In Bad Oeynhausens Wahrzeichen spielt Sole seit 2000 keine Rolle
Werre-Wasser im Jordansprudel

Bad Oeynhausen  (WB). Wer sich Gedanken darüber macht, wie Bad Oeynhausen künftig mit dem Thema »Sole« umgehen soll, muss auch den Jordansprudel einbeziehen. Bereits seit 2000 wird das Wahrzeichen der Kurstadt mit Werre-Wasser gespeist.

Freitag, 30.03.2018, 06:30 Uhr aktualisiert: 30.03.2018, 08:30 Uhr
Mit Hilfe von zwei Pumpen kann das Werre-Wasser in der Fontäne des Jordansprudels zu den Betriebszeiten auf eine Höhe von 16 bis 18 Metern gedrückt werden. Foto: Peter Hübbe/Archiv

Das Kreislaufsystem, das die heutige Fontäne in der Regel von Ostern bis Oktober mit Werre-Wasser versorgt, wurde anlässlich der Landesgartenschau auf der Aqua Magica installiert. »Damals wurden die unterirdischen Katakomben zu einem Wasserreservoir umfunktioniert. Bis zu 60 Kubikmeter Wasser sind im Umlauf«, erklärt Dirk Henschel. Er ist Leiter des Eigenbetriebes Staatsbad.

Laut Dirk Henschel hat die heutige Fontäne wenig mit dem »eigentlichen« Jordansprudel gemein. Die Grundspringhöhe liege heute bei zehn bis zwölf Metern. Werde eine zweite Pumpe zugeschaltet, seien 16 bis 18 Meter möglich – je nach Windrichtung.

»Mit sieben bis acht Bar ist der Druck des ursprünglichen Jordansprudels relativ groß«, erläutert der Betriebsleiter. Aus der Zeit nach der Erschließung der Thermalsolequelle im Jahr 1926 seien Fontänenhöhen von 40 bis 50 Metern überliefert. Der Druck und damit die Springhöhe seien über eine Düse regelbar gewesen – bis im Jahr 2000 der Umbau begann.

Kreuzstück regelt Versorgung der Bali-Therme mit Sole

»Damals wurde unterhalb der Fontäne ein sogenanntes Kreuzstück eingesetzt«, sagt Dirk Henschel. Dadurch sei es möglich, die Sole etwa direkt in die Becken der benachbarten Bali-Therme abzuleiten. An die Oberfläche dringe heute kein Solewasser mehr.

»Ich habe mir sagen lassen, dass es damals verschiedene Gründe für den Umbau des Jordansprudels gab«, betont der heutige Leiter des Eigenbetriebes Staatsbad. Ein Argument sei gewesen, dass man kein kostbares Solewasser mehr vergeuden wolle.

Auch die negativen Auswirkungen des salzhaltigen Wassers speziell auf den benachbarten Baumbestand hätten eine Rolle gespielt. Wegen des hohen Eisenanteils der Sole habe zudem das Bassin des Jordansprudels recht schmuddelig ausgehen. Durch die Umstellung auf Werre-Wasser sind diese Probleme laut Dirk Henschel verschwunden.

Hohe Kosten sprechen gegen Jordansprudel-Rückbau

 Der während der Diskussion über das neue Tourismuskonzept geäußerten Idee, den Umbau des Jordansprudels rückgängig zu machen und die Fontäne künftig wieder mit Solewasser zu speisen, steht Dirk Henschel zurückhaltend gegenüber. Als ein Hauptargument führt der Betriebsleiter die hohen Kosten an. Dirk Henschel: »Die baulichen Veränderungen können nicht ohne Weiteres beseitigt werden.«

 Für den Betrieb des Solegartens, der laut Tourismuskonzept den Kurpark aufwerten könnte, spielt der Jordansprudel keine Rolle. »Eine Wasserversorgung aus dem Alexander-von-Humboldt-Sprudel wäre einfacher zu bewerkstelligen«, sagt Dirk Henschel.

 Sofern der Solegarten ein kleines Gradierwerk beinhalten sollte, sei aber sowohl das Wasser des Humboldt- als auch des Jordansprudels ungeeignet. Dirk Henschel: »Dann brauchen wir Sole mit einem höheren Salzgehalt.« Diese liefert beispielsweise der Bülowbrunnen.

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