Realschüler recherchieren für Stolpersteine Über das Leben der Juden geforscht

Bad Oeynhausen (WB/AZ). Für fünf verstorbene jüdische Bürger Bad Oeynhausens werden am Donnerstag, 21. Dezember, ab 13.30 Uhr Stolpersteine an der Herforder Straße verlegt. Eine Arbeitsgruppe der Realschule Nord hat dazu die Biografien der Betroffenen im Stadtarchiv recherchiert und stellt ihre Ergebnisse anschließend vor.

Haben sich für die Stolpersteine mit den Biografien der Bad Oeynhausener Juden beschäftigt: Levin Gültekin, Antonia Rolfsmeier, Mika René Traeder und Lukas Schmidt.
Haben sich für die Stolpersteine mit den Biografien der Bad Oeynhausener Juden beschäftigt: Levin Gültekin, Antonia Rolfsmeier, Mika René Traeder und Lukas Schmidt. Foto: Angelina Zander

Antonia (14), Lukas (14), Levin (14) und Mika René (16) grübeln über die Anordnung ihrer Informationen, die sie über die jüdischen Familien Meyer und Frank gesammelt und auf dem Tisch im Stadtarchiv ausgebreitet haben. Zwei große Karten, die Bad Oeynhausen zeigen, dienen als Orientierung. Dort sollen später Bindfäden die Informationen mit den passenden Orten auf den Karten verbinden. Auf Stellwänden wollen die Schüler das Leben der Juden anschaulich darstellen. Am 21. Dezember präsentieren sie ihre Ergebnisse ab etwa 14 Uhr bei einer Gedenkveranstaltung im katholischen Pfarrheim, Westkorso 11.

Recherche im Stadtarchiv

»Wir haben eine Mappe der Familie Frank gefunden, in der viele Anträge auf Wiedergutmachungen zu finden sind«, erklärt Antonia Rolfsmeier. »Unser Ziel war es, den roten Faden des Lebens der Familienmitglieder aufzuzeigen«, fährt die Realschülerin fort. Gestern hat sie sich mit drei weiteren Mitschülern der Arbeitsgruppe zu einer letzten Recherche im Stadtarchiv getroffen. Insgesamt seien zwölf Schüler der neunten Klasse an dem Projekt beteiligt.

Edith Ruth Frank führte ein Lebensmittelgeschäft

Interessant habe Antonia Rolfsmeier vor allem die Tatsache gefunden, dass ein jüdischer Anwalt sich erheblich stärker für die Belange der jüdischen Familien eingesetzt habe, als ein nicht-jüdischer Anwalt. Des Weiteren habe ihre Recherche ergeben, dass Edith Ruth Frank ein Lebensmittelgeschäft führte, ihre Mutter Johanna war Inhaberin einer Pension. »Beide haben ihre Geschäfte verloren, während um sie herum die gleichen Geschäfte weiterliefen«, erklärte Politiklehrer Andreas Wiendieck-Ernst. Diesen Sachverhalt wollten die Schüler bei ihren Recherchen untersuchen und bei ihrer Präsentation erläutern.

Verlegung am letzten bekannten Wohnort

Von 13.30 Uhr an werden am 21. Dezember die fünf Stolpersteine durch den gleichnamigen Verein am jeweils letzten bekannten Wohnort der beiden Familien verlegt. Der Künstler Gunter Demnig wird persönlich zur Verlegung vor Ort sein. Für folgende Personen werden Stolpersteine verlegt: Johanna Frank, Edith Ruth Frank, Paula Gans (alle Herforder Straße 44), Bertha Meyer und Adolf Meyer (Herforder Straße 68).

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