Hoteldirektorin Julia Nocken hält Bettenzahl in Bad Oeynhausen für ausreichend »Vienna House Easy« peilt vier Sterne an

Bad Oeynhausen  (WB). Die Transformation des ehemaligen Arcadia-Hotels am Kaiserpalais zu einem »Vienna House Easy« verläuft nach Plan: Nach dem Abschluss der Renovierung der 146 Zimmer sollen bis August auch die öffentlichen Bereiche umgestaltet werden. »Im September ist dann die Klassifizierung als Vier-Sterne-Hotel vorgesehen«, kündigte Hoteldirektorin Julia Nocken im Gespräch mit dieser Zeitung an.

Von Malte Samtenschnieder
Hell, freundlich und geräumig – diese Prädikate zeichnen das neu eingeführte »Easy Design« aus. Und das nicht nur in einer von drei Junior-Suiten, die Hoteldirektorin Julia Nocken nach dem Abschluss der Renovierung stolz präsentiert.
Hell, freundlich und geräumig – diese Prädikate zeichnen das neu eingeführte »Easy Design« aus. Und das nicht nur in einer von drei Junior-Suiten, die Hoteldirektorin Julia Nocken nach dem Abschluss der Renovierung stolz präsentiert. Foto: Malte Samtenschnieder

Bereits seit April 2014 gehört der Hotelbetrieb in Kurparknähe zur österreichischen Vienna-House-Gruppe mit Sitz in Wien. »Seit Januar 2016 firmieren wir unter dem Namen ›Vienna House Easy‹«, erläuterte Julia Nocken. Die Herforderin ist bereits seit 2011 in dem Hotel tätig. Mit der Umbenennung habe auch die Einführung des »Easy Designs« begonnen. Anfangs seien ihre 20 Mitarbeiter skeptisch gewesen. Nach Schulungen an der konzerneigenen Akademie in Wien seien aber alle Mitglieder des Teams vom neuen Hotelkonzept überzeugt.

»Gutes Schlafen in einem guten Bett« ist die Kernidee

Die 146 Doppelzimmer des »Vienna House Easy« lassen sich laut Julia Nocken in vier Kategorien unterteilen. Außer Easy- und Easy-Plus-Zimmern kann die Hoteldirektorin ihren Gästen Familienzimmer und Junior-Suiten anbieten. Die Kernidee in allen Bereichen sei »gutes Schlafen in einem guten Bett«. Damit sieht Julia Nocken ihr Haus sowohl für Privat- als auch für Geschäftskunden gut aufgestellt. Und das sei wichtig. Denn beide Kundengruppen seien gleich stark vertreten. »Der Leisure- und der Business-Bereich machen bei uns jeweils 50 Prozent aus«, sagte die 35-Jährige.

Von September bis November sei die Nachfrage von Geschäftsreisenden immer besonders hoch – etwa wegen der Küchenmeile A30. Doch auch die gerade zu Ende gegangene Hannover-Messe wirke sich positiv auf die Buchungszahlen aus. »Dann könnten wir jedes unserer Zimmer zwei- oder dreimal vermieten«, betonte die Hoteldirektorin. Das Interesse von Privatkunden sei das ganze Jahr über konstant hoch. Pakete, die neben einem Aufenthalt im »Vienna House Easy« etwa einen Besuch der Bali-Therme oder des GOP-Varietés im Kaiserpalais enthielten, seien stets sehr beliebt.

Kein Potenzial für ein weiteres Vier-Sterne-Hotel

Um aktuelle Kundenwünsche zu befriedigen, ist es nach Julia Nockens Einschätzung aber nicht nötig, dass in Bad Oeynhausen weitere Hotelbetten geschaffen werden. Die vorhandenen Kapazitäten reichten aus. »Wenn das ›Vienna House Easy‹ im September als Vier-Sterne-Hotel klassifiziert wird, ist auch die Nachfrage in diesem Segment gedeckt«, sagte die Hoteldirektorin. Noch stehe die Entscheidung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) aus. Bisherige Gespräche mit den Verantwortlichen seien aber sehr positiv verlaufen. »Baulich haben wir nach Abschluss der Renovierung jedenfalls alle Voraussetzungen für die Klassifizierung als Vier-Sterne-Hotel geschaffen«, betonte Julia Nocken.

Potenzial für ein weiteres Vier-Sterne-Hotel, wie es lange auf dem benachbarten Gelände der ehemaligen Kurverwaltung geplant war, sieht die 35-Jährige nicht. »Ich könnte mir dort gut ein Kongresszentrum mit Restauration vorstellen«, sagte Julia Nocken. Sie könne nicht verstehen, dass diesbezügliche Pläne des Architekten Henning Bökamp von vielen Bad Oeynhausenern belächelt würden. Ein Kongresszentrum in unmittelbarer Nachbarschaft des »Vienna House Easy« wäre aus Sicht der Hoteldirektorin eine perfekte Ergänzung, um immer stärker nachgefragte »Erlebnis-Kongresse« anbieten zu können.

Stadtkern sollte stärker in den Fokus gerückt werden

Mit Sorge blickt Julia Nocken jedoch über das intakte Umfeld mit Bali-Therme, GOP-Varieté, Adiamo Dance Club und Kurpark hinaus in Richtung Innenstadt. Aus touristischer Sicht sei es wichtig, den Stadtkern mehr in den Fokus zu nehmen, sagte die 35-Jährige. Während alteingesessene Läden in der Fußgängerzone um ihr Überleben kämpften, hätten sich viele weitere Geschäfte im Werre-Park angesiedelt. Julia Nocken: »Es wäre wichtig, dass sich in diesem Bereich etwas verändert.«

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