Median-Weserklinik: Mitarbeitervertretung fordert weiter höhere Abfindung Betriebsrat klagt gegen Sozialplan

Bad Oeynhausen (muk). Den Sozialplan für die 140 Mitarbeiter der Median-Weserklinik will der Betriebsrat nicht akzeptieren. Betriebsratsvorsitzender Ronald Thomae kündigte rechtliche Schritte an. In einer Sitzung am Mittwoch will der Betriebsrat entsprechende Beschlüsse fassen.

Nach der Kündigung von 140 Mitarbeitern durch die Geschäftsführung der Median-Weserklinik in Bad Oeynhausen will der Betriebsrat nun rechtlich gegen den Sozialplan vorgehen.
Nach der Kündigung von 140 Mitarbeitern durch die Geschäftsführung der Median-Weserklinik in Bad Oeynhausen will der Betriebsrat nun rechtlich gegen den Sozialplan vorgehen. Foto: Frank Dominik Lemke

Wie berichtet, hat die Einigungsstelle im Streit um den Sozialplan den Faktor für Abfindungen auf 0,1 des Bruttomonatsgehalts pro Beschäftigungsjahr festgelegt. Ein Ergebnis, das Roland Thomae immer noch wütend macht. »Es ist eine Frechheit, und wir werden dagegen vorgehen«, sagte er. Er spreche auch für viele der gekündigten Mitarbeiter. »Auf die Nachricht haben viele schockiert reagiert und waren entsetzt«, sagte der Betriebsratsvorsitzende.

Roland Thomae nannte auch einige Details vom Abschluss der Verhandlungen vor der Einigungsstelle. Diese war im Verlauf der Auseinandersetzung zwischen Klinikgeschäftsführung und Betriebsrat an das Landesarbeitsgericht in Hamm verlegt worden. Für die Abfindungen habe ein Richter zunächst einen Gesamtbetrag von 86 000 Euro für alle 140 Mitarbeiter in Aussicht gestellt. Die Summe sei dann auf 386 000 Euro, schließlich auf etwa 400 000 Euro, inklusive eines Steueraufschlags von 25 Prozent, erhöht worden. »Diesen Betrag muss man durch 140 teilen. Für jeden Mitarbeiter kämen so etwa 2900 Euro raus«, sagte Roland Thomae.

Betriebsrat fordert höheren Faktor für Abfindungen

Besonders für langjährige Mitarbeiter sei dies ein Schlag ins Gesicht. »Stellen Sie sich vor: Sie arbeiten 30 Jahre in einer Klinik, begleiten unzählige Patienten und sorgen sich um ihr Wohl. Und am Ende bekommen sie eine einmalige Zahlung von knapp 3000 Euro. Das geht aus Sicht des Betriebsrates nicht«, sagte Roland Thomae.

Die Mitarbeitervertretung fordere nun eine Erhöhung des Berechnungsfaktors für die Abfindungen von 0,1 auf 0,6. Das Gremium will versuchen, dies vor dem Arbeitsgericht in Minden durchsetzen. Dort werden derzeit auch die 127 Kündigungsschutzklagen verhandelt. »Hierbei spielt die Sozialauswahl eine Rolle. Ein Beispiel ist der Betriebsrat, aus dem viele rausgekündigt wurden, obwohl sie einen Kündigungsschutz genießen«, sagte Roland Thomae.

Unterdessen lädt Verdi die Mitarbeiter zu einer »Feier anlässlich der Schließung« der Weserklinik für Freitag, 29. Juli, ab 18 Uhr in das Kreishaus Herford ein.

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