Bürgermeisterwahl: Bodo Kibgies tritt als parteiloser Bewerber für Schlangen an
Der Kandidat mit dem blauen Fahrrad

Schlangen (WB). Im Rennen um das Bürgermeisteramt in Schlangen gibt es einen dritten Bewerber: Der 60-jährige Bodo Kibgies hat am Freitag seine Kandidatur angekündigt. Er will sich als Parteiloser am 13. September zur Wahl stellen. Schon vor Tagen war über eine Kandidatur von Kibgies spekuliert worden. Nun ist es offiziell. In den Monaten zuvor hatten bereits Marcus Püster (CDU) und Julian Koch (SPD) ihre Bewerbung für die Nachfolge von Bürgermeister Ulrich Knorr angemeldet.

Samstag, 07.03.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 07.03.2020, 05:00 Uhr
Bodo Kibgies hat sich für seinen Wahlkampf ein ganz besonderes Markenzeichen einfallen lassen: Als der Kandidat mit dem himmelblauen Fahrrad will er künftig in der Gemeinde Schlangen unterwegs sein. Foto: Klaus Karenfeld

„Ich setze auf Sieg“, gab sich Kibgies optimistisch. Auf Nachfrage wurde er noch deutlicher: „Selbst wenn Ulrich Knorr sich um eine dritte Amtszeit bemüht hätte, wäre ich jetzt angetreten.“ Die Schlänger Wähler will der Kandidat bis zum 13. September als Mann mit großer Finanz-, Planungs- und Führungskompetenz überzeugen. Nach einer Ausbildung zum Bürokaufmann absolvierte Kibgies ein betriebswirtschaftliches Studium, das er als Diplom-Betriebswirt erfolgreich beendete. Ein Studium an der University of Wales schloss er mit dem Titel “Master of Business Administration in Finance” ab.

„Meine beruflichen Kenntnisse möchte ich in das Amt einbringen“

Nach dem Studium begann Bodo Kibgies zunächst eine Tätigkeit bei einem Finanzunternehmen. Sechs Jahre später wechselte er aus dem Angestelltenverhältnis in die berufliche Selbstständigkeit. Er wurde Partner und Mitgesellschafter eines Beratungsunternehmens für mittelständische und größere Unternehmen. Vier Jahre danach gründete er gemeinsam mit Geschäftspartnern eine Aktiengesellschaft im Bereich der Unternehmensberatung. Hier ist Kibgies seit dem Jahr 2000 als einer von zwei Vorständen unter anderem zuständig für Planung, Marketing und Vertrieb.

„Meine beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen möchte ich in das Bürgermeisteramt einbringen“, betonte Kibgies. „Denn obwohl die Gemeinde Schlangen für den Moment die Haushaltssicherung verlassen hat, steht die Kommune in Zukunft vor großen finanziellen Herausforderungen.“ So habe die Sennegemeinde in den vergangenen Jahren nicht unwesentlich von Finanzzuweisungen des Landes profitiert, gab Kibgies zu bedenken. Das könne sich aber jederzeit ändern. Da sei ein Mann mit entsprechender beruflicher Erfahrung an der Spitze der Verwaltung von Vorteil. Sich selbst beschrieb er in diesem Zusammenhang als „Kapitän mit Steuermannspatent“.

Seit 2014 saß Kibgies für die CDU im Schlänger Rat

In der Schlänger Kommunalpolitik ist Kibgies kein Unbekannter. Seit 2014 sitzt er für die CDU im Gemeinderat, ohne aber Mitglied der Partei zu sein. Seinen Wahlkreis holte er vor sechs Jahren mit 40 Prozent der Wählerstimmen direkt. Vor seiner Ankündigung, bei der Kommunalwahl als parteiloser Bürgermeisterkandidat anzutreten, hat Kibgies seinen Austritt aus der CDU-Fraktion erklärt. Dem Gemeinderat will er aber bis zum Ende der Wahlperiode weiter angehören.

Auch erste politische Ziele hat Kibgies skizziert: „Mein zentrales Anliegen ist eine bürgernahe Verwaltung, die den Ansprüchen des digitalen Zeitalters gerecht wird. Aber auch so wichtige Themen wie Bürgerbeteiligung, Wirtschaftsförderung, Mobilität, Familie und Nachhaltigkeit habe ich mir auf die Fahnen geschrieben.“

Die Sennegemeinde sieht Kibgies vor große Aufgaben gestellt, die er mit dem demografischen Wandel begründet. Es sei daher wichtig, „bislang ungenutzte Potenziale zu fördern“. Als Beispiele nannte er den Tourismus und die Ansiedlung von Unternehmen mit geringem Flächenverbrauch. Die Rahmenbedingungen für ortsansässige Betriebe will der parteilose Bewerber ebenfalls verbessern. Seine Aussagen münden in dem Appell zu gemeinsamem Handeln: „Es muss uns gelingen, Schlangen sowohl für die älter werdende Bevölkerung, aber insbesondere auch für junge Familien attraktiv zu gestalten.“ Ein unabhängiger Bürgermeister ist nach Überzeugung von Kibgies eine Chance für Schlangen: „Denn er kann die Interessen der hier lebenden Menschen ohne parteipolitische Zwänge umsetzen. Und zwar zum Wohl aller Schlänger.“

„Ich bin vital und fit. Und das ist das Einzige was zählt.“

Mit 60 Jahren ist Kibgies der mit Abstand älteste der drei Kandidaten. Das sieht er aber nicht als Nachteil an: „Ich bin vital und fit. Und das ist das Einzige was zählt.“

Für die kommenden Wochen und Monate plant Kibgies verschiedene Veranstaltungen, um mit den Schlänger Bürgern ins Gespräch zu kommen. Und noch aus einem anderen Grund wird er in nächster Zeit fleißig unterwegs sein: Um als unabhängiger Bewerber für das Bürgermeisteramt kandidieren zu können, muss er mindestens 79 Unterstützerunterschriften sammeln; das entspricht der dreifachen Zahl der Ratsmitglieder. Weitere Infos zum Kandidaten finden sich auf der seit Freitag frei geschalteten Internetseite.

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