Frau getötet – Täter muss in die Psychiatrie statt ins Gefängnis Schuldunfähig

Detmold/Oerlinghausen (WB/dk). Der 22-jährige Mann, der  Julia R. (31) aus Oerlinghausen getötet und ihre Leiche in einem Wald verscharrt hat, ist am Mittwoch vom Landgericht Detmold wegen Schuldunfähigkeit freigesprochen worden. Gleichzeitig ordnete das Gericht die Unterbringung von Daniel P. in einem psychiatrischen Krankenhaus an.

Daniel P. (rechts) mit seinem Anwalt Carsten Ernst.
Daniel P. (rechts) mit seinem Anwalt Carsten Ernst. Foto: Christian Althoff

Das Gericht folgte der Einschätzung des Sachverständigen, der dem Mann eine paranoide Schizophrenie und eine damit verbundene Schuldunfähigkeit attestiert hatte. Demnach könnten Wahnvorstellungen Auslöser der Bluttat gewesen sein. Das Motiv und die Hintergründe der Tat konnten auch am letzten Verhandlungstag nicht endgültig geklärt werden. Daniel P., der mit der Frau liiert war, hatte während des Prozesses die Tat vom Juni 2016 gestanden: »Ich habe ein Menschenleben genommen – auch denen, die Julia geliebt haben.« Er tötete die Frau mit Messerstichen in den Hals. Im Prozess behauptete er, die Frau habe nicht mehr leben wollen und ihn aufgefordert, sie zu töten. Sein Verteidiger Carsten Ernst hatte erklärt, wegen des Drogenkonsums habe sein Mandant »in einem Paralleluniversum« gelebt und Stimmen »eines Herrschers« gehört, »der ihm Befehle erteilte«.

Weder der Staatsanwalt noch die Angehörigen gingen von einer Tötung auf Verlangen aus. Die Anwältin der Schwester der Toten sagte, Julia R. habe ausziehen wollen. Die Nebenkläger wollten eine Verurteilung wegen Mordes erreichen. Strafrechtlich sei die Tat als Mord zu werten, sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Aber wegen der psychischen Erkrankung sei Daniel P. schuldunfähig und habe freigesprochen werden müssen.

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