Bundesumweltministerin informiert sich in Dehme über WWE-Projekt Mühlenbach hat freien Lauf

Bad Oeynhausen-Dehme (WB). Ein verrohrter Gewässerabschnitt am Südhang des Wiehengebirges in Dehme gehört nun der Geschichte an. Im Rahmen des Weser-Werre-Else-Projektes (WWE) – siehe Infokasten – wurde stattdessen ein neuer Bachlauf geschaffen. Den Durchstich des Quellbaches in sein neues Bett nahm Bundesumweltministerin Barbara Hendricks vor.

Von Lydia Böhne
Carsten Vogt (Projektkoordinator, von links), Horst Brönstrup (Ortsheimatpfleger Dehme), Dr. Olaf Winkelmann (Geschäftsführer der SPD im Kreis Herford), Christian Dahm (SPD-Landtagsabgeordneter), Dr. Volker Brand (Fraktionsvorsitzender Grüne), Achim Wilmsmeier (Bürgermeister), Angela Lück (SPD-Landtagsabgeordnete) und Eckhard Nolting (Amt für Stadtentwicklung und Bauen) schauen Barbara Hendricks (Bundesumweltministerin, vorne von links), Erwin Mattegiet (AG Natur- und Umweltschutz) und Stefan Schwartze (SPD-Bundestagsabgeordneter) bei den entscheidenden Spatenstichen zur Öffnung des Quellbachs in sein neues Bett zu.
Carsten Vogt (Projektkoordinator, von links), Horst Brönstrup (Ortsheimatpfleger Dehme), Dr. Olaf Winkelmann (Geschäftsführer der SPD im Kreis Herford), Christian Dahm (SPD-Landtagsabgeordneter), Dr. Volker Brand (Fraktionsvorsitzender Grüne), Achim Wilmsmeier (Bürgermeister), Angela Lück (SPD-Landtagsabgeordnete) und Eckhard Nolting (Amt für Stadtentwicklung und Bauen) schauen Barbara Hendricks (Bundesumweltministerin, vorne von links), Erwin Mattegiet (AG Natur- und Umweltschutz) und Stefan Schwartze (SPD-Bundestagsabgeordneter) bei den entscheidenden Spatenstichen zur Öffnung des Quellbachs in sein neues Bett zu. Foto: Lydia Böhne

»Es klappt«, sagte die Ministerin erfreut, als das Wasser des Dehmer Mühlenbaches sich langsam seinen Weg in den neuen Bachlauf bahnte. Vor knapp zwei Monaten hatten die Verantwortlichen des WWE-Projektes um Projektkoordinator Carsten Vogt, WWE-Arbeitskreissprecher Ralf Isemann sowie Eckhard Nolting und Brigitte Fauck vom Amt für Stadtentwicklung und Bauen der Stadt Bad Oeynhausen die Arbeiten für die Auskofferung einer acht Meter breiten Sekundäraue eingeleitet.

Zuvor war der in die Weser mündende Bach durch einen verrohrten Gewässerabschnitt geflossen. Grund für die Verrohrung war die ehemalige Tongrube Fuchsloch. Mit Hilfe eines Baggers wurde nun eine neue Aue für den Bachlauf geschaffen. Nach Abschluss der Maßnahme soll eine Gehölzanpflanzung an der 90 Meter langen Teilstrecke folgen. »Anschließend soll der Bach eigenständig arbeiten«, ergänzte Brigitte Fauck. Während der Arbeiten habe das Team sehr sorgsam vorgehen müssen, um den Lebensraum der Tiere nicht zu beschädigen. Brigitte Fauck schätzte die Kosten der Maßnahme auf 7000 Euro. 20 Prozent der Kosten werden von der Stadt getragen.

Ein Ziel: naturnahe Wasserstraßen

»Bei solchen Maßnahmen hängen viele Faktoren zusammen: die biologische Vielfalt, der Hochwasserschutz und das Landschaftsbild«, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Erst im Februar war im Bundeskabinett das Projekt »Blaues Band Deutschland« beschlossen worden. Hierbei setzen sich das Bundesverkehrsministerium und das Bundesumweltministerium gemeinsam für naturnahe Wasserstraßen ein. »Ein historischer Paradigmenwechsel«, sagte Hendricks. Denn zuvor hatte sich die Wasser- und Schifffahrtsstraßenverwaltung eher um die Befestigung der Flüsse bemüht. 50 Millionen Euro sind der Initiative für die nächsten 30 Jahre zugesichert.

Da auch das WWE-Projekt eine Maßnahme im Mündungsbereich des Dehmer Mühlenbaches in die Weser plant, haben die Organisatoren der Bundesumweltministerin dafür einen Antrag zur Aufnahme in das Förderprogramm mitgegeben. »Das Projekt scheint gut zu passen«, sagte Hendricks. Noch warte die Initiative »Blaues Band Deutschland« aber auf gesetzliche Grundlagen und könne noch keine verbindliche Rückmeldung geben.

Darum geht es beim Weser-Werre-Else-Projekt

2001 haben sich die Kreise Herford und Minden-Lübbecke, die Bezirksregierung Detmold, die gewässerunterhaltungspflichtigen Kommunen und Wasserverbände sowie die Biologische Station Ravensberg im Kreis Herford im Gewässerentwicklungsprojekt Weser-Werre-Else (WWE) zusammengeschlossen. Seither wurden mehr als 200 Maßnahmen, die von einem Arbeitskreis koordiniert werden, durchgeführt.

2003 wurde das Projekt im Rahmen der »Agenda 21 NRW« durch die Landesregierung Nordrhein-Westfalen als »Best Practice Beispiel« für seine praktizierte Nachhaltigkeit mit Vorbildcharakter ausgezeichnet. Ziel des WWE-Projektes ist es, durch Maßnahmen zur naturnahen Entwicklung der kommunalen Fließgewässer unter anderem neue Lebensräume für Tiere zu schaffen und damit die Artenvielfalt zu begünstigen.

Auch die Schaffung von Beschäftigungs- und Qualifizierungsangeboten für langzeitarbeitslose Menschen ist eine positive Auswirkung des Gemeinschaftprojektes. Bis Ende 2018 hat das Land NRW dem Projekt Fördermittel zugesagt.

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