Henning Schwarze regt Tiny Houses an – Fachausschuss in Schlangen soll beraten
Wohnen auf kleinem Raum

Schlangen (WB). Die Gemeinde Schlangen wächst gegen den Trend. Aktuelle Statistiken sagen einen weiteren Anstieg der Bevölkerung voraus. Das erfordert weiteren Wohnraum. Mit einer Anregung hierfür befasste sich am Donnerstagabend der Haupt- und Finanzausschuss. Er beriet über so genannte Tiny Houses.

Samstag, 07.12.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 08.12.2019, 08:10 Uhr
Gibt es in Zukunft mobile Kleinsthäuser in Schlangen? Sie bieten wie bei diesem Beispiel Wohnraum von 20 bis 50 Quadratmeter. Foto: dpa

Der Schlänger Geograf Henning Schwarze hatte angeregt, die Gemeinde solle Grundstücke ausweisen und bereitstellen, auf denen Tiny Houses aufgestellt werden könnten. Bei Tiny Houses handelt es sich um Kleinsthäuser. Diese stationären oder auch mobilen Wohngebäude haben eine Wohnfläche zwischen 20 und 50 Quadratmetern. „Mit Hilfe von Tiny-House-Siedlungen lassen sich auf kleinen Flächen attraktive sowie nachhaltige Quartiere für jung und alt erschließen”, schreibt Schwarze in seiner Anregung.

Bedarf an Quartieren für junge urbane Arbeitnehmer

Bis zum Jahr 2040 werde die Bevölkerung in Schlangen auf fast 10.000 Einwohner ansteigen, so prognostiziere es das Statistische Landesamt NRW. Wegen geografischer und naturräumlicher Beschränkungen, etwa durch den Truppenübungsplatz Senne im Westen sowie den Teutoburger Wald und das Eggegebirge im Norden und Osten, sei die weitere Ausweisung von geeigneten Flächen für Wohnbebauung limitiert und schwierig.

„Dennoch ist es für die Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit der Gemeinde entscheidend, entsprechende Flächen und Angebote für den Wohnungsmarkt vorzuhalten und spezielle Lösungen entsprechend der räumlichen Gegebenheiten zu entwickeln”, so Henning Schwarze. Um die positive Entwicklung der Gemeinde Schlangen weiter zu fördern und insbesondere um den örtlichen Einzelhandel und die Wirtschaft zu stärken, sei die Einrichtung attraktiver Wohnquartiere von elementarer Bedeutung. Schwarze sieht insbesondere einen „großen Bedarf an barrierefreien, altengerechten und Singlewohnungen sowie an Quartieren für junge urbane Arbeitnehmer”.

Nachfrage nach umweltschonender Bauweise

Angesichts steigender Mieten, Wohnungsnot und einem wachsenden Wunsch nach umwelt- und ressourcenschonender Bauweise sei ein Trend zu Tiny Houses zu beobachten. Die Nachfrage steige bundesweit. Zurzeit entwickelten zahlreiche Kommunen Konzepte und realisierten geeignete Grundstücke für Tiny Houses.

Die Mehrheit der Mitglieder im Haupt- und Finanzausschuss befürwortete am Donnerstagabend die Anregung. Sie sah das Anliegen als ein Thema, dem sich die Lokalpolitik nicht verwehren sollte. Ein Thema für die nächste Ratssitzung sei dies aber nicht. Damit soll sich der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt in seiner nächsten Sitzung beschäftigen. Ein Termin steht derzeit noch nicht fest.

Gemeinde hat keine eigenen Grundstücke zu verkaufen

Bürgermeister Ulrich Knorr bestätigte die erwartete Steigerung bei der Bevölkerungszahl. Knorr: „Wir sind mehr als zufrieden, dass wir nicht mit den Problemen anderer Kommunen kämpfen müssen, deren Bevölkerung schrumpft.“ Er stellte aber auch fest: „Die Gemeinde Schlangen hat keine eigenen Grundstücke, die zu verkaufen sind.“ Diese könnten nur von privater Hand zur Verfügung gestellt werden.

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