Literaturkurs des Immanuel-Kant-Gymnasiums zeigt Bühnenversion des Filmklassikers »Zwölf Geschworene« sind keine Einheit

Bad Oeynhausen (WB). Wenn Menschen über Leben und Tod eines schuldig gesprochenen Jungen entscheiden müssen, kann ein Streit vorprogrammiert sein. Sprachgewandt haben 19 Schüler des Literaturkurses der Q1 des Immanuel-Kant-Gymnasiums (IKG) das Stück »Die zwölf Geschworenen« aufgeführt.

Von Louis Ruthe
Als Geschworene schauen sich (von links) Melissa Meyer, Sophie Gieselmann, Alina Traeder, Marline Hermann, Emily Cantow, Nele Grübbel und Charlene Stuke einen Zeugenhinweis an. Zeilen.
Als Geschworene schauen sich (von links) Melissa Meyer, Sophie Gieselmann, Alina Traeder, Marline Hermann, Emily Cantow, Nele Grübbel und Charlene Stuke einen Zeugenhinweis an. Zeilen. Foto: Louis Ruthe

Der Richterspruch fiel schnell und nicht zu Gunsten des angeklagten 17-jährigen Jungen aus. »Das Gericht ist sich sicher, dass der Angeklagte seinen Vater in der Tatnacht mit einem Messer erstochen hat«, verkündete Viktoria Schäffer das Urteil. Nun lag es an den zwölf Geschworenen, das Urteil anzuerkennen oder nicht. »Was für ein Lausebub, ein Täter durch und durch«, sagte Marie Kaufmann als zehnte Geschworene. »Sehen wir zu, dass wir uns schnell einigen«, erklärte Marline Herrmann, Obfrau der Geschworenen. Am Anfang der Handlung sah es ganz danach aus, als ob es eine schnelle Beratung wird, denn Indizien sprachen gegen den Jungen.

Doch bei der ersten Abstimmung trauten elf der zwölf Geschworenen ihren Augen nicht. Die achte Geschworene, Nele Grübbel, plädierte für nicht schuldig. »Wir verurteilen einen Menschen aufgrund seiner Vorgeschichte, niemand hat den Mord eindeutig gesehen«, sagte die Geschworene. Das brachte einige Geschworene ziemlich in Rage. »Zeugenaussagen, Tatwaffe und ein nicht vorhandenes Alibi, was wollen Sie denn noch mehr?«, wetterte Tabea Pilz als dritter Geschworener. »Da ist er ja wieder, unser Gut-Mensch«, ergänzte der siebte Geschworene, Leonhard Schellerhof. Sein Ziel des Abends war ein schneller Abschluss des Falls, schließlich hatte der leidenschaftliche Baseballfan Karten für das abendliche Spiel.

Dennoch blieb die achte Geschworene bei ihrer Meinung, ließ sich die Zeugenaussagen abermals vorspielen, einen Wohnungsplan des Zeugen sowie die Tatwaffe aushändigen. Nach und nach glaubten die Geschworenen an die Unschuld des Jungen. So lieferten sie sich eine hitzige Debatte mit diversen Unterstellungen. Lediglich der dritte Geschworene wollte sich von dem Schuldspruch bis zum Schluss nicht abbringen lassen. »Mein eigener Sohn wollte mich damals auch umbringen«, schrie er. Er habe dem Tod noch einmal ausweichen können. Dies wollte er an dem Angeklagten auslassen. Doch auch er endete mit: »Ich gebe auf, der Junge ist nicht schuldig.«

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