Countdown bis zur Fertigstellung der Nordumgehung A30 – Folge 3 An der Trasse soll es grünen

Bad Oeynhausen (WB). Nicht nur Asphalt und Stahlbeton fließen in den Neubau der Nordumgehung. Insgesamt knapp 120 Hektar Fläche sind als Ausgleich für die Versiegelung vorgesehen. Die Natur soll sich hier entfalten.

Von Rajkumar Mukherjee
Der Bereich, den der Landesbetrieb Straßen NRW an der »Blutwiese« renaturieren lässt, gehört derzeit nicht zur angrenzenden, ausgewiesenen Fläche des Naturschutzgebietes. Für die Koordinierung der ausgeschriebenen Arbeiten sind Claus Rippe (links), technischer Angestellter im Bereich Landschaftsentwicklung, und Projektleiter Sebastian Felgenhauer zuständig.
Der Bereich, den der Landesbetrieb Straßen NRW an der »Blutwiese« renaturieren lässt, gehört derzeit nicht zur angrenzenden, ausgewiesenen Fläche des Naturschutzgebietes. Für die Koordinierung der ausgeschriebenen Arbeiten sind Claus Rippe (links), technischer Angestellter im Bereich Landschaftsentwicklung, und Projektleiter Sebastian Felgenhauer zuständig. Foto: Rajkumar Mukherjee

Zur Ausgleichsfläche gehört beispielsweise der Bereich angrenzend zum Naturschutzgebiet »Blutwiese« zwischen Börstelstraße und Blutwiesenweg. Hier wurden im Auftrag des Landesbetriebs Straßen NRW auf den schmalen Flächen als Einfassung unter anderem Stileichen, Hainbuchen, Schledorn und Spindelsträucher angepflanzt. Innerhalb des Bereichs wurden zudem Blänke, flache und natürliche Wasseransammlungen, angelegt.

»In welcher Art und in welchem Umfang der Kompensationsbedarf umsetzt wird, leitet sich letztlich vom Planfeststellungsverfahren ab«, sagt Claus Rippe, der beim Landesbetrieb Straßen NRW als technischer Angestellter im Bereich Landschaftsentwicklung beschäftigt ist.

Grundsätzlich muss für jeden Eingriff in Natur und Landschaft ein Ausgleich geschaffen werden, so wie für die Nordumgehung. Dazu sind umfangreiche Gestaltungs-, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen vorgesehen. Die Arbeiten werden an Spezialfirmen im Bereich Landschaftsbau, die auch Erfahrungen beim Bewegen von großen Erdmengen haben, ausgeschrieben.

Insgesamt werden für den Bau der Nordumgehung etwa 67 Hektar Fläche benötigt. Davon entfallen knapp fünf Hektar auf bereits vor Baubeginn vorhandene Straßen. Neu versiegelt werden mit der neuen A30-Trasse, der B61 (neu) und sonstigen Wegeanschlüssen etwa 22 Hektar. Für Böschungen und Nebenanlagen sind knapp 45 Hektar vorgesehen. Weitere 33 Hektar betreffen Flächen, die entlang der Trasse beeinträchtigt werden.

Bauschutt verzögert Gestaltung an der »Blutwiese«

Nicht alle Teile der Ausgleichsfläche befinden sich in direkter Nähe zur Trasse. Das betrifft beispielsweise den Bereich des früheren Truppenübungsplatzes Bischofshagen oder eine große zusammenhängende Fläche in Wulferdingsen. Am Bischofshagen sind die gestalterischen Maßnahmen noch nicht abgeschlossen. »Es erfolgt noch die Aussaat, die Grünsaat und eine Aufforstung«, sagt Claus Rippe.

Eine Verzögerung gibt es auch in einem Bereich an der »Blutwiese«. Hier wurde Bauschutt, der vermutlich vor Jahrzehnten angehäuft worden war, gefunden. »Darunter sind auch belastete Anteile wie Teer, der entsorgt werden muss. Deshalb verzögern sich die Arbeiten. Wegen der Schonfrist kann der Bauschutt erst im Spätsommer abgefahren werden. Dann kommt auch ein neuer Oberboden darauf, der zum übrigen Bodenniveau abschließt«, sagt Sebastian Felgenhauer, Projektleiter für die Nordumgehung.

Gespräche mit Eigentümern für weitere Flächen

Wann die offizielle Freigabe der Nordumgehung sein wird, steht weiter nicht fest. Abschließende Arbeiten für die Ausgleichsmaßen werden vermutlich auch danach durchgeführt. Denn noch sind beispielsweise nicht alle benötigten Flächen verfügbar. »Hierbei sind wir etwa noch in Gesprächen mit den Eigentümern«, sagt Sebastian Felgenhauer.

Countdown zur Freigabe

In einer Serie begleitet das WESTFALEN-BLATT die noch anstehenden Bauarbeiten bis zur offiziellen Freigabe, die nach Informationen dieser Zeitung Ende dieses Jahres erfolgen könnte. Bisher erschienen:

Folge 1 »Welche Arbeiten müssen bis zur Freigabe umgesetzt werden?« 

Folge 2 »Sicherheit im Hahnenkamptunnel«

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