Klaus-Peter Herm (69) hält seit 30 Jahren Vorträge zu seinem Fachgebiet Als Sportexperte in Indien

Bad Oeynhausen-Wöhren  (WB). Mit der Betreuung einer Doktorarbeit hat für Klaus-Peter Herm (69) alles angefangen. Nun fährt er seit 30 Jahren als Experte zu sportwissenschaftlichen Fragen nach Indien. Auch im Oktober dieses Jahres war er wieder vor Ort, um Vorlesungen zu halten und Kontakte zu pflegen.

Von Angelina Zander
In zahlreichen Schränken seines Hauses verstecken sie sich: die Dankesgeschenke, die Klaus-Peter Herm für Besuche und Reden in Indien in den vergangenen 30 Jahren erhalten hat. Auch im Oktober dieses Jahres war er als Sportexperte dort.
In zahlreichen Schränken seines Hauses verstecken sie sich: die Dankesgeschenke, die Klaus-Peter Herm für Besuche und Reden in Indien in den vergangenen 30 Jahren erhalten hat. Auch im Oktober dieses Jahres war er als Sportexperte dort. Foto: Angelina Zander

Die Begeisterung für den Sport hat Klaus-Peter Herm schon lange. »Ich war früher ein Allround-Sportler. Ich habe geturnt, bin geschwommen und war erfolgreich im Weitsprung«, sagt er. Auf der Ebene des Leistungssports sei er aber nie unterwegs gewesen. An sein Hobby knüpft er seine berufliche Laufbahn an: Er studiert Sportwissenschaften und erhält im Jahr 1975 seinen Doktortitel. Für ihn das Eintrittstor in eine neue Welt, wie sich noch im gleichen Jahr herausstellt.

Denn ebenfalls im Jahr 1975 tritt an der Universität Leipzig, an der Herm arbeitete, Cima Muthia aus Indien an ihn heran, der heute 83 Jahre alt ist. »Er hatte die Aufgabe, eine Doktorarbeit in Deutsch zu verfassen.« Auch, wenn Herm die Doktorarbeit des Inders nicht persönlich betreut habe, sei er ihm doch eine große Hilfe bei der deutschen Übersetzung gewesen.

»Er war Leiter eines Sportinstituts in Patiala. Er wollte unbedingt, dass ich nach Indien komme.« Doch der 69-Jährige wohnt in der DDR und hat keine Möglichkeit, nach Indien zu reisen. Erst mehr als zehn Jahre später, 1987, reist er als Experte für Sportwissenschaften nach Indien. In seiner Habilitation behandelt er das biologische Alter und die Wachstumsdynamik in Verbindung mit dem sportlichen Training.

Vorträge über falsches Training und falsche Ernährung

Heute konzentriert er sich bei seinen Vorträgen und Lehrgängen noch immer darauf: »Mein Ziel ist es, die natürliche biologische Reserve der Kinder und Jugendlichen in die richtigen Bahnen zu lenken.« Über Überforderung, falsches Training sowie falsche Ernährung kläre er die Inder bei seinen Besuchen auf.

Mittlerweile wird er zu internationalen Veranstaltungen in Indien eingeladen, die zum Teil für ihn organisiert werden. »Im nächsten Oktober gibt es einen Kongress, zu dem ich eingeladen bin. Aber ich bin mir noch nicht sicher, ob ich hinfahren werde.« Denn die Fahrten nach Indien seien anstrengend.

Im Oktober wieder in Indien

Drei Wochen war er im Oktober dieses Jahres mit seinem Sohn vor Ort, besuchte Mumbai, Goa, Neu Delhi, Amritsar, Patiala und Kolkata. In Mumbai plante er mit einem dortigen Kollegen die weitere Zusammenarbeit. Über die Probleme der Trainingsgestaltung im Zusammenhang mit der richtigen Ernährung im Nachwuchssport referierte er bei seinem Besuch in Goa am Don Bosco College.

Auch in den anderen Städten sprach der Experte an Lehreinrichtungen über sein Fachgebiet und verschaffte sich einen Eindruck von den Veränderungen, die seit seines vergangenen Besuches vorgenommen wurden.

Seine letzte Station war Kolkata. Dort besuchte er seinen ehemaligen Aspiranten Kuntal Roy. Der Leichtathletik-Trainer schrieb 1993 seine Doktorarbeit bei dem Bad Oeynhausener und pflegt bis heute einen guten Kontakt zu ihm. An dem von ihm geleiteten Athletic Coaching Camp trainieren fast 300 Leichtathleten.

Spenden des Heimatvereins Wöhren gehen nach Kolkata

Zu einem gemeinsamen Leichtathletik-Meeting und Abendsportfest überbrachte Klaus-Peter Herm einen schriftlichen Gruß des Heimatvereins Wöhren, dem er angehört. Im Rahmen eines Festes bei Familie Herm hatte der Verein zum Dank Geld gesammelt, das der 69-jährige, statt es selbst zu behalten, lieber an seine Freunde aus Kolkata spendete. Davon sollen die Gebäude des Sportklubs weiter ausgebaut werden.

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