Erfolg für katholische Gemeinde aus Lage – Freikirche abgewiesen
Gericht erlaubt Gottesdienste

Lage (WB) -

Das Verwaltungsgericht Minden erlaubt der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Lage (Kreis Lippe) zu Ostern Gottesdienste. Die Gemeinde setzte sich gegen ein allgemeines Gottesdienstverbot in Lage durch.

Donnerstag, 01.04.2021, 17:08 Uhr
Symbolbild Foto: Stefan Sauer/dpa

Eine freikirchliche Gemeinde aus Lage scheiterte hingegen mit ihrem Antrag, wie Gerichtssprecherin Amrei ­Stocksmeyer am Donnerstag mitteilte.

Die beiden Entscheidungen gelten der Sprecherin zufolge ausschließlich für die beiden Kirchengemeinden und haben keine allgemein gültige Wirkung. Ausschlaggebend für beide Eilentscheidungen waren die vorgelegten Hygienekonzepte. So wolle die katholische Gemeinde auf Gesang verzichten, maximal 54 Personen zum Gottesdienst zulassen sowie Masken- und Registrierungspflicht kontrollieren. Zudem sollen nur Besucher zugelassen werden, die einen maximal 48 Stunden alten Schnelltest mit unauffälligem Ergebnis vorweisen können.

Die Interessensabwägung habe ergeben, dass vor dem Hintergrund dieses Hygienekonzepts ein generelles Verbot verfassungswidrig sein könne. Die freikirchliche Gemeinde habe ein Hygienekonzept ohne Testpflicht vorgelegt. Deshalb habe das Gericht hier anders entschieden. Die Gemeinde könne aber ihr Konzept nachbessern und erneut einen Eilantrag stellen oder vors Oberverwaltungsgericht ziehen.

Pfarrer hält Verbot für rechtswidrige Mithaftung

Die Rat der Stadt Lage hatte vor rund einer Woche entgegen einer Empfehlung des Landes NRW entschieden, allen Religionsgemeinschaften Präsenzveranstaltungen bis nach Ostern zu verbieten. Grund war ein Corona-Ausbruch bei einer 1.100 Mitglieder großen Baptistengemeinde. Bei mehr als 300 Mitgliedern wurde das Virus nachgewiesen.

Der katholische Pfarrer Michael Karsten hält das generelle Verbot für eine rechtswidrige Mithaftung, wie das Kölner Portal domradio.de berichtete. Die Gottesdienste zu Ostern seien „elementare Lebensäußerung einer christlichen Gemeinde“ und „ein Trost für die Menschen, die sich gerade in dieser schwierigen Zeit am Glauben und am Gebet festhalten“.

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