Bad Oeynhausen Loch im Hügel verschwindet

Bad Oeynhausen (WB). Mehr als ein Jahr sind Autofahrer geduldig am Erdhügel an der Dehmer Spange vorbeifahren. Nun soll das abgerutschte Erdreich bis Ende Mai wieder aufgefüllt werden. Damit verbunden sind Mehrkosten in Höhe von 470.000 Euro beim Bau der A 30.

Von Rajkumar Mukherjee
Die Arbeiten zur Beseitigung des Erdbruchs an der B 61 neu haben begonnen. Im Dezember 2014 war hier die Böschung weggerutscht. Unterdessen sollen im Abschnitt vier am Kreuz Löhne im Juni Erdarbeiten beginnen, im September der Bau zweier Brücken.
Die Arbeiten zur Beseitigung des Erdbruchs an der B 61 neu haben begonnen. Im Dezember 2014 war hier die Böschung weggerutscht. Unterdessen sollen im Abschnitt vier am Kreuz Löhne im Juni Erdarbeiten beginnen, im September der Bau zweier Brücken. Foto: Rajkumar Mukherjee

Wie berichtet, war die Böschung bereits Ende Dezember 2014 am Zubringer zur A 30 auf die Fahrbahn der B 61 neu gerutscht. Ein Verkehrsteilnehmer hatte die Polizei darüber informiert. Aufgrund des Erdreiches, das auch auf der Fahrbahn lag, musste die Straße zeitweise mit einer Ampel halbseitig gesperrt werden.

Vergangenen Donnerstag haben nun die Arbeiten zur Beseitigung des Erdrutsches begonnen, teilt Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW mit Sitz in Bielefeld, auf Anfrage mit. Der Hügel an der B 61 neu ist – streng genommen – kein Erdrutsch, sondern ein Erdbruch. »Der Unterschied ist, dass der Erdbruch in die Tiefe geht«, sagt Sven Johanning. Damit verbunden ist auch ein größerer Aufwand bei der Beseitigung, der sich letztlich auch bei den Kosten widerspiegelt.

Starker Regen hat den Erdrutsch beschleunigt

Den Grund für den Erdbruch führt der Landesbetrieb auf vermehrte Regenfälle und eindringendes Wasser Ende 2014 zurück. Dies habe zur Folge gehabt, dass das Erdreich durchweicht wurde. »Zwar ist im Vorfeld ein Bodengutachten durchgeführt, aber dieser Schaden war so nicht abzusehen«, sagt Sven Johanning.

Zugleich verweist er auf die Geologie des ursprünglichen Geländes in diesem Bereich des Wiehengebirges. Sogenanntes Urgelände finde sich nämlich am oberen Ende der Böschung wieder. Die B 61 neu liege unter diesem Bodenniveau. Damit verstärkt sich – etwa bei eindringendem Wasser – die Gefahr von Erdrutschen und -brüchen.

Vlies hält die Erdlagen zusammen

Bei dem Erdhügel an der Dehmer Spange soll aber genau das zukünftig nicht mehr passieren. »Zwischen die Erdlagen, die wieder aufgefüllt werden, sollen Geotextilien eingelegt werden. Das ist ein Vlies, das die Lagen zusammenhält«, sagt Sven Johanning.

Zunächst wird noch bis Ende April der Boden ausgebaggert. Insgesamt etwa 8000 Kubikmeter Boden müssen dafür bewegt werden.

Damit allein ist es aber nicht getan. Etwa einen Meter unterhalb des Straßenniveaus geht der Bagger in die Tiefe. Von dort aus wird der Boden anschließend Lage für Lage wieder aufgefüllt – jeweils mit einem Stück des besagten Vlies’ dazwischen für den besseren Halt. Zusätzlich soll im hinteren, oberen Bereich eine Dränage in das Erdreich eingezogen werden. Damit soll zukünftig das Regenwasser besser abfließen.

Arbeiten mussten ausgeschrieben werden

Die Arbeiten führt die Firma Dieckmann aus Osnabrück durch. Sie erhielt den Zuschlag, nachdem die Beseitigung des Erdhügels aufgrund der Kosten in Höhe von 470.000 gesondert ausgeschrieben werden musste. Die Firma Dieckmann ist auch mit dem Umbau des A 2-Zubringers zwischen Werrebrücke und der Auf- und Abfahrt Bad Oeynhausen-Ost der A 2 beauftragt.

Diese Arbeiten haben ebenfalls vergangene Woche begonnen. Bis Ende des Jahres werden dort unter anderem Teile der Straße fertiggestellt, bestehende Markierungen abgefräst, der Kanalbau durchgeführt und beispielsweise Leerrohre für Fernmeldetechnik eingesetzt. Die Kosten betragen etwa 1,5 Millionen Euro.

Unterdessen sollen im Abschnitt vier am Kreuz Löhne zwischen der A 30 aus Richtung Osnabrück und der Auffahrt Gohfeld im Juni Erdarbeiten beginnen. Im September beginnt dann der Bau zweier Brücken in diesem Bereich. Insgesamt 15 Millionen Euro sind für den Bau dieses Abschnittes vorgesehen.

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