Wittekindshof-Bewohner entfernt sich unerlaubt aus Einrichtung 13-Jähriger bricht in Kindergarten ein

Bad Oeynhausen (WB/mcs/muk). Zerstörte Fenster an sechs Wohnhäusern und der Einbruch in die evangelische Kindertagesstätte Sternschnuppe gehen auf das Konto eines 13-jährigen Bewohners des Wittekindshofes. Wie die Diakonische Stiftung auf Anfrage bestätigte, lebt der Junge im Kinder- und Jugendbereich und besucht regelmäßig die Schule. Trotz entsprechender Sicherheitsmaßnahmen sei es ihm am Montagabend gelungen, sich aus dem Haus zu entfernen.

Durch ein Fenster ist der 13-Jährige in den Kindergarten Sternschnuppe gelangt. Dort hat er nicht nur einige Dinge gestohlen, sondern auch größere Schäden angerichtet.
Durch ein Fenster ist der 13-Jährige in den Kindergarten Sternschnuppe gelangt. Dort hat er nicht nur einige Dinge gestohlen, sondern auch größere Schäden angerichtet. Foto: Mukherjee

»Wir wurden am Montag gegen 22.50 Uhr über Sachbeschädigungen an Wohnhäusern in Volmerdingsen informiert«, sagte Polizeisprecher Ralf Steinmeyer am Dienstag im Gespräch mit dieser Zeitung. Wie sich im Verlauf der Ermittlungen herausstellte, hatte der 13-Jährige an sechs Wohnhäusern zumeist mehrere Scheiben von Fenstern und Terrassentüren mit Steinen eingeworfen.

Polizist erkennt 13-Jährigen in Tatortnähe

»Als meine Kollegen in Volmerdingsen eintrafen, hat einer von ihnen den 13-Jährigen in Tatortnähe gesehen und erkannt«, sagte Ralf Steinmeyer. Daraufhin hätten die Beamten den Wittekindshof verständigt. Der Betreuer des Jungen habe bestätigt, dass sich der Junge unerlaubt aus der Einrichtung entfernt habe.

»Zunächst gelang es uns nicht, den Jungen dingfest zu machen«, erläuterte der Polizeisprecher. Zur Unterstützung der Beamten seien ein Diensthundeführer und ein Polizeihubschrauber im Einsatz gewesen. Erst am Dienstag gegen 8.15 sei es gelungen, den gesuchten Jungen in der Nähe des Werre-Parks aufzugreifen.

»Bei der Überprüfung des Jungen wurde unter anderem ein Schlüssel aus dem Kindergarten in Volmerdingsen entdeckt. Dadurch gelang es uns, den 13-Jährigen auch mit dem Einbruch in Verbindung zu bringen«, sagte Ralf Steinmeyer. Weitere Gegenstände, die er im Kindergarten entwendet haben muss, seien später ebenfalls bei ihm entdeckt worden.

Betroffenheit im Kindergarten ist groß

Gestern Morgen bei Dienstbeginn entdeckten Kita-Leiterin Cornelia Meier und ihre Kolleginnen den Schaden. Der war umfangreicher, als es das zerstörte Fenster zunächst vermuten ließ. »Der Einbrecher hat alle Telefone mitgenommen«, sagte Cornelia Meier. Zudem habe er mit Streichhölzern gezündelt und auf dem Boden Spuren hinterlassen.

Cornelia Meier und Pfarrerin Anja Bierski aus der Kirchengemeinde Volmerdingsen-Wittekindshof reagierten aufgrund des Vorfalls betroffen. »Ein ganz tolles Signal haben wir aber von vielen Eltern erhalten, die morgens da waren und uns unterstützt haben«, sagte Cornelia Meier.

Wittekindshof lässt Schäden unbürokratisch beseitigen

»Wir sind dankbar, dass die Polizei den Jungen unverletzt zu uns zurückgebracht hat«, sagte Prof. Dr. Dierk Starnitzke, Vorstandssprecher der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, am Dienstag dem WESTFALEN-BLATT. Die Beamten seien sehr gut mit dem Kind umgegangen und hätten mit dem Wittekindshof kooperiert. Der 13-Jährige sei inzwischen wieder in seinem Wohnhaus. In enger Abstimmung mit Sorgeberechtigten und Ärzten werde nun entschieden, wie dem Jungen am besten in seiner gegenwärtigen Krise geholfen werden könne.

»Die Sicherheitsmaßnahmen sind verstärkt worden, so dass wir weitere Beschädigungen ausschließen können«, sagte Dierk Starnitzke. Es sei bekannt, dass der 13-Jährige in Krisensituationen aggressiv werde und sich selbst gefährden könne. Es tue ihm leid, dass durch den schmächtigen, kleinen Jungen, den der Wittekindshof betreue, Schäden entstanden seien. »Unsere Handwerksbetriebe sind bereits seit heute Morgen unterwegs, um Sachschäden unbürokratisch zu beseitigen«, sagte der Vorstandssprecher am Dienstagnachmittag.

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