Antrag des FC Fortuna Schlangen soll im Ausschuss für Gemeindeentwicklung weiter beraten werden
Sozialgebäude-Pläne auf Eis gelegt

Schlangen -

Der FC Fortuna Schlangen möchte die Soccer-Arena am Sportzentrum Rennekamp um ein Sozialgebäude erweitern. Die Kosten würden sich nach ersten Berechnungen auf insgesamt 170.000 Euro belaufen. Der Verein hofft deshalb auf finanzielle Unterstützung mit Mitteln aus dem „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten 2020/21“. Der Gemeinderat sieht aber noch Beratungsbedarf in den Ausschüssen.

Montag, 04.01.2021, 20:25 Uhr aktualisiert: 04.01.2021, 20:30 Uhr
Neben der Soccer-Arena möchte der FC Fortuna Schlangen ein Sozialgebäude bauen. Foto: Phil Hänsgen

Vor sieben Jahren war die Soccer-Arena mit Mitteln des Fußballvereins errichtet worden. Wie der Vereinsvorsitzende Bodo Kibgies in der vergangenen Ratssitzung berichtete, möchte Fortuna Schlangen die Spielfläche um ein Sozialgebäude erweitern. Geplant ist ein eingeschossiger Bau in modularer und energetischer Holzbauweise.

Ein Hinweis war dem Vorsitzenden in diesem Zusammenhang besonders wichtig: „Unser Verein hat bereits die Investitionskosten für die bisherige Spielfläche in Höhe von 75.000 Euro zu 100 Prozent finanziert.“ Jetzt gehe es darum, weiter in die Zukunft des Platzes zu investieren.

Nicht nur von Vereinsangehörigen genutzt

Auf die genauen Gründe ging Kibgies in der Ratssitzung auch ein: Aktuell werde die Soccer-Arena nicht nur von den Vereinsangehörigen fleißig genutzt. Der Platz stehe auch Schülern und Kindern der angrenzenden Kita Regenbogen kostenfrei zur Verfügung. Jugendliche der Sportfreunde Oesterholz-Kohlstädt sowie die Senioren des VfL Schlangen seien hier ebenfalls gerne gesehene Gäste.

Und das hat weitreichende Folgen: Da mit der wachsenden Zahl von Jugendmannschaften auch der Trainings- und Spielbetrieb in der Soccer-Arena deutlich zugenommen hat, decken die bisherigen Sozialräume (entstanden 2007) den tatsächlichen Bedarf nicht mehr ab – auch das betonte Kibgies. Es handelt sich dabei um zwei Duschen und vier Umkleiden im Außenbereich der Rennekamp-Sporthalle.

„Dieser Engpass ließe sich durch den Bau eines acht mal sechs Meter großen Sozialgebäudes an der Soccer-Arena beheben“, ist Kibgies überzeugt und fügt hinzu: „Kinder und Jugendliche könnten sich dort auch umziehen und nicht in doppelt belegten Umkleiden oder im Freien, wie es jetzt schon der Fall ist.“

Geschätzte Kosten bei 170.000 Euro

Die geschätzten Kosten für den Neubau gab Kibgies im Rat mit 170.000 Euro an. Ein Großteil der Summe könne seiner Meinung nach über Fördermittel finanziert werden. Der „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten 2020/21“ biete sich dazu idealerweise an.

Wichtige rechtlich-planerische Voraussetzungen habe der Verein bereits erfüllt, betonte Kibgies. So sei das gegenseitige Einvernehmen mit der Gemeinde Schlangen inzwischen hergestellt und eine entsprechende Bauvoranfrage vom Kreis Lippe positiv bewertet worden (Vorbescheid).

Michael Zans, Fraktionsvorsitzender der SPD, hat eine ganz andere Sicht auf die Dinge. Für ihn steht fest: „Der Sportplatz Rennekamp inklusive seiner Hallen ist in erster Linie eine Sportanlage beider Schulen“, die selbstverständlich auch der VfL Schlangen und die Fortuna benutzen dürften.

Der geplante Bau eines Sozialgebäudes wirft Zans zufolge nun eine entscheidende Frage auf: Können Lehrer und Übungsleiter künftig noch ihrer vorgeschriebenen Aufsichtspflicht nachkommen? „Ich bezweifele das“, so Zans. Offenbar seien alternative Standorte auch nicht geprüft worden.

Und noch etwas bereitet dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Sorgen, und das ist der Lärmschutz. Die Anwohner der Badstraße sollten deshalb zwingend in eine solche Planung mit einbezogen werden.

Kritik an Bauskizze

Kritik übt Zans ebenso an der vorliegenden Bauskizze, die er als wenig aussagekräftig bezeichnet: „Was uns da erwartet und wie viel es tatsächlich kostet, ist nicht erkennbar.“

Abschließend warf Zans noch einen Blick in die Zukunft und ging dabei von folgendem Szenario aus: „Sobald die August-Hermann-Francke-Gesamtschule komplett dreizügig ist, reichen die Hallenkapazitäten am Rennekamp nicht mehr aus.“ Deshalb sei ein Sportstättenkonzept zwingend notwendig. In dem müssten dann auch die fehlenden Umkleiden und Duschen ein wichtiges Thema sein. Vor diesem Hintergrund mache der jetzt unmittelbar geplante Bau eines Sozialgebäudes keinen Sinn, so Zans.

Mit großer Mehrheit abgelehnt

CDU und Grüne teilten diese Vorbehalte. Der Antrag des FC Fortuna Schlangen wurde deshalb mit großer Mehrheit abgelehnt; „Die Fraktion“ enthielt sich geschlossen der Stimme. Die Fortuna-Pläne sollen zunächst ausführlich im Ausschuss für Gemeindeentwicklung beraten werden. Michael Zans: „Wir versäumen bis dahin nichts. Entsprechende Förderanträge können auch für das Jahr 2022 eingereicht werden. Die Frist dafür ist der 30. September 2021.“

Dagegen hält es Kibgies für nicht ausgeschlossen, dass das betreffende Förderprogramm nicht oder zu deutlich schlechteren Konditionen verlängert wird.

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