Herz- und Diabeteszentrum schafft den neuen Bereich Rhythmologie HDZ teilt die Kardiologie auf

Bad Oeynhausen (WB). Starke Mediziner-Persönlichkeiten, mit großem Fachwissen und viel Empathie, sucht das Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) NRW noch für drei Chefarztstellen. Erstmals soll es dabei einen eigenen Chef für den Fachbereich Rhythmologie geben.

Von Rajkumar Mukherjee
Den Baufortschritt auf der chirurgischen Station C2 schauen sich Dr. Karin Overlack, Geschäftsführerin des Herz- und Diabeteszentrums, sowie der technische Leiter Marc Lohmeier an. Im März soll die Station mit 40 Betten wiedereröffnet werden.
Den Baufortschritt auf der chirurgischen Station C2 schauen sich Dr. Karin Overlack, Geschäftsführerin des Herz- und Diabeteszentrums, sowie der technische Leiter Marc Lohmeier an. Im März soll die Station mit 40 Betten wiedereröffnet werden.

Über die Neubesetzung der Chefarztstellen hat HDZ-Geschäftsführerin Dr. Karin Overlack genaue Vorstellungen: »Wir suchen Top-Mediziner für die Praxis wie für die wissenschaftliche Tätigkeit, die Teamwork groß schreiben und sich keineswegs als Einzelkämpfer verstehen. Das fachliche Wissen ist einerseits die Eingangsvoraussetzung. Was wir uns darüber hinaus wünschen, sind Mediziner mit viel Empathie, die leuchten und dies auf Patienten und Mitarbeiter übertragen.«

Gemeinsam mit weiteren Entscheidungsträgern des HDZ arbeitet Karin Overlack damit weiter am »Umbau« im Klinikum. In diesem Zuge fiel auch die Entscheidung, den großen Fachbereich der Kardiologie aufzuteilen: in die allgemeine und interventionelle Kardiologie/Angiologie einerseits sowie Rhythmologie andererseits.

Für beide Ausschreibungen habe es zahlreiche Bewerber gegeben, sagt Karin Overlack. Auch aus dem Ausland seien Bewerbungen eingegangen. »Professor Dieter Horstkotte ist eine anerkannte Kapazität auf seinem Gebiet. Jetzt suchen wir aber gleich zwei Experten«, sagt Karin Overlack.

Noch engere Zusammenarbeit zwischen Herzchirurgie und der Kardiologie

Wie berichtet, wird zudem auch Prof. Dr. Deniz Kececioglu, bislang Direktor der Kinderkardiologie, im Laufe dieses Jahres emeritiert. Die vakante Leitungsposition in der Anästhesiologie ist unterdessen bereits an Privatdozentin Dr. Vera von Dossow vergeben. Zum 1. März wird sie ihre Arbeit am HDZ als Chefärztin aufnehmen und nach der Emeritierung von Prof. Dr. Uwe Schirmer dessen Nachfolge in Wissenschaft und Lehre antreten. Und auch ein Pflegedirektor wird noch gesucht.

Zum »Umbau« im HDZ gehört es auch, die medizinischen Fachbereiche der Herzchirurgie und der Kardiologie weiter enger zu verzahnen und interdisziplinär auszubauen, wie es bereits im »Hybrid-OP« tägliche Praxis ist. Kardiologen und Chirurgen solle die patientenorientierte Diagnose und Therapie zukünftig weiter erleichtert werden. »Hierbei möchten wir weg vom Gedanken der Fachbereiche als Säulen und hin zur Behandlung entlang der Patientengeschichte«, sagt Karin Overlack. Diese Verzahnung soll noch in diesem Jahr nach Eröffnung der neuen Aufnahme im Zentrum des HDZ zu spüren sein. Im neuen Management werden die Patienten frühzeitig bei der Aufnahme, bevor sie auf ihre Station gehen, nach kardiologischen und chirurgischen Gesichtspunkten untersucht – ohne dass größere Wartezeiten entstehen.

Das »optimale Nutzen von Ressourcen« soll zudem im »neuen Denken« der Patientenversorgung umgesetzt werden. Hierbei spiele die Digitalisierung weiter eine große Rolle, sagt Karin Overlack. »Damit können wir am HDZ sicher eine Vorreiter-Rolle einnehmen, gerade weil solch ein Vorhaben an einem nur auf Herz- und Diabetesbehandlung fokussierten Zen­rum wie dem HDZ leichter umzusetzen ist.«

IT soll Prozesse im HDZ schneller machen

Dazu gehört nicht allein, dass die Patienten von einer digitalen Akte begleitet werden. »IT-Prozesse können helfen, dass Termine im Katheter-Labor einfacher und im Einzelfall schneller organisiert werden oder Laborwerte schneller abrufbar sind«, sagt Karin Overlack. Erklärtes Ziel sei auch, Mediziner und Pflegekräfte auf Dauer von Verwaltungstätigkeiten zu entlasten. »Das ist natürlich ein langer Prozess. Substanzielle Schritte sollen aber schon 2018 erkennbar sein«, sagt Karin Overlack.

Bei der Behandlung von Patienten weist sie auf die gute Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus in direkter Nachbarschaft hin, etwa bei der Entbindung herzkranker Kinder oder der Geburt von Kindern herzkranker Mütter. »Hier gibt es wichtige Schnittstellen. Von daher würden wir uns sehr wünschen, wenn das Krankenhaus an diesem Standort bleiben würde«, sagt Karin Overlack.

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