Schokoladenfabrik ist Ankerprojekt für den Ortsteil Rehme Wandel soll bis Herbst 2017 erfolgen

Bad Oeynhausen (WB). Das Ziel haben Tanja und Henning Bökamp klar vor Augen. Bis Herbst des Jahres 2017 soll sich die ehemalige Schokoladenfabrik Lammert am Alten Rehmer Weg zum modernen Dienstleistungs- und Gewerbezentrum unter Wahrung der historischen Bausubstanz gewandelt haben. Etwa 2,8 Millionen Euro sollen investiert werden.

Von Claus Brand
Architekt Henning Bökamp will mit seinem Büro und seinem Team von Gohfeld aus in die ehemalige Schokoladenfabrik Lammert in Rehme wechseln. Derzeit gibt es zwei weitere Interessenten für die Nutzung eines Teiles des Gebäudes.
Architekt Henning Bökamp will mit seinem Büro und seinem Team von Gohfeld aus in die ehemalige Schokoladenfabrik Lammert in Rehme wechseln. Derzeit gibt es zwei weitere Interessenten für die Nutzung eines Teiles des Gebäudes.

Fest steht: Mit ihrem Architekturbüro, bislang in Gohfeld ansässig, wollen sie nach Rehme wechseln. Der nächste wichtige Stichtag für das Projekt ist der 31. Mai. Bis zu diesem Termin soll die Entscheidung fallen, ob die Interessenten für zwei Einheiten im Komplex mit insgesamt etwa 1500 Quadratmetern Nutzfläche Partner für das Projekt und damit Mieter im Gebäude werden. Tanja Bökamp: »Wir möchten die aktuell laufende Vermarktungsphase Ende Juni abschließen. 60 bis 70 Prozent der Fläche hoffen wir, dann vermietet zu haben.«

Signalwirkung für andere Eigentümer

Henning Bökamp hat das Projekt für den Standort und sein Umfeld stets als »Ankerprojekt« bezeichnet. Tanja Bökamp: »Wir gehen davon aus, dass eine Umsetzung unserer Pläne Signalwirkung für andere Eigentümer und damit deren Investitionen in ihre Immobilien sowohl am Alten Rehmer Weg, an der Mindener und Kanalstraße, aber auch im sonstigen Umfeld hätte.« Dabei spielten auch die Überlegungen für den Rückbau der Mindener und der Kanalstraße nach Freigabe der Nordumgehung eine Rolle. Tanja Bökamp: »In unserem Gebäude haben wir sechs Nutzungseinheiten festgelegt, die teils kombinierbar sind.«

Zwei Interessenten

Welche Nutzung genau die beiden aktuellen Interessenten anstreben, verrät Tanja Bökamp nicht. Sie sagt: »Bei einer Einheit im Dachgeschoss und Spitzboden mit etwa 103 Quadratmetern, über zwei Etagen, plus gut 123 Quadratmeter Sonnendeck, handelt es sich um einen nicht ortsansässigen Dienstleister.« Er sei in Bad Oeynhausen geboren, lebe aber andernorts. Der Interessent für eine weitere Einheit im Dachgeschoss und Spitzboden, auf der anderen Seite des Treppenhauses, ebenfalls mit Anbindung an die Dachterrasse, sei ein ortsansässiges Unternehmen. »Sie sind gut unterwegs im Bereich einer Gewerbeproduktion, weniger Dienstleistung, und wollen sich vergrößern.«

Show-Küche als Option

Für zwei weitere Einheiten, jeweils etwa 250 Quadratmeter groß, die einzeln zu mieten sind, aber auch über eine Treppe verbunden werden könnten, kann sie sich eine Nutzung mit Eventcharakter, für Meetings, für die Präsentation von Firmen, für Veranstaltungen, so Familien- oder Firmenfeiern, vorstellen. Das alles mit der Option, dort eine Ausstattung umzusetzen, die die gastronomische Versorgung der Gäste über eine Kücheneinheit ermöglicht. Sie sagt: »Vielleicht in Form eines Unternehmens, das eine Show-Küche betreibt.« Auch eine Versorgung des Hauses über die Küche hält sie für eine Option, nicht aber eine klassische gastronomische Nutzung als Restaurant. Das Spektrum für diesen Marktplatz reicht also von der kleineren Feier bis zum Messe-Event. Sollte es zu dieser Nutzung kommen, »müsste sie ganzjährig sein.« Ein eigenes Engagement in diesen beiden Einheiten schließt sie aus. Komme es zur Nutzung mit Event-Charakter nicht, sei auch eine Büronutzung möglich.

Denk- und Energiefabrik

Eine große Rolle spielt für das Paar bei der Umsetzung der Pläne das Stichwort Denk- und Energiefabrik: »Wir bieten an, dass der Mietpreis die Kosten für Strom, Wärme und Stellplatz beinhaltet. Wir produzieren selbst Strom und Wärme mit einer Holz-Pellet-Heizung, um so eine garantierte Warmmiete zu haben.« Dies alles geschieht in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage. Auf dem Grundstück sind 45 Stellplätze geplant. Überlegungen für einen Bio-Lebensmarkt aus der Vergangenheit sind an der dafür zu geringen Zahl von Stellplätzen gescheitert. Tanja Bökamp: »Die Nutzungen müssen letztendlich zueinander passen, so dass wir insgesamt harmonisch unterwegs sein können. Für uns ist und bleibt die Schokoladenfabrik Lammert ein Herzensobjekt.« Es gehe ihnen in einer »Gewerbefamilie« um eine »Mietpartnerschaft«. Man habe auch Anfragen abgelehnt, so für ein Fitness-Studio oder ein Gesundheitszentrum. Inwieweit der einzelne sich ins Netzwerk der Schokoladenfabrik einbringt, solle ihm überlassen bleiben. »Wir sind auch mit den Grundstückseigentümern in der Nachbarschaft im Gespräch. Denn wir wollen etwas für Rehme bewegen«, sagt sie.

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