Professor Thomas Schmidt referiert in der Druckerei Bad Oeynhausen In Zukunft nur noch »Grünes Gas«?

Bad Oeynhausen (WB). Wie sieht die Gasversorgung im Jahr 2050 aus? Thomas Schmidt, Professor an der Fachhochschule Münster, hat bei einem Vortrag in der Druckerei einen Ausblick gewagt.

Von Lukas Brekenkamp
Grünen-Fraktionsvorsitzender Volker Brand (links) hat Professor Thomas Schmidt in die Druckerei geladen.
Grünen-Fraktionsvorsitzender Volker Brand (links) hat Professor Thomas Schmidt in die Druckerei geladen. Foto: Lukas Brekenkamp

Auf Einladung des Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen sprach Thomas Schmidt vor etwa 25 interessierten Zuhörern. 21 Jahre war er in der Gaswirtschaft tätig und unterrichtet mittlerweile im Fachbereich Energie, Gebäude, Umwelt der Fachhochschule Münster.

»Erdgas spielt für die Wärmeversorgung von Häusern eine immense Rolle«, erklärte Thomas Schmidt, der aus Bad Oeynhausen kommt. Während seines Vortrags gab er Einblicke in den aktuellen Energieverbrauch in Deutschland – und erklärte den Status Quo. So habe der Energieverbrauch im Jahr 2016 bei 3700 Terawattstunde gelegen. Erdgas mache dabei einen Anteil von etwa 22 Prozent aus. »Gasversorgung gibt es in Deutschland schon ewig lang – seit etwa 160 Jahren«, erläuterte Thomas Schmidt. 500.000 Kilometer messe das Gasnetz in Deutschland. 300 Kilometer seien alleine in Bad Oeynhausen verlegt worden. In Deutschland seien aktuell etwa 20 Millionen Haushalte an das Gasnetz angeschlossen.

Aus Kohlenstoffdioxid synthetisches Gas herstellen

Auch der Klimawandel spielte in Thomas Schmidts Vortrag eine große Rolle. »Die Temperaturen steigen. Das ist eine Beobachtung, die wir weltweit machen«, sagte er. Ziele, die sich Länder bei Klimaabkommen wie etwa 2015 in Paris, gesetzt haben, seien seiner Ansicht nach in Gefahr. So eben auch das Ziel, den Temperaturanstieg auf der Welt möglichst gering zu halten. »Auch ein Temperaturanstieg von zwei Grad hätte gravierende Auswirkungen. Über die entstehenden Konsequenzen kann man sich streiten – aber es gibt Konsequenzen«, prognostizierte Thomas Schmidt.

Für die Gasversorgung in Deutschland sagte Thomas Schmidt einen weiteren Wandel voraus: Er gehe davon aus, dass durch die Gasnetze in Zukunft ein etwas anderes Gas strömen wird. »Grünes Gas« nennt er diese Form. Dabei handele es sich um synthetisches Gas. Dieses setze sich aus Kohlenstoffdioxid, welches auch aus der Atmosphäre geholt werden könne, und Wasserstoff sowie Biogas zusammen. Um die Temperaturerhöhung in Zukunft niedrig zu halten, sei es laut Thomas Schmidt von Nöten, CO 2 aus der Atmosphäre zu holen. »Das ist aber mit einem enormen Aufwand verbunden«, erklärte er.

»Wenn wir ›Grünes Gas‹ einsetzen, werden wir die Heizgeräte dementsprechend anpassen müssen«, sagte Thomas Schmidt. Technisch halte er eine solche Umstellung für realisierbar. »Ich bin mir sicher, dass wir diesen Wechsel schaffen.«

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»Wenn wir ›Grünes Gas‹ einsetzen, werden wir die Heizgeräte dementsprechend anpassen müssen«, sagte Thomas Schmidt. Technisch halte er eine solche Umstellung für realisierbar. »Ich bin mir sicher, dass wir diesen Wechsel schaffen.«

Genau das ist nicht der Fall.
Bei diesem "grünen Gas", also EE-Gas, Power to Gas oder wie immer man es nennen möchte, handelt es sich um Methan oder eine methanreiche Zusammensetzung, welche der des Erdgasnetztes angepasst ist.
Eine Umstellung von Heizgeräten ist also nicht notwendig.

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