Trinkwasserengpass im Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen bleibt Thema Keine dauerhafte Lösung in Sicht

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). »Wir können bestenfalls zu einer Übergangslösung beitragen.« Das betont Alfred Würzinger im Hinblick auf die mögliche Rolle des Wasserbeschaffungsverbandes Herford-West bei der Entschärfung der angespannten Trinkwassersituation in Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille.

Von Malte Samtenschnieder
Ob und, wenn ja, wie lange der Wasserbeschaffungsverband Herford-West zusätzliches Trinkwasser liefern kann, ist derzeit noch offen.
Ob und, wenn ja, wie lange der Wasserbeschaffungsverband Herford-West zusätzliches Trinkwasser liefern kann, ist derzeit noch offen. Foto: Peter Wetzel/pixelio.de

Zwar könnte der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Herford-West durch die zusätzliche Lieferung von 300.000 Kubikmetern Wasser allein in diesem Jahr die Trinkwasserversorgung im benachbarten WBV Am Wiehen sicherstellen. Doch zuvor müssten einige Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.

»Wir bewegen uns derzeit selbst an der Grenze der uns gestatteten Fördermenge«, sagt Alfred Würzinger. Er ist Geschäftsführer der Energie- und Wasserversorgung (EW) Bünde. Diese nimmt wiederum für den WBV Herford-West die Aufgaben des technischen Betriebsführers wahr. Um Wasser an die Kommunen im WBV Am Wiehen liefern zu können, müssten laut Alfred Würzinger die erlaubten Fördermengen im WBV Herford-West heraufgesetzt werden.

Zusätzliche Fördermenge wäre auf drei Jahre begrenzt

Diesem Vorhaben steht die Bezirksregierung Detmold offen gegenüber. Das macht Regierungssprecher Andreas Moseke nach einem Gespräch am Mittwoch mit Vertretern der Stadtwerke Bad Oeynhausen, der EW Bünde, der Stadt Löhne sowie der Wasserverbände Am Wiehen und Herford-West deutlich. Könne der Mehrbedarf nicht durch andere Möglichkeiten gedeckt werden, »wird dem WBV Herford-West empfohlen, einen Antrag dahingehend zu stellen, die Fördermenge im Wassergewinnungsgebiet Preußisch Oldendorf-Hedem für einen befristeten Zeitraum von drei Jahren zu erhöhen.«

Voraussetzung für eine Genehmigung durch die Bezirksregierung wäre laut Andreas Moseke, dass nachweislich keine gravierenden Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten sind. In den drei Jahren seien zudem weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Versorgungssicherheit auf Umsetzbarkeit zu überprüfen.

Betroffene müssen eigene Anstrengungen entwickeln

Das sieht auch Alfred Würzinger so. »Bei der Wassererzeugung handelt es sich um eine kommunale Selbstaufgabe«, sagte der Experte im Gespräch mit dieser Zeitung. Er gehe deshalb davon aus, dass die Kommunen im WBV Am Wiehen eigene Anstrengungen entwickelten, um zur Behebung des Trinkwasserengpasses beizutragen.

Selbst wenn die Bezirksregierung die Genehmigung für die zusätzlichen Fördermengen erteile, könne er nicht sagen, wie lange der WBV Herford-West in der Lage sei, Wasser abzugeben. Alfred Würzinger: »Wenn ich weiter in die Zukunft schaue, sehe ich auch bei uns keine Überschüsse mehr.«

Situation im Wasserwerk Rehme entspannt sich

Dass sich die Situation im Wasserwerk Rehme nach den Niederschlägen in den vergangenen Tagen zumindest leicht entspannt hat, kann Stadtwerkevorstand Andreas Schwarze bestätigen. Optimal sei die Situation noch nicht. Sowohl der Pegel der Weser als auch der Grundwasserstand seien aber merklich angestiegen.

Dennoch sei es weiterhin wichtig, dass die Verbraucher sparsam mit der wertvollen Ressource Wasser umgehen. »Zum Glück macht der jüngste Regen eine Wassernutzung in Gärten und ähnlichen Anlagen überflüssig«, sagt Andreas Schwarze.

Im Hinblick auf den Wasserverbrauch von Großabnehmern wie Kliniken oder Industriebetrieben sei das Einsparpotenzial dagegen eher gering. Sie hätten meist wenig oder gar keinen Spielraum, ihren Wasserverbrauch zu reduzieren, betont der Stadtwerkevorstand.

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