Im Bürgerhaus Rehme sind am Freitagnachmittag weitere 25 Flüchtlinge eingetroffen Notunterkunft belegt

Bad Oeynhausen (WB). Seit Freitag sind alle 150 Plätze in der Notunterkunft in Rehme belegt. »Mir wurde soeben mitgeteilt, dass in diesen Minuten ein Bus mit 25 Flüchtlingen aus Bielefeld nach Bad Oeynhausen unterwegs ist«, sagte Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann am frühen Nachmittag. Weitere Informationen habe er derzeit nicht.

Von Malte Samtenschnieder
Nach der Ankunft von 125 Flüchtlingen am Dienstag (Foto) war die Zahl bis Freitag konstant. Am Nachmittag hat sich jedoch ein Bus mit 25 weiteren Flüchtlingen von Bielefeld nach Bad Oeynhausen auf den Weg gemacht. Jetzt ist die Notunterkunft belegt.
Nach der Ankunft von 125 Flüchtlingen am Dienstag (Foto) war die Zahl bis Freitag konstant. Am Nachmittag hat sich jedoch ein Bus mit 25 weiteren Flüchtlingen von Bielefeld nach Bad Oeynhausen auf den Weg gemacht. Jetzt ist die Notunterkunft belegt. Foto: Malte Samtenschnieder

Bei einem Pressegespräch am Mittag war Klaus Mueller-Zahlmann noch davon ausgegangen, dass sich die Anzahl der Menschen in der Notunterkunft vor dem Wochenende nicht mehr verändern würde. 125 Asylsuchende waren am Dienstag im Bürgerhaus Rehme angekommen. Seitdem gab es weder Neuzugänge aus den zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen, noch Flüchtlinge, die für die restliche Dauer ihres Asylverfahrens aus der Notunterkunft in Rehme in andere Kommunen gebracht wurden.

Nachdem am Donnerstagnachmittag ein Bus mit 25 Flüchtlingen aus Dortmund erst angekündigt und dann wieder abgesagt worden war, hielt nach Angaben des Bürgermeisters in den Abendstunden ein neunjähriger Junge aus Syrien die Helfer in der  Notunterkunft auf Trab. »Der Junge kam gegen 19 Uhr in Begleitung eines Landsmannes in Rehme an«, sagte Wolfgang Budde, Leiter des Fachbereichs für Jugend, Soziales und Schulen. Sein Eintreffen sei von der Bezirksregierung telefonisch angekündigt worden – verbunden mit der Information, dass der Junge medizinische Hilfe brauche.

Da es sich bei dem neunjährigen Syrer offiziell  um einen »unbegleiteten minderjährigen Flüchtling« gehandelt habe, sei das Jugendamt alarmiert worden. Wolfgang Budde: »Bis Freitagmorgen ist es uns gemeinsam gelungen, für ihn einen Platz in einer Spezialklinik zu organisieren.« Kontakt zu seinen Eltern halte der Junge mit Hilfe des Landsmannes per WhatsApp. »Das Kind wurde bei der Flucht von seinen Eltern getrennt«, sagte der Fachbereichsleiter. Der Junge habe es weiter geschafft als seine Eltern. Es bestehe aber Hoffnung, dass die Familie irgendwann in Deutschland wieder zusammengeführt werden könne.

»Das Engagement der Ehrenamtlichen bei der Flüchtlingsbetreuung ist weiterhin vorbildlich«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann. Er sei auch von den beteiligten Hilfsorganisationen und der evangelischen Kirchengemeinde Rehme gebeten worden, den Helfern ein Dankeschön auszusprechen.

Die Spendenbereitschaft der Bürger nimmt laut Stadtsprecherin Kerstin Vornheder mittlerweile  Dimensionen an, die etwa von den Helfern in der Kleiderannahme der Johanniter Unfallhilfe an der Vlo­thoer Straße nicht mehr zu händeln sind. »Die Johanniter haben darum gebeten, dass erst wieder von  Donnerstag an Spenden abgegeben werden sollen, weil sie inzwischen nicht mehr mit dem Sortieren hinterherkommen«, sagte Kerstin Vornheder.

Von einer weiteren Verbesserung in der Notunterkunft wusste Wolfgang Budde zu berichten. »Wir werden am Montag im benachbarten Hallenbad eine Waschmaschine aufstellen, damit die Flüchtlinge ihre Kleidung reinigen können«, sagte der Fachbereichsleiter.  Da es viele Kinder in der Notunterkunft gebe, die sich beim Spielen auch schmutzig machten, sei das eine sehr gute Weiterentwicklung. Auch das Aufhängen einer Wäscheleine sei geplant.

Klaus Mueller-Zahlmann merkte an, dass es vereinzelt auch Bürger gebe, die es mit ihrer Zuwendung für die Flüchtlinge zu gut meinten und gebeten würden, das Gelände der Notunterkunft zu verlassen. In diesen Fällen sei der Sicherheitsdienst angehalten, das Hausrecht der Stadt durchzusetzen.

Anders sehe es bei dem Engagement der Freiwilligen aus, die von der Stadt, der Kirchengemeinde oder den Hilfsdiensten koordiniert würden. »Es hat mich sehr beeindruckt, dass am Freitag  Studenten mit einigen der Flüchtlinge Deutsch gelernt haben«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann.

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