereiche – etwa des Kurparks – einzustellen.

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