Nach Tötungsdelikt in Bad Oeynhausen: Staatsanwältin will Anklage erheben - mit Video Mutmaßlicher Täter legt Geständnis ab

Bad Oeynhausen (WB). Nach der Tötung einer dreifachen Mutter (35) am Samstag in einem Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße äußerte sich Staatsanwältin Stefanie Lange am Mittwoch zum Stand der Ermittlungen.

Von Malte Samtenschnieder
In diesem Wohnhaus an der Bahnhofstraße ist am Samstag eine 35-Jährige ihren tödlichen Verletzungen erlegen. Der mutmaßliche Täter hat ein Geständnis abgelegt.
In diesem Wohnhaus an der Bahnhofstraße ist am Samstag eine 35-Jährige ihren tödlichen Verletzungen erlegen. Der mutmaßliche Täter hat ein Geständnis abgelegt. Foto: Malte Samtenschnieder

Dass gegen den 36-jährigen Lebensgefährten des Opfers Anklage erhoben werde, stehe für sie fest. »Derzeit ist aber noch offen, wann und weshalb«, betonte Stefanie Lange im Gespräch mit dieser Zeitung.

Bereits seit Sonntag sitzt der Tatverdächtige in der Justizvollzugsanstalt Brackwede in Untersuchungshaft. »Während der Vernehmungen hat er die Tat gestanden«, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Bielefeld, die zugleich selbst in dem Fall ermittelt.

Streit um Umgang mit gemeinsamem Kind ist eskaliert

Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Streit um den Umgang mit dem gemeinsamem Kind, einem sechs Monate alten Mädchen, eskaliert und habe dazu geführt, dass der 36-Jährige seine Partnerin mit einem Messer angriff.  Die Obduktion hatte ergeben, dass der Täter 17 Mal zugestochen hatte. Zwei der Stiche waren tödlich.

Die anderen beiden Kinder der dreifachen Mutter – ein zehnjähriger Junge und ein vierjähriges Mädchen – stammen nicht aus der Beziehung mit dem Tatverdächtigen.  Alle drei Kinder sind derzeit in Familien der Bereitschaftspflege des Jugendamtes der Stadt Bad Oeynhausen untergebracht.

Psychiatrischer Sachverständiger könnte eingeschaltet werden

»Die weitere Ermittlungsarbeit besteht nun darin, verschiedene Zeugen zu vernehmen«, erläuterte Stefanie Lange. Auch müsse der Obduktionsbericht ausgewertet werden. Dieser liege aber noch nicht in schriftlicher Form vor.

»Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird zudem ein psychiatrischer Sachverständiger hinzugezogen werden, um den Tatverdächtigen eingehend zu untersuchen«, sagte die Staatsanwältin. So solle geklärt werden, ob der 36-Jährige möglicherweise wie in einem Rausch auf sein Opfer eingestochen habe.

In sechs bis acht Wochen soll Anklage erhoben werden

»Wenn alles glatt geht, könnten die Ermittlungen in sechs bis acht Wochen abgeschlossen sein«, stellte Stefanie Lange in Aussicht. Dass sie gegen den geständigen Lebenspartner des Opfers Anklage erheben werde, stehe für sie außer Frage. Seine Täterschaft stehe unzweifelhaft fest.

Im Verlaufe der Ermittlungen müsse nun aber geklärt werden, wie die Tat strafrechtlich zu würdigen sei – sprich, ob Anklage wegen Mordes oder Totschlags erhoben werde. Dabei spiele insbesondere eine Rolle, welche der verschiedenen Mordmerkmale erfüllt seien. 

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