Vorsitzender des Jazz-Club Minden kommt aus Rehme Matthias Niemann trifft richtigen Ton

Bad Oeynhausen (WB). Der 1953 gegründete Jazz-Club Minden e.V. zählt zu den ältesten Vereinen seiner Art in ganz Deutschland. Geleitet wird der Club seit April 2014 mit Matthias Niemann von einem Bad Oeynhausener.

Von Klaus Gosmann
Matthias Niemann, Vorsitzender des Vereins Jazz-Club Minden, vor einer der beiden Theken der Livemusik-Spielstätte am Königswall 97 in Minden: Der Rehmer engagiert sich seit mehr als 20 Jahren in dem Club.        
Matthias Niemann, Vorsitzender des Vereins Jazz-Club Minden, vor einer der beiden Theken der Livemusik-Spielstätte am Königswall 97 in Minden: Der Rehmer engagiert sich seit mehr als 20 Jahren in dem Club.         Foto: Klaus Gosmann

Vor rund 20 Jahren ist er in die ehrenamtliche Arbeit beim Jazz-Club »reingerutscht« – und hat es seitdem nicht bereut: »Die Musik und der Kontakt zu den Musikern – beides macht mir Spaß«, berichtet der 38-jährige gebürtige Mindener, der seit seiner Kindheit im Stadtteil Rehme lebt und im bürgerlichen Beruf als Maler und Lackierer in einem Herforder Betrieb tätig ist.

Etwa 40 Konzerte pro Jahr

In den Clubräumen am Mindener Königswall 97 veranstaltet der knapp 320 Mitglieder im Alter von 18 bis 84 Jahren zählende Verein etwa 40 Konzerte pro Jahr. Darunter befand sich in der Vergangenheit eine Vielzahl an Gastspielen internationaler Stars wie Dizzy Gillespie, Candy Dulfer, George Duke, Randy Brecker, Les McCann und Robben Ford. Auch die deutsche Jazz-Elite mit Musikern wie Wolfgang Haffner und Klaus Doldinger schaut immer mal wieder gern vorbei. Dazu gesellt sich seit 1982 jährlich das Gratis-Open-Air »Jazz Summer Night« mit bis zu 10 000 Zuschauern.

Für sein Live-Programm wurde der Jazz-Club im Jahr 2013 mit dem deutschen Spielstättenpreis ausgezeichnet. Um musikalische Hochkaräter fernab der Metropolen für einen Auftritt zu verpflichten, bedarf es nicht nur eines guten Rufs, sondern auch eines gut eingespielten Teams – mit Niemann an der Spitze.

Im Elternhaus wurde vorwiegend Dixieland und Swing gehört

Den Jazz-Enthusiasten aus Bad Oeynhausen verbindet eine lange Geschichte mit dem Jazz-Club. Schließlich haben sich seine Eltern, Gabriele und Wilfried Niemann, sogar in den früheren Räumlichkeiten des Clubs, damals noch am Priggenhagen, kennengelernt, und dort später oft gemeinsam Konzerte besucht – gelegentlich auch in Begleitung ihres Sohnes. Im Elternhaus wurde vorwiegend Dixieland und Swing gehört, doch der Filius fand vom Teenageralter an immer größeren Gefallen daran, die ganze Bandbreite der Jazzmusik auch fernab der eher traditionelleren Stilarten auszuloten – was gut zum heutigen Programmspektrum des Clubs passt: der zeitgenössische Jazz mitsamt seinen Ausflügen in benachbarte Stilarten wie Latin, Salsa, Funk, Soul, Blues, Rock und Elektronik.

Nach dem Umzug 1987 ins heutige, bis zu 250 Zuschauer fassende Club-Domizil begann Niemann in der zweiten Hälfte der 1990er, aktiver im Club mitzuwirken. Zunächst als Thekenkraft und Helfer beim Aufbauen der Musikanlage, später auch als Soundmann hinterm Mischpult: eine Tätigkeit, bei der er nach eigenem Bekunden vom »bösen Kill-the-soundman-Blick« bis zum »Good job«-Lob samt anerkennendem Schulterklopfen die ganze Bandbreite der »sehr direkten Rückmeldungen« seitens der von ihm gemixten Musiker erleben durfte.

Viele neue Akzente gesetzt

Im Jahr 2002 wurde er dann zum 2. Vorsitzenden gewählt. Als im Frühjahr 2014 der langjährige Vorsitzende Hans-Joachim Rickert zurücktrat, rückte Niemann nach. Seitdem konnte er zusammen mit dem Vorstand und Vereinsausschuss viele neue Akzente setzen – nicht zuletzt um den »elitären Touch des Jazz ein bisschen abzubauen«. Ein Beitrag: Schüler und Studenten (bis 27 Jahre, Schüler-/Studentenausweis mitbringen) erhalten seit 2015 an der Abendkasse eine Konzertkarte zum ermäßigten Preis von 7,50 Euro. Motto der Aktion: »Jazz-Club statt Kino«.

Die nächsten Konzerte

Am 18. November spielt der schwedische Jazz-Saxofonist, Klarinettist und Flötist Magnus Lindgren und am 25. November die legendäre Acid-Jazz-Gruppe Incognito (ausverkauft) im Jazz-Club Minden. Am 2. Dezember ist die belgische Songwriterin Sarah Ferri zu Gast und am 9. Dezember die finnische Funkband Tomi Salesvuo East Funk Attack. Der Gitarrist Richie Arndt lädt für den 16. Dezember zusammen mit seinen musikalischen Gästen zum »Winterblues« ein. Die Konzerte beginnen um 21 Uhr. Karten für viele der Konzerte im Jazz-Club sind im Vorverkauf in der Bad Oeynhausener WESTFALEN-BLATT-Geschäftsstelle, Klosterstraße 24, Telefon 05731/2 51 50, erhältlich. Mehr Programm-Infos unter www.jazz-minden.de.

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