Bad Oeynhausener (55) erhält neun Monate Strafe auf Bewährung Haft wegen Kinderpornografie

Bad Oeynhausen (WB/wa). Neun Monate Haft auf Bewährung lautet das Urteil für einen 55-Jährigen Mann aus Bad Oeynhausen. Weil er kinderpornografisches Material besessen und über das Internet verbreitet hatte, musste er sich nun vor der Kammer verantworten.

Das Amtsgericht Bad Oeynhausen hat am Donnerstag einen Bad Oeynhausener (55) wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material verurteilt.
Das Amtsgericht Bad Oeynhausen hat am Donnerstag einen Bad Oeynhausener (55) wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material verurteilt. Foto: Claus Brand/Archiv

»Ich bereue es, ich hätte das nie tun dürfen. Wenn ich könnte, würde ich es rückgängig machen«, sagte er. Bis 2015 hatte er über einen Internet-Chat Bildmaterial mit Netzpartnern getauscht. Vor fünf Jahren habe alles über Skype angefangen.

Zuerst seien ihm pornografische Fotos geschickt worden, auf denen Erwachsene abgebildet gewesen seien. Erst später seien Aufnahmen mit Kindern dazugekommen. Im Netz seien keine Verabredungen getroffen worden, erklärte der Angeklagte, der später auch im sogenannten Darknet entsprechende Foren besucht hatte.

Laut Erhebung der Kammer hatte die Polizei während einer Wohnungsdurchsuchung bei dem Mann mehrere Festplatten mit etwa 830 Fotos beschlagnahmt. Überwiegend seien darauf Einzeldarstellungen von Kindern zu sehen, sagte der vorsitzende Richter Dr. David Cornelius. Er wertete die Darstellungen und den Fall als »gravierend«.

Auf den Fotos sind junge Mädchen zu erkennen

Neben jungen Mädchen im Alter zwischen zehn und 16 Jahren seien auch vier bis fünfjährige Kinder auf den Aufnahmen zu erkennen. Die Frage der Staatsanwältin, ob er jemals professionelle Hilfe angenommen hätte, verneinte der Mann. Er habe im November 2015 für sich »definitiv einen Schlussstrich gezogen. Ich habe Menschen in meinem Umfeld in ihrem Vertrauen tief verletzt. Ich kann nur bitten, dass es hier milde ausgeht«, sagte er. »Das war eine Riesensauerei. Weil es Leute wie Sie gibt, die diese Bilder anschauen, gibt es eine Nachfrage«, betonte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. »Und es gibt Opfer. Dafür sind Sie mitverantwortlich.«

Der Mann war zuvor nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten, stellte der Richter fest. Zudem sei die Reue des Beschuldigten absolut glaubwürdig. Eine neunmonatigen Gefängnisstrafe auf Bewährung sei für die Tat angemessen. Zudem wurde dem Mann auferlegt, 6000 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zu zahlen.

Cornelius berücksichtigte bei dem Strafmaß auch ein bevorstehendes Disziplinarverfahren für den Beschuldigten vor dessen Arbeitgeber. Der Ausgang sei aber nicht allein von der verhängten Strafe abhängig. Zugleich würde der Arbeitgeber im Disziplinarverfahren »auch Ihre bisherige Arbeitszeit bewerten«, fügte Cornelius hinzu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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