NRW-Ministerin Ute Schäfer bezieht Stellung »Flüchtlinge willkommen heißen«

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Dass ehrenamtliches Engagement auch bei der Betreuung von Flüchtlingen eine große Rolle spielt, machte Ute Schäfer, NRW-Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport, am Samstag am Rande ihres Besuchs auf der Aqua Magica im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT deutlich.

Von Malte Samtenschnieder
Bei einem Ehrenamtsfrühstück im Café Herold's auf der Aqua Magica hat NRW-Ministerin Ute Schäfer (rechts) über die große Bedeutung ehrenamtlichen Engagements bei der Betreuung von Flüchtlingen gesprochen.
Bei einem Ehrenamtsfrühstück im Café Herold's auf der Aqua Magica hat NRW-Ministerin Ute Schäfer (rechts) über die große Bedeutung ehrenamtlichen Engagements bei der Betreuung von Flüchtlingen gesprochen. Foto: Malte Samtenschnieder

»Viele Ehrenamtliche bemühen sich sehr, den Flüchtlingen das Gefühl zu vermitteln, dass sie in Deutschland willkommen sind«, sagte Ute Schäfer. Die Hilfsbereitschaft sei großartig, das Leid der  Neuankömmlinge immens. »Viele von ihnen sind traumatisiert«, betonte die Sozialdemokratin. Ursachen seien in vielen Fällen nicht allein Erlebnisse in der Heimat – etwa kriegerische Auseinandersetzungen – sondern häufig auch die Umstände der Flucht – etwa, wenn Schleuserbanden ins Spiel kämen.

»Bei den Flüchtlingen, die bei uns ankommen, müssen wir dafür sorgen, dass die Asylverfahren weiter beschleunigt werden«, führte Ute Schäfer weiter aus. Das Land Nordrhein-Westfalen engagiere sich in dieser Frage bereits sehr. Der Bund sei aber ebenfalls in der Pflicht. »Ein runder Tisch auf Bundesebene ist aus meiner Sicht überfällig«, sagte die Landesministerin.

Die Dimensionen der Flüchtlingsströme seien  derzeit nur  schwer zu erfassen. Sie habe bisweilen den Eindruck einer Völkerwanderung, sagte Ute Schäfer. »Es muss auf jeden Fall allen klar sein, dass wir die Flüchtlingsfrage nicht innerhalb eines halben Jahres lösen können«, betonte die NRW-Ministerin. Bei der Frage der Unterbringung müsse man auch neue Wege gehen. Ute Schäfer: »Vor einiger Zeit war die Unterbringung in geeigneten Zelten tabu, jetzt gibt es einen Konsens, dass es ganz ohne Zelte wohl nicht gehen wird.«

Immerhin habe die Flüchtlingswelle den positiven Effekt, dass sie neue Ehrenamtliche aktiviere. Ute Schäfer: »Viele Menschen sagen: Ich möchte etwas tun. Wo kann ich mich engagieren?«

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