Notunterkunft im Bürgerhaus Rehme geht in Betrieb – Erster Tag verläuft ohne Zwischenfälle 125 Flüchtlinge aufgenommen

Bad Oeynhausen (WB). 125 Flüchtlinge sind am Dienstag in der neuen Notunterkunft im Bürgerhaus Rehme angekommen. »Bei der Registrierung und Unterbringung der Menschen hat alles reibungslos geklappt«, sagte Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann am Dienstagnachmittag bei einem Pressegespräch. Die gründliche Vorbereitung – trotz der Kürze der Zeit – habe sich ausgezahlt.

Von Malte Samtenschnieder
125 Flüchtlinge aus 14 Herkunftsländern sind am Dienstag im Tagesverlauf in der neuen Notunterkunft im Bürgerhaus Rehme untergebracht worden. 99 von ihnen reisten in Familienverbänden (Foto) an. 52 sind jünger als 18 Jahre. Bei 26 Flüchtlingen handelt es sich um Alleinreisende. Acht der Alleinreisenden sind Frauen.
125 Flüchtlinge aus 14 Herkunftsländern sind am Dienstag im Tagesverlauf in der neuen Notunterkunft im Bürgerhaus Rehme untergebracht worden. 99 von ihnen reisten in Familienverbänden (Foto) an. 52 sind jünger als 18 Jahre. Bei 26 Flüchtlingen handelt es sich um Alleinreisende. Acht der Alleinreisenden sind Frauen. Foto: Malte Samtenschnieder

Es ist 12.20 Uhr, als die ersten Flüchtlinge am Bürgerhaus Rehme eintreffen. Insgesamt drei Busse  bringen im Tagesverlauf 125 Menschen aus der Erstaufnahmeeinrichtung in Unna-Massen in die neue Notunterkunft in  Bad Oeynhausen. Bereits vor dem Aussteigen machen Dolmetscher die Neuankömmlinge mit dem weiteren Prozedere vertraut: Erst verlassen die Alleinreisenden den Bus. Dann folgen die Familien.

Viele tragen ihre wenigen Habseligkeiten in Tüten, Taschen oder Koffern bei sich. Einige besitzen nur die Kleider, die sie auf dem Leib tragen. Bevor die Flüchtlinge die Notunterkunft betreten, erfolgt ein Sicherheitscheck, um zu verhindern, dass gefährliche Gegenstände ins Gebäude gelangen. Bei der folgenden Registrierung bekommen die Neuankömmlinge Armbänder, mit denen sie Zugang zum Bürgerhaus Rehme und zum Martin-Luther-Hof erhalten. Zudem erfahren sie die Nummern ihrer Schlafplätze.

»Eigentlich wollten wir die Alleinreisenden im großen Saal und die Familien in einem abgeteilten kleineren Bereich unterbringen«, sagte Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann. Aufgrund der Zusammensetzung der Neuankömmlinge sei die Unterbringung  andersherum erfolgt. »Wir waren ein wenig erstaunt, dass so viele Familien unter den Flüchtlingen sind«, erläuterte Wolfgang Budde, Leiter des Fachbereichs für Jugend, Soziales und Schulen.

Am Nachmittag hatte er folgende Zahlen parat: Die 125 Flüchtlinge stammen aus 14 Herkunftsländern. Es sind Afghanistan (1), Ägypten (3), Albanien (38), Algerien (4), Armenien (3), Eritrea (9), Irak (22), Iran (1), Libanon (5) Marokko (2), Nigeria (9), Palästina (1), Syrien (35) und Tunesien (1). »Der Jüngste ist erst einen Monat alt«, erläuterte Wolfgang Budde. Es handele sich um ein Baby, das während der Flucht in Sizilien geboren sei. 99 Flüchtlinge seien in Familienverbänden, 26 allein angereist. Bei 52 Flüchtlingen handele es sich um Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

»Sowohl beim Empfang der Flüchtlinge als auch bei der Registrierung sind alle Beteiligten mit großem Fingerspitzengefühl vorgegangen«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann. Er sei sowohl den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes als auch den zahlreichen Ehrenamtlichen für ihren professionellen Einsatz dankbar. Nicht nur im Bürgerhaus und im Martin-Luther-Hof seien die Helfer aktiv gewesen, sondern auch in der Kleiderannahme der Johanniter Unfallhilfe.

»Inzwischen hat allein die Stadt einen Pool aus mehr als 100 Freiwilligen, die helfen möchten«, sagte Marina Freese, die das ehrenamtliche Engagement seitens der Verwaltung koordiniert. Weitere Helfer seien willkommen. »Wir suchen insbesondere Sprachmittler«, betonte Marina Freese. Ein Großteil der Verständigung  sei am Dienstag auf Arabisch, Englisch, Französische und Serbokroatisch erfolgt.  Es fehlten allerdings noch Dolmetscher für Albanisch und Kurdisch.

Nachdem am Dienstagmittag die ersten Mahlzeiten ausgegeben wurden, soll am Mittwoch eine Kleiderausgabe in der Notunterkunft öffnen. Gleiches gelte für die Duschen im Rehmer Hallenbad. Außerdem  wird laut Klaus Mueller-Zahlmann ein geringes Taschengeld an die Flüchtlinge ausgezahlt. Für die vielen Kinder werde am Martin-Luther-Hof das Spielmobil  erwartet.

»Mit dem Verlauf des ersten Betriebstages der Notunterkunft können wir sehr zufrieden sein«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann. Immerhin seien die Vorbereitungen in  weniger als einer Woche erfolgt. Er gehe davon aus, dass auch die restlichen  25 freien Schlafplätze in der Notunterkunft bald belegt würden.

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