Parallel zur Suche nach einem privaten Investor soll der mögliche Betrieb durch die Stadt selbst geprüft werden Stadt kauft Nordbahnhof

Bad Oeynhausen (WB). Die Weichen für den Erwerb des Nordbahnhofes und die umliegenden Verkehrsflächen durch die Stadt Bad Oeynhausen sind gestellt. Einen entsprechenden einstimmigen  Beschluss haben am Dienstagabend die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung gefasst. 300.000 Euro werden laut eines Marktwertgutachtens für den Immobilienkauf fällig.

Von Malte Samtenschnieder
Während mögliche Nutzungskonzepte für das Bahnhofsgebäude noch recht vage sind, gibt es konkrete Pläne für den Vorplatz. So soll beispielsweise die Aufstellung der Taxis neu geordnet werden. Auch zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind im Gespräch.
Während mögliche Nutzungskonzepte für das Bahnhofsgebäude noch recht vage sind, gibt es konkrete Pläne für den Vorplatz. So soll beispielsweise die Aufstellung der Taxis neu geordnet werden. Auch zusätzliche Abstellmöglichkeiten für Fahrräder sind im Gespräch. Foto: Louis Ruthe

»Das Bahnhofsgebäude und die umliegenden Verkehrsflächen haben eine Gesamtgröße von etwa 7000 Quadratmetern«, sagte Arnold Reeker, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Bauen. Etwa 2000 Quadratmeter entfielen auf das im Jahr 1914 errichtete Bahnhofsgebäude. »Die Nutzfläche beträgt 1281 Quadratmeter.

Und es gibt aktuell neun Miet- beziehungsweise Nutzungsverträge«, sagte Arnold Reeker. Der Kaufpreis für das Bahnhofsgebäude belaufe sich laut Marktwertgutachten auf 186 000 Euro. Weitere 115 000 Euro würden für die weiteren Verkehrsflächen mit einer Gesamtgröße von 5000 Quadratmetern fällig.

Zugang Tag und Nacht gewährleisten

Bevor der Fachbereichsleiter mögliche Nutzungsvarianten für das Bahnhofsgebäude aufzeigte, machte er aus Sicht der Stadt unverrückbare Grundlagen für jedes Nutzungskonzept deutlich. Da es sich bei dem Nordbahnhof um ein stadtbildprägendes Gebäude handele, sei dessen Erhalt ein vorrangiges Ziel. »Zudem muss der Zugang zu den Bahngleisen bei Tag und Nacht gewährleistet sein«, betonte Arnold Reeker.

Für die Nutzung kämen vor allem bahnhofsaffine Angebote in Frage. »Außer Café, Bäcker, Reisezentrum und Kiosk sieht eine Nutzungsvariante einen Biomarkt vor«, sagte der Fachbereichsleiter. Die Fläche dafür sei mit 400 Quadratmetern veranschlagt. In der zweiten Variante sei dieses vergleichsweise große Areal unterteilt. Dadurch ließen sich negative Auswirkungen durch mögliche Leerstände begrenzen.

Bahnhofsvorplatz

Während die Nutzungsvarianten für das Bahnhofsgebäude laut Arnold Reeker auf Gesprächen mit ersten möglichen Interessenten beruhen, sind Pläne für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes konkreter gefasst. Für 139 000 Euro sollen zum Beispiel weitere Abstellmöglichkeiten für Fahrräder eingerichtet, die Aufstellung der Taxis neu geordnet sowie taktile Elemente und ein zentrale Info-Point geschaffen werden. »Für diese Maßnahmen erhalten wir eine Förderung von 90 000 Euro«, sagte der Fachbereichsleiter.

Um den Einfluss auf die zukünftige Nutzung des Bahnhofsgebäudes zu wahren, beschlossen die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses alternativ zur Suche nach einem privaten Investor und Betreiber für das Bahnhofsgebäude den Betrieb durch die Stadt Bad Oeynhausen oder eine städtische Tochtergesellschaft weiterzuverfolgen. »Ich kann nicht verstehen, warum wir uns als Stadt an dieser Stelle aus dem Verfahren zurückziehen sollen«, merkte Dieter Büssing (CDU) an. Thomas Heilig (UW) wollte von Arnold Reeker wissen, wie viele potenzielle Investoren es derzeit gebe.

Investorensuche

Immerhin habe Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann während seines Wahlkampfes entsprechende Andeutungen gemacht. Er habe genau ein Gespräch mit möglichen Mietinteressenten geführt, mehr könne er zu dieser Angelegenheit nicht sagen, entgegnete der Fachbereichsleiter.

Als alternative Nutzungsmöglichkeit für das Bahnhofsgebäude regte Rainer Müller-Held (Grüne) den Umzug der Tourist-Info an. Er sei bereit für den Erhalt des Gebäudes gewisse Risiken einzugehen. »Bei Investoren sollten wir dagegen generell vorsichtig sein.«
Olaf Winkelmann (SPD) sprach sich dafür aus, das weitere Verfahren offen anzugehen. Er könne sich sowohl einen privaten Investor als auch eine städtische Lösung, vielleicht sogar eine Mischung aus beiden Modellen – also ein »Joint Venture« – vorstellen.

Über weitere Verhandlungen und Gespräche, auch mit Unterstützung der Bahnflächenentwicklungsgesellschaft, die das Bahnhofsareal im Namen der Bahn verkauft, sollen Stadtentwicklungsausschuss und Stadtrat im ersten Quartal 2016 informiert werden.

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