An der Detmolder Straße in Bad Oeynhausen entsteht für 340 000 Euro eine neue Regenwasserbehandlungsanlage Schutz für den Hambkebach

Bad Oeynhausen (WB). Hier wird gebaut, da saniert: An der Detmolder Straße tut sich einiges. Für 340 000 Euro lassen die Stadtwerke Bad Oeynhausen eine neue Regenwasserbehandlungsanlage bauen. Zugleich wird ein Teil des Schmutzwasserkanals saniert.

Von Rajkumar Mukherjee
Bis Mitte Oktober soll auf dem Gelände rechts neben der Detmolder Straße in Bad Oeynhausen eine Regenwasserbehandlungsanlage zum Schutz des Hambkebachs entstehen.
Bis Mitte Oktober soll auf dem Gelände rechts neben der Detmolder Straße in Bad Oeynhausen eine Regenwasserbehandlungsanlage zum Schutz des Hambkebachs entstehen. Foto: Rajkumar Mukherjee

Die Arbeiten finden in beiden Fällen im Auftrag der Stadtwerke Bad Oeynhausen (SBO) statt. Zur Regenwasserbehandlungsanlage gehört auch ein Versickerungsbecken (Retentionsbodenfilter) mit einer Größe von etwa 615 Quadratmetern und ein Beruhigungsbereich auf einer Fläche von etwa 15 Quadratmetern.

Sven Schürken, Vorabeiter bei Swietelsky-Faber, bereitet eine Kamera vor und lässt sie durch den Gulli hinab.

Ziel sei es nach Angaben von Andreas Kollmeyer, Leiter des Geschäftsbereichs Abwasser bei den SBO, dass der nahe Hambkebach vor zuviel Regenwasser und vor Schmutz geschützt werden soll. Die Anlage wird das Regenwasser, südlich des Beckens bis etwa zur Martin-Luther-Straße einschließlich der angrenzenden Wohnbebauung und gewerblich genutzter Flächen, reinigen und zurückhalten. Gedrosselt werde das Wasser dann dem Hamkebach zugeleitet. »Mit dem Bau der Anlage erfüllen wir eine gesetzliche Aufgabe. Damit sollen Schäden am Gewässer verhindert werden«, sagt Andreas Kollmeyer.

Mit den Arbeiten ist die Firma Kögel Bau beauftragt worden, sagt Andreas Kollmeyer. Nach jetziger Planung soll die Anlage in etwa Wochen, also bis etwa Mitte Oktober, fertiggestellt werden.

Zunächst werde jetzt die mechanische Vorklärung zur vorgeschalteten Reinigung gebaut. Hier werden später so genannte Schwimmstoffe und Leichtflüssigkeiten zurückbehalten. Von dort gelangt das Wasser in den Beruhigungsbereich, dann in das Versickerungsbecken mit 60 Zentimeter dicker Filterschicht.

Die Stelle für die Regenwasserbehandlungsanlage auf der Fläche an der Stichstraße Im Kalberkamp ist nicht zufällig ausgewählt. »Sie ist nahe am Hambkebach und von daher bewusst ausgesucht«, sagt Andreas Kollmeyer. Dafür kauften die SBO das 1500 Quadratmeter große Grundstück, das sich vorher in Privatbesitz befand und als Wiese genutzt wurde.

Kamera fährt durch den Schmutzwasserkanal

Um Schmutzwasser, das aus den Häusern durch den Kanal unterhalb der Detmolder Straße fließt geht es dagegen bei den Sanierungsarbeiten, die die Firma Swietelsky-Faber aus Blomberg derzeit ausführt. »Hierbei wird der Schmutzwasserkanal zwischen der Südbahnstraße und der Georgstraße renoviert«, sagt An­dreas Kollmeyer.

Für Anwohner und Verkehrsteilnehmer sind die Arbeiten an den orangefarbenen Fahrzeugen zu erkennen, die an verschiedenen Tagen auf der Detmolder Straße zu sehen sind. Dann fahren die Mitarbeiter beispielsweise mit einem Roboter und einer Kamera ein und prüfen, wo der Kanal undicht ist. Im so genannten Inliner-Verfahren wird im bestehenden Kanal ein Schlauch eingeführt, der die Schadstellen abdichtet. Der Inliner besteht aus Glasfaser und UP-Harz, das nach dem Aushärten ein »Rohr im Rohr« bildet.

Diese Arbeiten sollen bis voraussichtlich Ende August abgeschlossen sein. Vorteil des Inliner-Verfahrens ist nach Firmenangaben, dass keine Baugruben ausgehoben werden müssen.

Für zeitweise Verkehrseinschränkungen bitten die SBO um Verständnis. »Die Alternative wäre gewesen, die Detmolder Straße zu sperren«, sagt Andreas Kollmeyer.

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