Manuela Ferling aus Bad Oeynhausen ist die Managerin vieler Star-Köche Für TV-Koch Nelson gab’s keinen Schnitzel-Test

Bad Oeynhausen (WB). Der Boom der Fernsehköche seit Anfang 2000 ist mit einem Namen verbunden: Manuela Ferling aus Bad Oeynhausen. Sie nahm die »Jungen Wilden« der deutschen Gastronomie-Szene unter ihre Fittiche. Tim Mälzer begleitete sie 2006 zur Goldenen Kamera.

Von Rajkumar Mukherjee
Mit ihrer Agentur hat Manuela Ferling zahlreiche Köche der Gruppe der »Jungen Wilden« ins Fernsehen gebracht.
Mit ihrer Agentur hat Manuela Ferling zahlreiche Köche der Gruppe der »Jungen Wilden« ins Fernsehen gebracht.

»Kochende Leidenschaft« heißt seit 1999 ihre kleine Agentur, in der sie persönlich insgesamt 50 Köche aber auch Moderatoren, Sportler und Musiker betreut. Sie sind es, die aus Sicht von Manuela Ferling (55) vorne stehen. »Ich spreche gar nicht gerne über mich«, sagt sie – und gibt dann doch ein wenig Einblick in ihre Arbeit.

Seit 2005 vertraut der Koch, Autor und Sänger Nelson Müller auf seine Managerin Manuela Ferling aus Bad Oeynhausen. Nach den Sommerferien ist der 38-Jährige mit einer eigenen Quizsendung unter dem Titel »Kennste den?« auf »ZDFneo« zu sehen. Foto: Julia Lomis

Sympathisch wirkende Spitzenköche ins Fernsehen zu bringen, das war von 1998 an ihre Idee. Aus der Not heraus. »Ich war damals erkrankt und habe mir die Zeit mit Lesen vertrieben, auch mit dem Restaurantführer Gault Millau. Meine Idee war es, den Wert der guten Küche der Spitzengastronomie, die damals in der Krise war, beim Publikum bekannter zu machen«, sagt sie.

Manuela Ferling entdeckte die »Jungen Wilden«, Top-Küchenchefs, die in der Gas­tronomie neue Wege gehen wollten. Sie auf eine Linie zu bringen, war nicht einfach. »Es war ein Stamm mit 20 Häuptlingen.« Sie konzentrierte sich lieber auf einzelne Persönlichkeiten wie Björn Freitag, Kolja Kleeberg oder Stefan Marquard.

Gute Verträge auszuhandeln, ist zwar wichtig, aber nur ein Teil ihrer Manager-Arbeit. »Zu meiner Aufgabe gehört besonders der ehrliche Rat. Das hat sehr viel mit Vertrauen zu tun«, sagt sie. Dazu gehöre auch, ihre Klienten vor falschen Freunden zu schützen.

Die besten Frikadellen macht immer noch die Mutter

In einigen Verhandlungen mussten sie und ihre Schützlinge auch Stärke zeigen. Als es 2009 in die nächste Staffel von »Die Kochprofis« (RTL II) gehen sollte, stiegen Ralf Zacherl, Mario Kotaska, Martin Baudrexel und Stefan Marquard nach 93 Folgen aus.

Tim Mälzer begleitete sie 2006 zur Goldenen Kamera Foto: dpa

Details möchte Manuela Ferling nicht nennen. »Es gibt Momente in der Zusammenarbeit, in denen es nicht mehr zu 100 Prozent Übereinstimmung gibt. Dann muss jeder seinen Weg gehen.« Auch mit Klienten waren manche Wege irgendwann zu Ende. Wie die sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit Tim Mälzer. Der Hamburger wollte ein Büro in Hamburg. »Sagen wir es so: Die Trennung war sehr in Ordnung.«

In der Gastronomie ist sie groß geworden. Ihre Eltern Herbert und Gertrud Störmer (79 und 75) waren vor 45 Jahren in das Bürgerhaus in Rehme als Angestellte gekommen. »In meiner Familie wurde immer gekocht. Und meine Mutter macht die besten Frikadellen«, sagt Manuela Ferling.

Wer in ihrem Team als Koch punkten möchte, muss einen »Test« bestehen. »Ich lasse mir ein Schnitzel braten, aber das ist eher ein Running Gag«, sagt Manuela Ferling und lächelt. Nelson Müller (38) hat ihr zum Einstand lieber ein Menü mit sechs Gängen bei ihr Zuhause gekocht. »Und es war sehr lecker«, sagt sie.

Stolz auf Nelson Müller, mit Ralf Zacherl eng befreundet

Seit 2005 ist Nelson Müller ein Ferling-Schützling. Er betreibt in Essen das Restaurant »Schote«, das einen Stern vom Guide Michelin hat und das Bistro »Müllers auf der Rü«. Nelson Müller kocht, schreibt Bücher, moderiert die ZDF-»Küchenschlacht« und testet in der »ZDFzeit« Lebensmittel. »Nelson ist einer der Top-Fünf-Köche in Deutschland und hat sich toll entwickelt. Er ist ein sehr sympathischer Typ, der auch noch gut singen kann«, sagt Manuela Ferling. Eine neue Quizsendung mit ihm unter dem Titel »Kennste den?« wird nach den Sommerferien bei »ZDFneo« gezeigt.

Zu ihren persönlichen Freunden zählt unter anderem Ralf Zacherl. Er stand ihr zur Seite, als sie eine besonders schwere Zeit durchlebte. Zacherl nahm sich von Dreharbeiten eine Woche frei und kam nach Bad Oeynhausen. »Er ist ein echter Freund, auch wenn wir uns nicht jeden Tag sehen, und das schätze ich sehr.«

Schnelle Erfolge verspricht Manuela Ferling ihren Schützlingen übrigens nicht. »Ich sage immer, dass der Erfolg auf der Langstrecke wichtiger ist. Und dafür arbeite ich hart.« Damit beschützt sie ihre Köche übrigens auch vor TV-Abstellgleisen, auf denen manche bekannte Fernseh-Promis landen.

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Nelson Mueller

Wie lange ist das ZDF noch an Geldwolf Nelson Mueller gebunden ?

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