Der Wetterrückblick: Corona erschwert Vorhersagen Der Winter treibt im März bereits Blüten

Im März gab es besonders viele Frosttage – nämlich insgesamt 13. Doch wohl niemand würde behaupten, dass der Winter zurückgekehrt wäre, der ohnehin nie kam. Denn dafür würde es dann tagsüber richtig warm. Schuld war ein kräftiges Hoch. Doch zunächst kamen noch Ausläufer von Tiefdruckgebieten und ein Virus. Beide nahmen auch Einfluss auf das Wetter.

Von Robin Jähne
Klarer Himmel über Donop: Unten blühen die Schneeglöckchen, oben sind die Störche in ihr Nest eingezogen.
Klarer Himmel über Donop: Unten blühen die Schneeglöckchen, oben sind die Störche in ihr Nest eingezogen. Foto: Robin Jähne

Ungewöhnlich war es gleich zu Beginn des Monats, so dass im Kreis Paderborn bereits Zwetschgenbäume blühten. Erst einmal blieb es kühl. Die sechs Regentage und die meisten der 13 Tage mit Schauern fielen auf die erste Monatshälfte. Doch was runter kam, hielt sich in Grenzen. Zwischendurch bescherte eine Kaltfront sogar einmal ein paar Schneeflocken.

Kaum gekanntes Wetterphänomen

Dann stellte sich die Wetterlage um – ein Hoch im Osten nistete sich ein. Wäre es mehr im Osten gewesen, wäre das Lipperland in den Genuss der Luftströmung auf der Westseite gekommen, dann wäre schon ziemlich warme Luft herangezogen. Doch das Hoch ließ sich ein wenig nach Norden treiben, und so blies ein kühler Ostwind. Dazu kommt noch, dass in einem Hoch abgekühlte Luft aus großer Höhe langsam nach unten sinkt. Sie hat beim Aufsteigen ihre Feuchtigkeit im Tief als Regen abgegeben. Fällt sie im Hoch dann runter, erwärmt sie sich – denn unten ist es bekanntlich wärmer. Wenn sich Luft erwärmt, kann sie mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Sie wird regelrecht durstig. Sie saugt vorhandene Wolken auf, lässt den Himmel klar werden.

Doch es gibt auch eine Kehrseite der Medaille: Wenn keine isolierende Wolkendecke da ist, dann strahlt der Boden nachts ungehindert die Wärme in den Weltraum ab. Und dann gibt es tüchtig Bodenfrost.

Im vergangenen März gesellte sich ein bisher kaum gekanntes Wetterphänomen dazu. Nicht nur die durstige Luft des Hochs putzte den Himmel sauber. Wegen der Corona-Pandemie flogen deutlich weniger Flugzeuge, und es entstanden viel weniger Kondensstreifen. Der Himmel wurde also noch blauer.

Weniger Daten für Wetterfrösche

Dieses Himmelsblau entsteht durch das Sonnenlicht. Unsere Sonne strahlt alle möglichen Farben des Regenbogens ab. Die langsam schwingenden Lichtwellen sind rot, blau sind die schnellen Schwinger. Die lassen sich durch winzige Partikel in der Atmosphäre aber auch besser ablenken. Sie verteilen sich und lassen den Himmel blau strahlen - sie werden gestreut, sagt der Fachmann. Wenn wir eine rote Sonne untergehen sehen, dann ist er Weg ihres Lichtes sehr lang durch unsere Atmosphäre. Dabei geht viel blaues Licht verloren, übrig bliebt dann halt rot.

Das Coronavirus hat übrigens auch eine Wirkung auf die Wettervorhersage: Weil aufgrund der Reisebeschränkungen weniger Flugzeuge fliegen, erhalten die Wetterfrösche weniger Daten. Und deswegen wird die Vorhersage in bestimmten Fälle ungenauer.

Zum Monatsende brachte der März teilweise Tiefstwerte von unter minus 8 Grad, fast ein Rekord für den vergangenen Winter.

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