René Wischer spendet seit 20 Jahren Blut – DRK lobt große Bereitschaft in Schlangen
Ein kleiner Pieks kann Leben retten

Schlangen (WB). Ein kleiner Pieks kann Leben retten. René Wischer kennt diesen Moment. Seit 20 Jahren spendet er regelmäßig Blut – so auch am vergangenen Sonntag.

Mittwoch, 02.10.2019, 18:14 Uhr aktualisiert: 07.10.2019, 07:08 Uhr

Vier bis fünf Mal im Jahr lädt der Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) zur Blutspende ins Schlänger Bürgerhaus ein. »Im Durchschnitt folgen etwa 100 Männer und Frauen unserem Aufruf«, sagt Nina Grassow, die stellvertretende Rotkreuzleiterin. »Das ist eine gute Zahl«, ergänzt Gaby Ledig vom DRK-Blutspendedienst Bad Salzuflen. In ländlich geprägten Gemeinden sei die Bereitschaft, Blut zu spenden immer noch höher als in den größeren Städten.

Direkt am Eingang des Bürgerhauses hat an diesem Morgen Hans-Bernd Sunde Platz genommen. Er ist für das Anmeldeverfahren zuständig. Wichtige personenbezogene Daten wie Name, Anschrift und Anzahl der Blutspenden werden von ihm akribisch in einem Laptop erfasst.

Jede Spende wird akribisch erfasst

Es ist kurz nach 11 Uhr. Im Flur des Bürgerhauses wird es langsam eng. Jeder Freiwillige muss vorab einen vierseitigen Spender-Fragebogen ausfüllen. Und es gibt viel zu klären. Unter anderem müssen Angaben zum allgemeinen Gesundheitszustand und zu möglichen Infektionskrankheiten gemacht werden.

Der DRK-Blutspendedienst Bad Salzuflen ist an diesem Morgen mit sechs Helfern und zwei Ärzten nach Schlangen gekommen. »Für uns ist das Routine. Unser Team ist quasi täglich an wechselnden Orten im Regierungsbezirk Detmold im Einsatz«, weiß Gaby Ledig zu berichten.

Der Fragebogen ist ausgefüllt. In einem Nachbarraum wartet Untersuchungsärztin Dr. Alexa Breitenstein. Sie nimmt sich Zeit, bespricht mit jedem Freiwilligen seine Angaben zu den immerhin insgesamt 30 Fragen. Anschließend werden Blutdruck, Puls und Körpertemperatur gemessen. Dann gibt es noch einen kleinen Pieks in den Finger, um den Hämoglobinwert (Anteil des roten Blutfarbstoffs) zu bestimmen.

Neuer Test auf Hepatitis E

Zusätzlich zur eigentlichen Blutspende werden etwa 30 Milliliter Blut für die anschließenden Laboruntersuchungen genommen. Getestet wird unter anderem auf HIV, Hepatitis A, B und C sowie auf mögliche Geschlechtskrankheiten. »Unsere Sicherheitsstandards sind sehr hoch«, sagt Gaby Ledig. So werde vom 1. Oktober an das Blut zusätzlich auch auf eine Hepatitis E-Infektion untersucht.

Nur wenn alle Testergebnisse negativ und die Blutgruppenbefunde bestätigt worden sind, darf das Blutprodukt freigegeben werden. Bluttransfusionen sind lebenswichtig; sie können einem Patienten helfen, zum Beispiel nach einem Unfall, im Rahmen einer Krebstherapie oder bei einer Operation.

Kurz nach 11.30 Uhr an diesem Morgen ist René Wischer an der Reihe. Seine erste von bislang 83 Blutspenden liegt bereits 20 Jahre zurück. Ein kleiner Nadelstich genügt, und schon läuft der rote Lebenssaft in einen sterilen Beutel. »Bei einer Blutspende werden zwischen 450 bis 500 Milliliter Blut entnommen«, berichtet Gaby Ledig.

Nach der Spende gibt es ein stärkendes Frühstück

Knapp zehn Minuten später kann René Wischer die Liege schon verlassen. »Anderen Menschen mit meiner Blutspende helfen zu können, das ist schon ein gutes Gefühl«, sagt er beim Hinausgehen. »Und wer weiß, vielleicht benötige ich auch einmal die Blutspende eines Anderen«. Wischer ist Berufskraftfahrer und werktags in ganz Ostwestfalen-Lippe unterwegs.

Bevor sich Wischer auf den Heimweg macht, wartet auf ihn ein stärkendes Frühstück. Es gibt Kuchen, belegte Brötchen, Bockwurst mit Kartoffelsalat und frische Salate. An einem der eingedeckten Tische hat Rainer Ende aus Bad Lippspringe Platz genommen. Auch er ist ein fleißiger Blutspender (»mehr als 100 Mal«). Warum er eigens zum Blutspendetermin nach Schlangen gekommen sei, will sein Sitznachbar wissen: »Der Sonntag ist für mich ideal, da ich in der Woche beruflich viel unterwegs bin.« Wie Wischer ist Ende Berufskraftfahrer.

  • Blutspender müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Männer dürfen sechs Mal im Jahr Blut spenden, Frauen nur vier Mal. Zwischen jeder einzelnen Spende müssen mindestens 57 Tage liegen.

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