Spezialkran für Einsatz an Baustelle in Bad Oeynhausen kostet 500.000 Euro zusätzlich Alte Bahnbrücke kommt an den Haken

Bad Oeynhausen  (WB). Die Kosten für den Neubau der Bahnbrücke im Verlauf der Oberbecksener Straße erhöhen sich erneut. Wie sich bei den Bauvorbereitungen herausgestellt hat, reicht die genehmigte 53-stündige Vollsperrung aller vier Bahngleise für den konventionellen Abbruch der alten Konstruktion nicht aus. Nun soll es ein Spezialkran richten. Zusatzkosten: 500.000 Euro.

Von Malte Samtenschnieder
Vom 27. Dezember an soll die Bahnbrücke im Verlauf der Ober­becksener Straße abgerissen werden. Da ein konventioneller Abbruch wohl zu lange dauern würde, soll die Brücke herausgeschnitten und als Ganzes zur Seite gehievt werden.
Vom 27. Dezember an soll die Bahnbrücke im Verlauf der Ober­becksener Straße abgerissen werden. Da ein konventioneller Abbruch wohl zu lange dauern würde, soll die Brücke herausgeschnitten und als Ganzes zur Seite gehievt werden. Foto: Malte Samtenschnieder

Wie Jan-Martin Müller vom Fachbereich Stadtentwicklung und Bauen am Donnerstag im zuständigen Fachausschuss erläuterte, erhöhen sich die Baukosten für die neue Bahnbrücke somit auf etwa fünf Millionen Euro. Die Mehrkosten müsse die Stadt mit hoher Wahrscheinlichkeit aber nicht alleine tragen. Vielmehr werde wohl der gleiche Verteilungsschlüssel zwischen Stadt, Land und DB Netz AG wie bei den Restkosten zugrunde gelegt. Jan-Martin Müller: »Derzeit gehen wir von einem städtischen Anteil in Höhe von 90.000 Euro aus.«

Laut Jan-Martin Müller mussten die Planungen für den Neubau der Bahnbrücke in den vergangenen Wochen mehrfach geändert werden. »Anders als angekündigt sind beispielsweise die erforderlichen Rodungsarbeiten im Baufeld noch nicht erfolgt«, sagte der Verwaltungsmitarbeiter. Stattdessen seien in der Königstraße aber seit einigen Tagen Tiefbauarbeiten erkennbar. Dort müssen zur Vorbereitung auf den Brückenbau Gas-, Strom- und Telefonleitungen neu verlegt werden.

Sperrpause von maximal 53 Stunden für Brückenabriss

Zur Vorbereitung auf den Brückenbau werden seit einigen Tagen Gas-, Strom- und Telefonleitungen in der Königstraße neu verlegt. Foto: Malte Samtenschnieder

»Der Abbruch der alten Brücke ist vom 27. Dezember an vorgesehen«, sagte Jan-Martin Müller. Mit den zuständigen Stellen der Deutschen Bahn sei bereits vor langer Zeit eine Gesamtsperrzeit von 53 Stunden für alle vier Bahngleise vereinbart worden. Daran sei nicht zu rütteln. Bei den Abrissvorbereitungen habe sich aber nun gezeigt, dass diese enge Zeitspanne bei einem konventionellen Abbruch möglicherweise nicht eingehalten werden könne. Deshalb habe man sich auf eine alternative Vorgehensweise geeinigt.

»Die Brücke soll an beiden Enden herausgeschnitten und als Ganzes per Kran herausgehoben werden«, sagte Jan-Martin Müller. Um den 325 Tonnen schweren Betonkoloss zu bewegen, sei Spezialgerät erforderlich. »Wir werden einen Großkran einsetzen, der sonst hauptsächlich beim Aufstellen von Windkraftanlagen genutzt wird«, erläuterte der Verwaltungsmitarbeiter. Da es bundesweit nur zwei dieser Spezialkräne gebe, sei der Einsatz entsprechend teuer. Jan-Martin Müller: »Wir sind aber froh, dass uns der Kran überhaupt so kurzfristig zur Verfügung steht und wir den Abbruchtermin einhalten können.«

Verkehrsbehinderungen dauern bis Oktober 2018

Nach der Königstraße sollen in den nächsten Tagen im Baustellenbereich auch die Straße Krachts Kamp und die Ober­becksener Straße zwischen Brandskamp und Sachsenweg beziehungsweise Erfurter Straße gesperrt werden. Bis Oktober 2018 müssen sich die Anwohner auf Behinderungen einstellen. Eine Umleitung wird nicht ausgeschildert.

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