Robert Göke von den Gemeindewerken mahnt sorgsamen Umgang mit Wasser an
„Eine ganze Jahresmenge Regen fehlt“

Schlangen (WB). Der Super-Sommer 2018 und die Trockenheit der vergangenen Jahre wirken nach. „Bis heute fehlt eine komplette Jahresmenge Regen“, macht der Geschäftsführer der Gemeindewerke Schlangen, Robert Göke, im Gespräch deutlich.

Freitag, 03.01.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 05:01 Uhr
Der Geschäftsführer der Gemeindewerke Schlangen, Robert Göke, vor einer Skizze des Hochbehälters Nassesand. Foto: Klaus Karenfeld

Zur Erinnerung: Der Jahrhundertsommer 2018 hatte bereits im Mai begonnen. Ein Hoch folgte auf das nächste und bescherte den Menschen bundesweit bis in den Oktober hinein immer neue Hitzerekorde von 35 Grad Celsius und mehr.

„Entsprechend hoch war damals der Wasserverbrauch“, erinnert sich Göke. Seit Anfang Juli 2018 lief die Pumpe der Tiefenbohrung Oesterholz auf Hochtouren, um den Hochbehälter Nassesand mit Wasser zu füllen.

Die Kammern des Hochbehälters haben ein Speichervolumen von je 1500 Kubikmetern

Die beiden Kammern des Hochbehälters haben ein Speichervolumen von je 1500 Kubikmetern. Von dort aus werden die Bürger in Schlangen und Oesterholz sowie ein Teil der Einwohner von Kohlstädt mit Trinkwasser versorgt. Der andere Teil von Kohlstädt erhält sein Wasser über die Tiefenbohrung und den Hochbehälter Kohlstädt. „Der Wasserverbrauch beziehungsweise die Wasserentnahme erreichte im Sommer 2018 Spitzenwerte von bis zu 2300 Kubikmetern täglich“, macht Göke rückblickend deutlich.

Im Mai 2019 sah es so aus, als würde sich alles wiederholen – nur noch heftiger und schlimmer. Im Frühjahr blieb der übliche Regen aus, und plötzlich kletterte das Thermometer an einem Tag sogar über die 40-Grad-Marke.

Im Unterschied zu 2018 blieb die trocken-heiße Wetterlage aber nicht über längere Zeit stabil. Noch vor Herbstbeginn fiel der von vielen heiß ersehnte Regen. Und das über längere Zeit.

„Die Niederschläge der vergangenen Monate waren im Normbereich“

Die Niederschläge der vergangenen Monate seien ausreichend und im Normbereich gewesen – auch das betont Göke, schränkt dann aber ein: „Infolge des Super-Sommers 2018 und der allgemein geringeren Niederschläge der jüngsten Vergangenheit fehlt uns immer noch die Regenmenge eines ganzen Jahres.“

Einen sorgsamen wie schonenden Umgang mit (Trink-)Wasser hält der Geschäftsführer der Gemeindewerke deshalb auch künftig für notwendig: „Jeder von uns sollte speziell im Hochsommer überlegen, welche Pflanzen wirklich Wasser benötigen und ob ein paar braune Stellen im Rasen wirklich ein Problem darstellen.“

Robert Göke hält lange Hitzeperioden auch in Zukunft für wahrscheinlich

Lange Hitzeperioden wie 2018 hält Göke auch in Zukunft für nicht unwahrscheinlich. Die Gemeindewerke wollen dem durch „vorausschauendes Handeln“ Rechnung tragen. „Unser Hauptaugenmerk liegt in den kommenden Jahren auf der Verbesserung der Versorgungssicherheit“, machte Göke kürzlich im Betriebsausschuss deutlich und fügte hinzu: „Die unterdurchschnittlichen Regenmengen der letzten Jahre und die daraus resultierenden Probleme stellen die Wasserversorgung insgesamt vor neue Herausforderungen.“

Deshalb ist für 2020 geplant, die beiden Wasser-Teilnetze in Kohlstädt über eine Durckminder-/Druckerhöhungsanlage miteinander zu verbinden. Die Pumpe der Bohrung im Nassesand soll tiefer gelegt und durch eine effektivere ersetzt werden; so will man verhindern, dass die Pumpe trocken läuft und zugleich sicherstellen, dass sie auch bei sinkenden Wasserständen ihre Förderleistung erbringt. Ebenfalls vorgesehen ist ein Brunnenneubau.

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