Jordansprudel in Bad Oeynhausen: Staatsbad sucht Ursache für zu geringen Wasserdruck »Der Anblick schockiert mich«

Bad Oeynhausen (WB). Der Jordansprudel, eines der Wahrzeichen der Stadt, macht derzeit keinen guten Eindruck. Rund um das Becken und auf der Wasseroberfläche finden sich Algen. Nach Angaben des Staatsbades ist die derzeit unzureichende Wasserversorgung der Grund.

Von Claus Brand und Louis Ruthe
Mit dem Fahrrad ist Dirk Lenger oft in Bad Oeynhausen unterwegs. Er weist auf den miserablen Zustand der Anlage des Jordansprudels hin. Dort finden sich zahlreiche Algen.
Mit dem Fahrrad ist Dirk Lenger oft in Bad Oeynhausen unterwegs. Er weist auf den miserablen Zustand der Anlage des Jordansprudels hin. Dort finden sich zahlreiche Algen. Foto: Louis Ruthe

»Wir suchen bereits seit einigen Wochen nach der Ursache, warum auf der Leitung dort nicht genug Druck herrscht und damit nicht genug Wasser für den Betrieb des Jordansprudels vorhanden ist«, sagte Dirk Henschel. Er ist Leiter des Eigenbetriebes Staatsbad.

Großer Höhenunterschied

Über ein Rohrleitungsnetz, das den Kurpark umgibt, wird nach seinen Angaben der Jordansprudel mit Wasser versorgt. Problem: Er liegt an der höchsten Stelle und damit am Ende dieses Wasserversorgungsnetzes. Gespeist wird es vom Turbinenhaus aus, das im Sielpark direkt am Kokturkanal steht. Dort kommt das Wasser der Werre über den Kokturkanal an. Mit Pumpen wird es vom Turbinenhaus aus über das Rohrnetz, das unterhalb der Mindener Straße und durch die Parkanlage im Sültebusch bis zum Kurpark verläuft, in diese Richtung gepumpt: Henschel: »Als erstes haben wir die Pumpen überprüft, in einem zweiten Schritt auch das komplette Leitungsnetz.« Die Ursache für den geringen Druck und damit die Wasserknappheit am höchsten Punkt des Netzes, dem Jordansprudel, konnte aber noch nicht ausfindig gemacht werden. Henschel: »Der Jordansprudel liegt 32 Meter höher als das Turbinenhaus.«

Die Wegestrecke, die das Wasser über das Leitungsnetz nimmt, ist etwa 1,3 Kilometer lang. Jüngst habe er den Auftrag erteilt, zumindest das Umfeld des Jordansprudels von den Algen zu befreien. Er hofft, in den nächsten 14 Tagen die Ursache für den geringen Leitungsdruck ausfindig machen zu können. Aktuell habe man nur die Möglichkeiten, »alles zu lassen, wie es ist, oder das Wasser abzulassen oder die Situation über eine starke Chlorung zu verbessern«. Auf letzteres verzichte man aber bewusst. Den unschönen Anblick der vergangenen Tage schreibt er dem unzureichenden Wasseraustausch zu.

Regulär ist der Jordansprudel von Ostern bis weit in den Oktober hinein in Betrieb. Die Bänke dort sind eine beliebte Anlaufstelle für Einheimische als auch Gäste, um dort eine Verschnaufpause einzulegen und das Schauspiel des Jordansprudels zu verfolgen. Die Wasserfontäne reicht in eine Höhe von etwa 20 Metern.

Säuberung am Beckenrand

Auf den unrühmlichen Zustand der Sehenswürdigkeit hat Dirk Lenger aufmerksam gemacht. Der Ruheständler ist häufig mit dem Rad in der Stadt unterwegs und unter anderem auch als Fotograf des Autobahnprojektes Nordumgehung bekannt. Er fand klare Worte für den Zustand der Anlage: »Der Anblick schockiert mich.« Er sei durch Zufall am Jordansprudel vorbeigekommen. Viele Kurgäste und Spaziergänger seien dort unterwegs. Nach seiner Beobachtung waren die Ränder zudem mit Gräsern und Unkraut bewachsen. Lenger: »Teilweise liegen an den Rändern des Beckens meterlange Algenstränge. Es kann so nicht bleiben.« Der Leiter des Eigenbetriebes hatte auf die Kritik mit dem Auftrag für eine Säuberung des Becken­randes am Jordansprudel reagiert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.