228. Schlänger Markt: Hunderte Besucher nutzen längere Öffnungszeiten Dorffest in Schlangen mit neuen Impulsen

Schlangen (WB). Kirmes, Kultur und Kettcar-Slalom – der Schlänger Markt setzt auf Tradition. Damit das Volksfest den Besuchern auch bei seiner 228. Auflage gefällt, haben die Veranstalter rund um den Schlänger-Markt-Verein einige Neuerungen eingeführt. Und die sind beim Publikum an den ersten beiden Tagen am 2. und 3. November bereits sehr gut angekommen.

Von Sonja Möller
Beim Schlänger Markt sorgen vor allem die Fahrgeschäfte für viel Spaß bei den Besuchern.
Beim Schlänger Markt sorgen vor allem die Fahrgeschäfte für viel Spaß bei den Besuchern. Foto: Sonja Möller

Während es den ganzen Samstagmorgen, 2. November, geregnet hatte, riss pünktlich zum Start die Wolkendecke auf und es blieb bis spät in die Nacht trocken und mild. Die perfekten Gegebenheiten für ein gelungenes Fest. Dazu passten auch die einheitlichen Öffnungszeiten am Samstag. »Das hatten sich viele gewünscht«, erzählte Heinz Kriete. Der Vorsitzende des Schlänger-Markt-Vereins gehörte der Arbeitsgruppe an, die das Dorffest zukunftsfähig machen möchte.

Neben der klaren Begrenzung des Festgeländes durch ein Eingangstor an der Paderborner Straße sind auch die großen Lücken zwischen den Schaustellern verschwunden. Ob Waffeln, Wein, Live-Musik oder Info-Stände: Die örtliche Geschäftswelt hatte sich einiges einfallen lassen, um »Lücken« auf dem Kirmesgelände zu vermeiden.

112 Starter beim Kettcar-Slalom sind Teilnehmerrekord

Auch am Sonntag, 3. November, spielte das Wetter trotz anders lautender Vorhersagen mit und der Schlänger Markt entwickelte sich zum kommunikativen Treffpunkt von Familien und Freunden. Besonders für Kinder gab es einiges zu entdecken, so dass die Erwachsenen kaum hinterherkamen: Karussells, Geschicklichkeitsspiele und ein Trampolin, dass die Kinder kurze Zeit schwerelos zwischen Hausdächern fliegen ließ.

Auf dem Flohmarkt rund ums Rathaus präsentierten die Jungen und Mädchen ausrangierte Spielsachen und stöberten selbst beim Stand des anderen. Kaum hatte die Radfahrgemeinschaft im MSC Schlangen ihren Kettcar-Slalom auf dem Volksbank-Parkplatz aufgebaut, tummelten sich viele Kinder mit ihren Eltern am Start. Hier wollte jeder losdüsen. Mit 112 Startern gab es die beste Beteiligung seit 18 Jahren.

Als Belohnung gab es für jeden einen Fahrchip für eins der Fahrgeschäfte. »Die Schausteller haben uns die Chips zur Verfügung gestellt«, freute sich Gisbert Stolle. Die Fahrer, die mit dem Kettcar den Parcours aus Pylonen am schnellsten umrundeten, dürfen sich zudem über Preise freuen. »Die Gewinner geben wir auf dem Weihnachtsmarkt bekannt«, sagte Gisbert Stolle.

Besonders viele zieht es ins Museumscafé im Bürgerhaus

Ebenfalls richtig viel los war im Museumscafé des Heimat- und Verkehrsvereins Schlangen. Bereits eine Viertelstunde vor Öffnung des großen Saals im Bürgerhaus standen die ersten vor der Tür. Kurze Zeit später waren die Tische alle belegt und die ersten Torten schon ausverkauft. »Unser Museumscafé wird immer gut angenommen, aber dieses Jahr ist es besonders voll«, freute sich Ulrike Burchart vom HVV Schlangen.

Nebenan führte Joachim Burchart die Besucher durch die neue Ausstellung im Dorfmuseum: »Das bisschen Haushalt macht sich von allein«. Dass dem aus heutiger Sicht nicht ganz so ist, zeigte der Museumsleiter mit allerlei Fundstücken aus mehr als einem Jahrhundert Haushalt. Natürlich wusste Burchart auch mit so mancher Anekdote zu unterhalten. Zum Beispiel wurde früher der Wasserkocher mithilfe eines Adapters an die Deckenlampe angeschlossen.

Wer sich für die Geschichte Schlangens interessierte, fand aber noch an anderer Stelle Informationen. Denn auch der Förderverein Ortsgeschichte öffnete seine Tür im ehemaligen Gasthaus Koch und zeigte Bilder von früher. Im Strommuseum empfing Reinhard Fleege-Althoff Besucher und im DRK-Museum gab es Informationen rund um das Rote Kreuz.

Lampionumzug eröffnet Schlänger Markt

Eröffnet wurde der Schlänger Markt mit dem traditionellen Lampionumzug, der vom Bürgerhaus durch die Parkstraße, Im Hafen, den Königsberger Weg und die Lindenstraße führte. Die Jugendfeuerwehr Schlangen leuchtete den Musikern mit Fackeln den Weg und hunderte Teilnehmer mit bunten Laternen reihten sich in den Zug ein. »So lang wie dieses Mal war der noch nie«, staunte eine Frau.

Beim Rinderwurstessen mit Gästen im Bürgerhaus sprach Bürgermeister Ulrich Knorr die aktuelle weltpolitische Lage an: »Der stetigen tagtäglichen Veränderung widersetzt sich unser Schlänger Markt schon seit vielen Jahren. Wie schön ist es, dass manche Dinge einfach Bestand haben und aus dem jährlichen Gedränge der Termine herausragen.«

Heinz Kriete erläuterte die Ergebnisse der Arbeitsgruppe, die sich Anfang des Jahres gegründet hatte, um den Schlänger Markt weiterzuentwickeln: »Wir sind eine reine Innerortskirmes getragen von den Schaustellern, der Geschäftswelt und dem Ehrenamt unter dem Dach der Gemeindeverwaltung. Wir wollen an Bewährtem festhalten und neue Ideen aufgreifen.«

Nach dem Fest wollen die Verantwortlichen analysieren, wo es noch Veränderungen geben soll und was gut angenommen wurde. Bevor es aber soweit ist, wartet an diesem Montag nochmal ein Kirmestag mit jeder Menge Unterhaltung und den beliebten Spaßwettbewerben auf die Besucher.

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