Digitalisierung und Menschlichkeit: HDZ-Geschäftsführerin stellt bei Neujahrsempfang Ansatz vor »Neue Ära der Patientenversorgung«

Bad Oeynhausen (WB). Einen eindringlichen Appell hat Geschäftsführerin Dr. Karin Overlack während des Neujahresempfangs des Herz- und Diabeteszentrums (HDZ) NRW formuliert. »Moderne Hochleistungsmedizin« stelle »im Einklang mit menschlicher Nähe für Patienten die bestmögliche Behandlung sicher.«

Von Rajkumar Mukherjee
Er hat Freude am Gastspiel mit seiner Band beim Neujahrsempfang des Herz- und Diabeteszentrums. Mit heiteren aber auch nachdenklich stimmenden Texten unterhält Reinhold Beckmann das Publikum sowohl pointiert aber auch auf einfühlsame Weise.
Er hat Freude am Gastspiel mit seiner Band beim Neujahrsempfang des Herz- und Diabeteszentrums. Mit heiteren aber auch nachdenklich stimmenden Texten unterhält Reinhold Beckmann das Publikum sowohl pointiert aber auch auf einfühlsame Weise. Foto: Claus Brand

Und das mit dem »geringsten Risiko«, sagte Karin Overlack vor 500 Gästen – darunter Dr. Theodor Windhorst, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, Unternehmer Paul Gauselmann aus Espelkamp sowie Ralf Niermann, Landrat im Mühlenkreis.

Ihre Begrüßungsrede begann Karin Overlack im Gedenken an die am 18. November 2017 getötete HDZ-Mitarbeiterin. Spürbar war die Stille im Saal, als Karin Overlack an die Krankenschwester der Intensivstation erinnerte: »Unsere Kollegin war gerade in Elternzeit, nach der Geburt ihres dritten Kindes.« Der unbeschreibliche Vorfall sei ein Beispiel dafür, wie »dicht Freund und Leid beieinander liegen«, erkennbar auch in »vielen Einzelschicksalen von Patienten«.

Mit Blick auf die Medizin hob Karin Overlack hervor, dass diese in den vergangenen Jahrzehnten »Quantensprünge vorangekommen« sei. Seit der ersten Herztransplantation vor 50 Jahren hätten sich Methoden zur Behandlung von Herzerkrankungen enorm weiter entwickelt. Und habe man vor zehn Jahren zunächst nur Herzkranzgefäße kathetergestützt behandelt, seien es mittlerweile auch Herzklappen.

Das Bewusstsein über diese Entwicklung werde aber eingetrübt, etwa aufgrund eines »Pessimismus«, der zwar die medizinische Grundversorgung als gut erachte, aber bemängelt, es gehe nur »ums Geldverdienen«. Diese »Grundstimmung im System Medizin« sei eine andere, »als noch vor 15 Jahren«. Insofern sei es richtig, dass »Qualität das höchste Gut« sei – auch in Hinsicht auf technische Fortentwicklung. Dennoch gab Karin Overlack zu Bedenken: »Digitalisierung ist eine Chance für die Medizin, aber Menschlichkeit ist ihr bester Freund.«

Ein Umdenken forderte sie zudem ein: »2018 soll eine neue Ära der Patientenversorgung einläuten, in der wir viel mehr entlang von Krankheitsbildern, als entlang von starren Kliniksäulen denken möchten.« Das »neue Denken« soll auch ein Pflegedirektor, der noch gesucht wird, unterstützen.

Als humorvoller und einfühlsamer Erzähler und Sänger stellte sich der als Sport- und Talkshowmoderator bekannte Reinhold Beckmann mit seiner Band vor. Und stellte zur Erheiterung der Gäste fest, dass »Ärzte nicht so asketisch sind, wie man sagt«. Mit dem vor fünf Jahren geschrieben Song »Gang­ster« bewies er Weitsicht. »Aber, auch wenn es sich so anhört, der Song hat nichts mit Trump zu tun«, sagte Beckmann und sang Zeilen wie: »Nichts ist mehr so, wie es niemals war.«

Eine Anekdote zu Trump erzählte er dennoch: Das neue Enthüllungsbuch über Machenschaften im Weißen Haus habe offenbart, dass Trump sich regelmäßig um 18.30 Uhr mit Cheeseburgern ins Bett lege – und fernsehe. »Und jetzt frage ich die Diabetologen im Saal: Was glauben Sie, welche Folgen so was haben kann?«, rief Beckmann mit Augenzwinken.

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