Stark ersatzgeschwächter TBV Lemgo verliert gegen Göppingen mit 25:30 (10:14)
Auf verlorenem Posten

Lemgo (WB). Nach drei Spielen ohne Niederlage hat der TBV Lemgo in der Handball-Bundesliga wieder verloren. Nach dem Ausfall von sechs Stammkräften standen die ersatzgeschwächten Lipper beim 25:30 (10:14) gegen Frisch Auf Göppingen früh auf verlorenem Posten.

Sonntag, 05.05.2019, 17:40 Uhr aktualisiert: 06.05.2019, 08:28 Uhr
Tim Hornke war gegen Göppingen mit 8/3 Toren erfolgreichster Lemgoer. Foto: Thomas F. Starke

»Wir haben zu viele technische Fehler gamacht – es waren 18«, bilanzierte TBV-Trainer Florian Kehrmann: »Damit haben wir die Göppinger zu vielen Tempogegenstoßtoren eingeladen.« Er sprach von einem »sehr, sehr verdienten Sieg« der Gäste. Frisch-Auf-Trainer Hartmut Mayerhoffer war mit seiner Mannschaft zufrieden, bemängelte aber die schlechte Chancenverwertung: »Wir haben 16 ganz freie Würfe nicht verwewrtet.«

Ungewohnte Rückraumformation

Vor 4145 Zuschauern fehlten Kehrmann in der Lipperlandhalle nicht nur die langzeitverletzten Andrej Kogut, Donat Bartok und Jari Lemke, zu denen sich im Laufe der vergangenen Woche auch noch Nationalspieler Tim Suton und Jonathan Carlsbogard gesellt hatten. Mit Patrick Zieker stand auch der etatmäßige Linksaußen nicht zur Verfügung, da der 25-Jährige seiner Frau Hannah im Kreißsaal bei der Geburt ihres ersten Kindes beistand.

So war Kehrmann gezwungen, vor Torwart Peter Johannesson eine völlig ungewohnte Rückraumformation mit Dani Baijens in der Mitte sowie den Routiniers Fabian van Olphen und Isaias Guardiola auf das Parkett zu schicken. An ihrer Seite agierten wie gewohnt Christoph Theuerkauf am Kreis, Tim Hornke auf Rechtsaußen und Robin Hübscher als Zieker-Ersatz.

Nachwuchsspieler eingewechselt

An Motivation mangelte es den Lemgoern gestern nicht – auch nicht dem Niederländer Baijens, der am Sonntag seinen 21. Geburtstag feierte. Zuletzt in Hannover hatte er noch neun Tore erzielt, dieses Mal war gerade in seinem Fall die Grenze zum Übereifer fließend. Nach einem Baijens-Fehlpass und einem Guardiola-Fehlwurf stand es schnell 2:0 für die Gäste, ehe die Lipper mit drei Treffern in Folge kurzfristig die Führung übernahmen. Danach aber machten sie es den Göppingern viel zu einfach, sich einen komfortablen Vorsprung zu erspielen. Weil es dem Rückraum gegen die stabile 6:0-Abwehr der Gäste an Durchschlagskraft mangelte, häuften sich die Abspielfehler. So fielen zunächst die meisten Treffer der Gäste nach dem gleichen Schema: Ballgewinn, Tempogegenstoß, Tor.

Mit einem 8:1-Lauf machte Göppingen aus dem 2:3-Rückstand eine 10:4-Führung (19. Minute) und lag wenig später beim 12:5 (23.) erstmals mit sieben Treffern vorn. Kehrmann hatte inzwischen reagiert und mit Julius Rose und Fynn Hangstein zwei von insgesamt vier Nachwuchsspielern, die normalerweise für Lemgo in der 3. Liga aktiv sind, aber in der Bundesliga gebraucht wurden, eingewechselt.

Vor allem der noch 18-jährige Rose machte vor der Pause mit zwei Toren auf sich aufmerksam. Dass Lemgo beim Seitenwechsel nur noch 10:14 im Hintertreffen lag, verdankte der TBV aber in erster Linie seinem Torwart Johannesson, der mit elf Paraden den Rückstand in Grenzen gehalten hatte.

Lemgo kämpfte

Im zweiten Durchgang machte Göppingen mit den ersatzgeschwächten Lemgoern kurzen Prozess. Erst gelangen den Schwaben drei Tore in Folge, und in der 42. Minute lagen sie nach Marcel Schillers 23:15 erstmals mit acht Treffern in Front. In der Folgezeit plätscherte die Partie dahin. Lemgo kämpfte und steckte nicht auf, konnte aber nicht mehr entscheidend verkürzen.

Für das meiste Aufsehen sorgten in dieser Phase diverse Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns Grobe/Kinzel, die auf Seiten der TBV-Fans für Pfiffe und Buhrufe und bei Trainer Kehrmann schließlich nur noch für Gelächter sorgten.

Für den TBV, der trotz der Niederlage den neunten Tabellenplatz behält, geht es am 11. Mai in Gummersbach weiter. Mindestens fünf Stammkräfte werden aber auch dann wieder fehlen.

TBV-Tore: Hornke 8/3, Ebner 1, van Olphen 3, Guardiola 2, Theuerkauf 1, Hübscher 2, Rose 3, Hangstein 1, Klimek 2, Baijens 2

FAG-Tore: Kneule 1, Heymann 8, Peric 1, Sörensen 1, Schiller 9/3, Rentschler 5, Schöngarth 1, Zelenovic 1, Kozina 3

Zuschauer: 4145

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