Nach Waldbränden: Familie Ferreira startet Spendenaktion für Heimatdorf Portugiesen leisten Hilfe aus der Ferne

Bad Oeynhausen (WB). Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ist Portugal von Wald- und Buschbränden heimgesucht worden. Vor drei Wochen traf es den Norden des Landes. Dort wohnt ein Teil der Familie Ferreira. Tiago Ferreira (23) und sein Vater Paulo (45) aus Bad Oeynhausen wollen Hilfe aus der Ferne leisten – und haben ein Spendenkonto eingerichtet.

Von Angelina Zander
Bereits im Juni dieses Jahres haben Wald- und Buschbrände in Portugal vielen Menschen das Leben gekostet. Dieses Foto entstand an einem Berghang in der Ortschaft Pera, die etwa 190 Kilometer nordöstlich von Lissabon liegt. Dieser Waldbrand wurde nach Polizeiangaben durch einen Blitzschlag ausgelöst.
Bereits im Juni dieses Jahres haben Wald- und Buschbrände in Portugal vielen Menschen das Leben gekostet. Dieses Foto entstand an einem Berghang in der Ortschaft Pera, die etwa 190 Kilometer nordöstlich von Lissabon liegt. Dieser Waldbrand wurde nach Polizeiangaben durch einen Blitzschlag ausgelöst. Foto: Peter Kneffel/dpa

Cercosa ist das Heimatdorf von Paulo Ferreira. Dort leben seine Eltern. Im nahen Umkreis der Stadt, etwa 150 Einwohner, wüteten vor drei Wochen schwere Waldbrände, die Existenzen und Menschenleben kosteten. Nur ein paar Kilometer von Cercosa entfernt, in einem Industriegebiet im Ort Oliveira de Frades, richteten die Brände erheblichen Schaden an.

»Mittelgroße Fabriken sind abgebrannt, und viele Menschen haben ihre Arbeit verloren«, erzählt Tiago Ferreira, »Bei meinen Großeltern ist ein Teil des Hofes abgebrannt. Aber meine Oma hat ihre Tiere rechtzeitig retten können, so dass niemand zu Schaden gekommen ist«, erzählt der 23-Jährige. Im Heimatdorf seines Vaters sei der Schaden damit verhältnismäßig gering ausgefallen.

»Stromnetze waren zusammengebrochen«

Tiago Ferreira und sein Vater Paulo Ferreira haben eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Foto: Zander

Als seine Familie am Morgen nach den Waldbränden von der Katastrophe im Heimatdorf von Paulo Ferreira erfuhr, versuchten sie zunächst ihre Verwandten zu erreichen. »Aber die Stromnetze waren zusammengebrochen, so dass wir keine Verbindung zu ihnen herstellen konnten. Und dann hieß es, dass es Tote gibt. Da gerät man schon in Panik«, erinnert sich Tiago Ferreira. Als es seinem Vater am Abend gelang, seine Großeltern zu erreichen, sei die Erleichterung groß gewesen.

Trotzdem kam bei Familie Ferreira sofort der Wunsch auf, zu helfen. »Wir haben eine Spendenaktion gestartet. Das gesammelte Geld wollen wir im Dezember persönlich in Portugal den zuständigen Behörden überreichen«, erklärt Tiago Ferreira. Insbesondere sein Vater wollte nicht tatenlos zu sehen. Allerdings war es für ihn schwierig, die Zeit zu finden, um vor Ort zu helfen. Deshalb richtete er das Spendenkonto ein und sein Sohn kümmerte sich um die Öffentlichkeitsarbeit.

Anfang Dezember soll es nach Portugal gehen

Er teilte sein Anliegen mit seinen Freunden und in den sozialen Netzwerken. Seit etwa zwei Wochen gibt es das Konto. Mittlerweile habe die Familie 400 Euro gesammelt. Tiago Ferreira erklärt: »Ich weiß nicht, ob das viel ist. Aber wir legen weniger Wert auf den Betrag, wir wollen einfach nur helfen«.

Anfang Dezember will er mit seinem Vater nach Portugal fliegen, um die Spende zu überreichen. Bis dahin soll sich der Betrag noch erhöhen. »Wir wollen den Menschen noch vor Weihnachten eine Freude bereiten«, erzählt er. Seine Großmutter freue sich über den Einsatz ihres Sohnes und ihres Enkels. Allerdings habe sie sofort gesagt, dass sie von dieser Spende nichts haben wolle. »Meine Großeltern denken eher an andere als an sich selbst«, meint Tiago Ferreira.

Familie Ferreira hält von Deutschland aus regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien in Portugal. Sowohl Paulo Ferreira als auch seine Frau haben Familienmitglieder in Portugal. Beide sind jedoch, ebenso wie Sohn Tiago, in Deutschland geboren. Einmal im Jahr besucht die Familie ihre Verwandten im Ausland. Die Kontodaten des Spendenkontos sind auf der Facebook-Seite »HELPortugal« zu finden unter www.facebook.com/helportugal2017 .

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