Bauleiter skizziert Ablauf des Abrisses der Bahnbrücke in Bad Oeynhausen »Verzögerungen darf es nicht geben«

Bad Oeynhausen  (WB). Die ersten Einzelteile des Terex CC 3800 sind bereits an Ort und Stelle. Bis Mittwoch, 27. Dezember, muss der Raupenkran montiert sein. Dann soll der Gigant ein 18 Meter langes, 320 Tonnen schweres Fahrbahnstück der Oberbecksener Straße zur Seite hieven. Derzeit bildet es noch eine Brücke über die Nordbahnstrecke.

Von Malte Samtenschnieder
Für Bauleiter Helmut Hübner und seine Kollegen laufen die Vorbereitungen für den Abriss der Brücke über die Nordbahn auf Hochtouren. Die Fahrbahn der Oberbecksener Straße wurde am nördlichen Widerlager bereits komplett durchtrennt.
Für Bauleiter Helmut Hübner und seine Kollegen laufen die Vorbereitungen für den Abriss der Brücke über die Nordbahn auf Hochtouren. Die Fahrbahn der Oberbecksener Straße wurde am nördlichen Widerlager bereits komplett durchtrennt. Foto: Malte Samtenschnieder

»Zeitliche Verzögerungen darf es nicht geben«, betonte Bauleiter Helmut Hübner am Mittwoch bei einem Ortstermin. Innerhalb von 53 Stunden müssten alle Abrissarbeiten erledigt werden, die bei laufendem Bahnbetrieb nicht möglich seien. Denn nur so lange ist die viergleisige Hauptverkehrsader zwischen Bielefeld und Hannover für den Personen- und Güterverkehr komplett gesperrt.

Auch vor Beginn der Vollsperrung am Mittwoch, 27. Dezember, um 12.30 Uhr haben Bauleiter Helmut Hübner und seine Kollegen alle Hände voll zu tun. Nicht nur hinderliche Bäume, Sträucher oder auch Leitplanken wurden schon entfernt. Die Anbindung des nördlichen Widerlagers an die Oberbecksener Straße wurde ebenfalls bereits gekappt.

Hauptaugenmerk liegt auf Kranaufbau

In den nächsten Tagen und Stunden liegt nun das Hauptaugenmerk auf dem Aufbau des Terex CC 3800, der das über die Bahngleise führende Fahrbahnelement als Ganzes anheben und in der Straße Krachts Kamp wieder ablegen soll. Der 600-Tonnen-Raupenkran mit einer Masthöhe von 54 Metern wird mit 40 Lkw angeliefert.

Bereits fünfeinhalb Stunden vor der Vollsperrung wird es ernst. Dann sollen mehrere Stahltraversen an der ausgedienten Brücke montiert werden, mit deren Hilfe der Raupenkran die Last anheben kann. »Mittags werden wir dann Teile der Oberleitung zurückbauen«, sagte Helmut Hübner. Mit dem Zersägen der Fahrbahn solle am Donnerstag um Mitternacht begonnen werden. Es sei wichtig, dass der Kran die Brücke zu dieser Zeit komplett am Haken habe.

»Das Zerteilen der Fahrbahn mit einer diamantbesetzten Seilsäge kann bis zu acht Stunden dauern«, sagte Helmut Hübner. Er rechne damit, dass das 18 Meter lange Mittelelement der Brücke am frühen Donnerstagmorgen zur Seite bugsiert werden könne. Für eine 90-Grad-Drehung des Raupenkranes in Verbindung mit dem Zurücklegen einer Wegstrecke von etwa 20 Metern veranschlage er eine Dauer von etwa einer Stunde.

Absperrungen müssen eingehalten werden

»Den Rest des Tages werden wir dazu nutzen, das nördliche Widerlager sowie den Mittelpfeiler und den Brückenabschnitt im Bereich Königstraße auf konventionelle Weise abzureißen«, sagte Helmut Hübner. Dafür ständen insgesamt sechs Bagger bereit. Am dritten Tag müssten die Gleise von allen Trümmern geräumt und die Oberleitungen in Stand gesetzt werden. »Am Freitag, 29. Dezember, 17 Uhr, müssen wir die beiden Personengleise freigeben«, betonte der Bauleiter. Die beiden Gütergleise im Nordbereich seien zwölf Stunden länger gesperrt.

Für den Abbau des Raupenkrans veranschlagte Helmut Hübner – wie für den Aufbau – etwa zweieinhalb Tage. Das 320 Tonnen schwere Brückenelement soll in der zweiten Januarwoche zerkleinert und dann abtransportiert werden. An Schaulustige, die den Abriss verfolgen möchten, richtet der Bauleiter den Appell, sich an Absperrungen zu halten. Helmut Hübner: »Wer dagegen verstößt, der begibt sich in Lebensgefahr.«

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