Weideprojekt am Kanickelbusch – Auch Archäologischer Lehrpfad wird neu gestaltet
„Ein schöner neuer Bereich entsteht“

Schlangen (WB). Der Unternehmer Frank Wilhelmi hat 2017 die unter Naturschutz stehende Heidefläche am Bungalowpark gekauft, um hier ein Beweidungsprojekt mit Hochlandrindern zu starten. Dafür wollte er die Fläche, die Ortsansässigen als Kanickelbusch bekannt ist, umzäunen. Das stieß bei Anwohnern und Spaziergängern, die die Fläche zum Spazierengehen nutzten, auf Kritik.

Mittwoch, 05.08.2020, 10:36 Uhr aktualisiert: 05.08.2020, 10:38 Uhr
Das Weideprojekt am Kanickelbusch in Oesterholz-Haustenbeck nimmt Form an. Frank Wilhelmi zeigt den drei Meter breiten Weg, der rund um die Weide führt. Dieser garantiert die Fußläufigkeit rundherum und soll nach Abschluss des Projekts als Wanderweg hergerichtet werden. Foto: Sonja Möller

Deswegen möchte Wilhelmi jetzt Klarheit bezüglich seiner Pläne schaffen und stellt mit allen Beteiligten das Projekt vor. „Wir setzen gerade den Zaun der Weide“, erzählt Wilhelmi. Zwei Weidetore stehen bereits. Eins auf der Seite des Archäologischen Lehrpfades und eins am Ascheweg. Auf der Weide sollen zwei Hochlandrinder leben und den Bewuchs flach halten, so dass sich die Heide wieder entwickeln kann.

Carolin Schepers von der Biologischen Station zeigt, wie das Hügelgrab am Archäologischen Lehrpfad aufgewertet werden soll.

Carolin Schepers von der Biologischen Station zeigt, wie das Hügelgrab am Archäologischen Lehrpfad aufgewertet werden soll.

„Nachdem Herr Wilhelmi die Fläche gekauft hatte, kam er auf uns zu und fragte, wie man das Gebiet entwickeln könne“, erzählt Daniel Telaar, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde beim Kreis Lippe: „Wir wollen, dass die offene Fläche an Wertigkeit gewinnt und langfristig die Heide gefördert wird. Das Gebiet steht ja nicht ohne Grund unter Naturschutz.“ Für die Pflege sollen demnächst zwei Schottische Hochlandrinder zuständig sein, die den Bewuchs kurz halten. „Sonst würde die Fläche über lange Zeit verbuschen“, erläutert Jens Omilian, zuständiger Sachbearbeiter beim Kreis Lippe.

Wann das Projekt fertig ist und die Tiere auf der Fläche stehen, kann Frank Wilhelmi noch nicht sagen. Aufgrund der Corona-Pandemie komme es zu Verzögerungen. Allerdings ist schon jetzt der drei Meter breite Streifen rund um die Weide sichtbar, der die Fußläufigkeit um das Gelände sicherstellen soll. „Ich habe alles extra vermessen lassen, damit die Breite überall gesichert ist“, berichtet Wilhelmi. Allerdings seien die Hälfte der Begrenzungspfähle zwei Tage später herausgerissen worden. „Das hat mich geärgert und es kostet viel Geld“, sagt der Eigentümer. Immer wieder werde er angesprochen, was alles noch nicht gemacht sei. „Aber so ein Projekt dauert seine Zeit. Das geht nicht alles auf einmal. Vor allem nicht in Zeiten von Corona“, bittet er um etwas mehr Geduld. Nach Abschluss des Weideprojektes soll der Wanderweg wieder hergerichtet werden, teilt Schlangens Bürgermeister Ulrich Knorr mit.

Problem mit Hundebesitzern

Ursprünglich war geplant, das Weideprojekt bis Ende des Jahres abzuschließen. Das sei jetzt aber offen. Der Fußweg werde übrigens von Hundebesitzern schon gut genutzt, beschreibt es Wilhelmi: „Allerdings nehmen viele ihre Hundehaufen nicht mit oder werfen die Kotbeutel einfach in den Wald. Das kann ich nicht verstehen“, sagt er kopfschüttelnd.

Neben dem Weideprojekt soll auch das Gelände des Archäologischen Lehrpfades wieder hergerichtet werden. Diesen will die Biologische Station Kreis Paderborn/Senne im Zuge des Projektes Senne mit allen Sinnen neu und erlebbar gestalten. „Es ist zum Beispiel ein neuer Infostand geplant, der über den Lehrpfad informiert“, erläutert Ulrich Knorr. Auf der Freifläche soll zudem eine große Skulptur aus Stahl und Holz in Form einer Grille aufgestellt werden, die ein Künstler extra anfertigt. „Darauf können sich Spaziergänger setzen, darauf herumklettern und den Feldgrillen zuhören, die sich in der offenen Fläche wohl fühlen“, freut sich Carolin Schepers von der Biologischen Station.

“Schöner, neuer Bereich”

Auch die Hügelgräber sollen wieder für Interessierte erlebbar werden. Dafür ist geplant, eine Baumsarg-Nachbildung so aufzustellen, dass sich Menschen selbst hineinlegen können. Schepers hat Rücksprache mit beiden Heimat- und Verkehrsvereinen gehalten. „Es gab jeweils Ortstermine. Wir haben Anregungen mitgenommen und in die Planung einbezogen“, erläutert Schepers. Für die Neugestaltung des Lehrpfades werden Fördermittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (Efre) verwendet.

Ulrich Knorr ist überzeugt: „Hier wird ein schöner neuer Bereich entstehen, wie wir das für den Lehrpfad vor Jahren vorhatten.“ Die Pflege des Lehrpfades übernehme für die kommenden Jahre die Gemeinde.

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