Projekt für Oesterholz frühestens 2020 zu realisieren Haltestelle wird zum Ärgernis

Schlangen (WB). Der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt hat eine überraschende Kehrtwende vollzogen: Statt drei sollen 2018 nur zwei Bushaltestellen barrierefrei ausgebaut und modernisiert werden. Der Haltepunkt »Heidehof« in Oesterholz ist dagegen zwischen den Fraktionen umstritten.

Von Klaus Karenfeld
Die Haltestelle »Heidehof« in Oesterholz wird aufgegeben. Über einen Ersatz-Standort sind sich die Fraktionen noch nicht einig. Wenn überhaupt, kann erst 2020 mit dem Bau der Ersatzhaltestelle begonnen werden.
Die Haltestelle »Heidehof« in Oesterholz wird aufgegeben. Über einen Ersatz-Standort sind sich die Fraktionen noch nicht einig. Wenn überhaupt, kann erst 2020 mit dem Bau der Ersatzhaltestelle begonnen werden. Foto: Klaus Karenfeld

In der Februar-Sitzung hatten die vier Fraktionen noch Einmütigkeit demonstriert. Neben den zwei Schlänger Bushaltestellen »Wagenhalle« und »Zur Erholung« stand auch der Umbau des Haltepunktes »Heidehof« (Haustenbecker Straße) in Oesterholz ganz vorn auf der Agenda der Politiker.

Für die Haltestelle »Heidehof« hatte die Gemeinde in den Monaten zuvor einen neuen Standort suchen müssen: Der Grund: Der Haltepunkt in der Haustenbecker Straße befindet sich bis heute etwa zur Hälfte auf privatem Grund. Das will der Eigentümer nicht länger tolerieren, da er an dieser Stelle eigene Baupläne verfolgt.

Suche nach Alternativ-Standort schwierig

Doch die Suche nach einem Alternativ-Standort gestaltete sich laut Bauamtsleiterin Gabriele Müller-Schaffranietz von Anfang als sehr schwierig. Und daran sollte sich auch in den folgenden Monaten nichts ändern. Müller-Schaffranietz zufolge fand sich am Ende nicht ein einziger Privateigentümer in direkter Nachbarschaft, der bereit gewesen wäre, einige Meter seines Grundstücks an die Gemeinde abzutreten.

Ein Plan B musste her. Und auf den verständigte sich der Ausschuss in seiner Februar-Sitzung. Demzufolge sollte die Ersatz-Haltestelle auf einem gemeindeeigenen Grundstück direkt hinter der Straße »Im Kleinen Bruch« entstehen. Das Problem: Alten und neuen Standort trennen 400 Meter.

In der vergangenen Ausschusssitzung sollte es nun um die Ausschreibung der drei Haltestellen gehen. Vor allem Vertreter der CDU meldeten aber überraschend Bedenken an. Der neue Standort liege zu nah an der bestehenden Haltestelle in der Kellnerstraße. Aus der CDU kam deshalb die Forderung an die Gemeindeverwaltung, noch einmal nach einem Alternativ-Standort im oberen Teil der Haustenbecker Straße Ausschau zu halten. Vielleicht könne die Haltestelle »Heidehof« aber auch ersatzlos gestrichen werden. Entsprechende Prüfaufträge gingen an die Gemeindeverwaltung.

Notwendige Voraussetzungen

Der Ausschuss-Vorsitzende Michael Zans kann den Vorstellungen der Christdemokraten nicht folgen: »Wer sich für einen attraktiven Personen-Nahverkehr einsetzen will, muss dafür auch die notwendigen Voraussetzungen schaffen. Ein Ersatz-Haltepunkt in der Haustenbecker Straße ist deshalb unverzichtbar.«

Am Ende einigte sich der Ausschuss darauf, in diesem Jahr nur die Modernisierung der Schlänger Haltestellen »Zur Erholung« und »Wagenhalle« in Auftrag zu geben. Die Maßnahme wird vom Land Nordrhein-Westfalen zu 90 Prozent gefördert.

Ob und wann es einen Ersatz-Haltepunkt an der Haustenbecker Straße geben wird, ist weiter offen. »Wenn überhaupt, kann mit dem Bauprojekt in Oesterholz erst 2020 begonnen werden. Für 2019 ist bereits eine größere innerörtliche Baumaßnahme in Schlangen fest eingeplant«, stellte Bürgermeister Ulrich Knorr klar.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.